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Keine positiven Fälle am AMG

In vier Schritten zum Ergebnis: So liefen die ersten Corona-Selbsttests an Ettlinger Schulen

Die Fünft- und Sechstklässler sowie Teile der Kursstufe am Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) waren am Montag die ersten, die die von der Stadt bereitgestellten Corona-Selbsttests nutzten. 400 Testkits stehen vorerst zur Verfügung, künftig sollen die Selbsttests wöchentlich angeboten werden.

Testungen in der Mensa: Am Albertus-Magnus-Gymnasium in Ettlingen konnten sich die ersten Schüler am Montag einem Corona-Selbsttest unterziehen. Foto: Julia Trauden

Vier kreisförmige Bewegungen pro Nasenloch mit dem Wattestäbchen, dann wird das Stäbchen in ein Röhrchen mit Flüssigkeit getunkt, von der letztlich vier Tropfen auf den Teststreifen geträufelt werden – und dann heißt es erst einmal warten, bis das Ergebnis feststeht.

Die Vier ist die magische Zahl an diesem Vormittag in der Mensa des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG), wo sich die Schüler selbst auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus testen können. Vier Utensilien brauchen sie für den Test, vier Schritte sind erforderlich, bis das Ergebnis feststeht und viermal müssen sie jeweils bestimmte Handgriffe wiederholen. „Das kann man sich leicht merken“, sagt Schulleiter Helmut Obermann.

Teil der kommunalen Teststrategie

Die Tests stellt die Stadt Ettlingen, auch weitere Schulen wurden beliefert. Die Selbsttests während des Unterrichts sind ein weiterer Baustein im kommunalen Testkonzept, das bereits vor Wochen mit der Einrichtung eines kommunalen Schnelltest-Zentrums in der Albgauhalle Fahrt aufgenommen hat. 13 Lehrer wurden vom Deutschen Roten Kreuz speziell geschult, um die Kinder und Jugendlichen anzuleiten.

Anders als in der Albgauhalle, wo Apotheker und Ärzte die Nasenabstriche nehmen, legen die Schüler im Albertus-Magnus-Gymnasium selbst Hand an. In Gruppen mit bis zu 20 Kindern und Jugendlichen trudeln sie am Montag nach und nach in der Mensa ein und versorgen sich mit den Utensilien, die sie für den Test benötigen: Eine Serviette, ein Wattestäbchen, ein Plastikröhrchen mit Flüssigkeit und ein Teststreifen, auf dem sie später das Ergebnis ablesen.

Wenn es so richtig eklig kitzelt, dann ist es richtig.
Moritz Krahn, stellvertretender Schulleiter am Albertus-Magnus-Gymnasium

Nachdem die Schüler Platz genommen haben, macht der stellvertretende Schulleiter Moritz Krahn vor, wie es geht. Die Jungs und Mädchen imitieren seine Bewegungen. „Wenn es so richtig eklig kitzelt, dann ist es richtig“, sagt er beim entscheidenden Schritt, in dem das Wattestäbchen in Kreisbewegungen an der Nasenwand entlang geführt wird.

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Wattestäbchen müssen nur in vorderen Nasenbereich eingeführt werden

Dabei sind die Tests, die die Schule bereitstellt, deutlich angenehmer als die, die beispielsweise im kommunalen Testzentrum durchgeführt werden: Das Wattestäbchen muss nur zwei Zentimeter in die Nase eingeführt werden und nicht ganz tief.

Einige Schülerinnen haben sich auf Schlimmeres eingestellt: „Ist es tief in der Nase?“, fragt eine junge Frau, während sie zu ihrem Wattestäbchen greift.

Der 17-jährige Maximilian ist positiv überrascht. „Unkompliziert“ sei der Test und deutlich angenehmer als der, den er vorher schon einmal gemacht hat. Er freut sich über die Testmöglichkeit an der Schule, sie gebe ihm mehr Sicherheit, zum Beispiel, wenn er seine Großeltern treffen will.

Damit ist man auf der sicheren Seite.
Marie (11), Schülerin am Albertus-Magnus-Gymnasium

„Es hat nur ein bisschen gekitzelt“, sagt die elfjährige Marie. Auch sie ist froh über die Testmöglichkeit an der Schule: „Damit ist man auf der sicheren Seite.“ Am schlimmsten sei die rund zehnminütige Wartezeit gewesen, bis auf dem Test das Ergebnis sichtbar wurde. Ein Streifen steht für negativ, zwei bedeuten ein mögliche Infektion mit dem Coronavirus, die aber noch durch einen PCR-Test bestätigt werden muss.

Maries Freundin Anna (11) empfand den Test ebenfalls nicht als unangenehm. Schlimmer sei die Aufregung davor gewesen, erklärt sie: „Es wäre blöd gewesen, wenn ich nicht mehr am Unterricht teilnehmen dürfte.“

Von mehr als 120 Schülern ist keiner positiv

Von den mehr als 120 Schülern, die am Montagvormittag am AMG einen Selbsttest gemacht haben, war nach Angaben von Konrektor Krahn keiner positiv. Am Dienstag steht eine weitere Testrunde an. Das Angebot ist freiwillig, Schüler unter 18 Jahren müssen eine Einverständniserklärung ihrer Eltern mitbringen.

Moritz Krahn zufolge sind gerade die Kleineren noch etwas zögerlich gewesen – er geht aber davon aus, dass die Hemmschwelle sinken wird, wenn die Runde macht, dass die Tests gar nicht so unangenehm sind.

Tests sollen wöchentlich angeboten werden

Getestet werden nach Angaben des Schulleiters Obermann zunächst die rund 400 Fünft- und Sechstklässler und die Schüler der Abschlussklassen, die aktuell im Präsenzunterricht sind. Die Tests sollen fortan wöchentlich angeboten werden.

Zusätzlich haben die Schüler die Möglichkeit, sich in der Albgauhalle testen zu lassen. Jeder Ettlinger hat dort pro Woche Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest. Termine können online unter www.ettlingen.de/coronaschnelltest vereinbart werden.

Zudem gibt es die Möglichkeit, sich ohne Anmeldung testen zu lassen und zwar zu diesen Zeiten: Montag von 9 bis 10.30 Uhr, Dienstag von 10 bis 13.30 Uhr, Freitag von 15 bis 16.30 Uhr, Samstag von 10 bis 13.30 Uhr und ab 25. März auch Donnerstag von 10 bis 13.30 Uhr.

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