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Homeoffice in Firmen und Verwaltungen

In Ettlingen bereiten Menschen mit Behinderung alte Computer auf – wegen Corona gibt es aber weniger Material

Die von der gemeinnützigen Ettlinger Firma AfB aufbereiteten IT-Geräte sind in Corona-Zeiten stark nachgefragt. Das Unternehmen hat jetzt ein neues Firmengebäude bezogen.

Verbesserte Produktionsabläufe bei AfB: Landrat Schnaudigel, Daniel Büchle, OB Arnold, MdB Fischer und MdL Saebel bei ihrem Rundgang im neuen Firmengebäude (von links). Mit dem Rücken zur Kamera Marion Lichti. Foto: Johannes-Christoph Weis

Die Nachfrage nach guter Hardware fürs Homeoffice ist in Corona-Zeiten enorm gestiegen. IT-Geräteaufbereiter (Fachjargon: Refurbisher) wie das gemeinnützige IT-Unternehmen AfB gGmbH mit einem großen Standort in Ettlingen, helfen, den Markt für Hardware durch generalüberholte Business-Geräte wie PC, Notebooks, Tablets zu befriedigen.

Kleiner Kreis bei der offiziellen Eröffnung

Mit einer wegen Corona nur auf einen kleinen Rundgang beschränkten offiziellen Eröffnungsfeier übergab AfB-Geschäftsführer Daniel Büchle in Anwesenheit von Landrat Christoph Schnaudigel, Oberbürgermeister Johannes Arnold, MdB Axel E. Fischer und MdL Barbara Saebel die neue AfB-Firmenzentrale in der Ettlinger Carl-Metz-Straße ihrer Bestimmung.

Alles in dem Gebäude sei auf dem neuesten Stand der Technik. Im Vergleich zum alten, nicht weit entfernten Produktionsstandort, wo die AfB auch eine gut besuchte Verkaufsfiliale hat, seien die Produktionsabläufe von der Begutachtung der eingehenden Gebrauchtgeräte über dem Löschen der Speicher über den Einbau von Ersatzteilen bis zum Draufspielen aktueller Software und der Auslieferung des fertigen Produkts optimiert worden.

Neue Versandanlage für täglich 600 Pakete

Mit der neuen Versandanlage sei es möglich, täglich 600 Pakete mit aufbereiteten und neuen Geräte an die Kunden zu verschicken. In Zeiten von wachsendem E-Commerce und Online-Shopping sei die Anlage genau zur richtigen Zeit gekommen.

Im neuen Haus würden barrierefreie Arbeitsplätze für 120 Mitarbeiter, davon 44 Prozent für Schwerbehinderte geboten. Wegen der großen Nachfrage nach den Hardware- und Softwareprodukten der AfB sei die Mitarbeiterzahl in Ettlingen, eingeschlossen des alten Standorts, von 110 auf jetzt 168 gestiegen.

AfB sucht noch mehr Partnerschaften

Problem für AfB dabei, so Pressesprecherin Marion Lichti: „Wir bräuchten noch viel mehr Firmen in Verwaltungen, die mit uns kooperieren und ihre gebrauchte Hardware zum Aufbereiten bei uns abgeben.“ Die Corona-Krise habe auf dem Markt neuwertig aufbereiteter Notebooks, Tablets und Computer zu einem erheblichen Auseinanderklaffen zwischen Angebot und Nachfrage geführt.

In den vergangenen Monaten hätten nicht wenige Firmen die Belieferung der AfB mit Altgeräten vom einfachen Computer bis zum Bildschirm gebremst, weil sie wegen des rasanten Anstiegs von Mitarbeitern im Homeoffice die Altgeräte zurückgehalten hätten und nicht zum „Refurbishing“ geschickt hätten.

Zwei Drittel der abgelieferten Gebrauchtgeräte werden weiter verwendet

Umso wichtiger ist es nun, dass Unternehmen die Chance ergreifen, in dieser Situation einen Beitrag zu leisten und ihre Gebraucht-Hardware nicht lagern oder verschrotten, sondern – unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen – abholen, löschen und für die Weiternutzung refurbishen lassen.

Zwei Drittel der von Verwaltungen, Organisationen und Unternehmen bei AfB angelieferten Gebrauchtgeräte, so die Nachfrage von Christoph Schnaudigel, werden wieder dem Markt für neuwertige Geräte zugeführt. Ein Drittel wird zerlegt und daraus werden wertvolle Einzelteile gewonnen.

Neues Gebäude ist klimaneutral

Das Thema Nachhaltigkeit ist neben der Beschäftigung von vielen Menschen mit Handicap das, auf das sich die Reputation der AfB stützt.

Alle Produktionsabläufe, so Daniel Büchle, sind auf eine moderne Kreislaufwirtschaft ausgerichtet. Das kommt auch in der Konzeption für den neuen Firmensitz zum Ausdruck. Es ist ein klimaneutrales Gebäude (Solaranlage, Brunnenwasserkühlung, Abwärme-Rückgewinnung für Heizung), mit dem der Vermieter J&W ein ökologisches Ausrufezeichen setzt.

AfB-Filiale in der Innenstadt?

Oberbürgermeister Arnold brachte noch den Wunsch mit, dass die AfB vielleicht in der Ettlinger Innenstadt einen Schauladen mit Verkauf ihrer Produkte einrichtet. Das würde aus seiner Sicht dem Einzelhandel gut tun. MdB Axel E. Fischer lobte die Firmenphilosophie: Unternehmen wie die AfB, die die Themen Inklusion, Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung als Ziel hätten, sollten von der Öffentlichkeit besonders unterstützt werden.

MdL Barbara Saebel will Verwaltungen des Landes noch stärker auf die Möglichkeit aufmerksam machen, ihre gebrauchten IT-Geräte zur Aufbereitung an Unternehmen wie die AfB zu schicken.

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