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Programmwünsche vorgestellt

Intendantin legt nach: Oper Carmen und ein Psychothriller für die Schlossfestspiele Ettlingen

Sie sprüht weiter vor Ideen – die Intendantin der Schlossfestspiele Ettlingen löste bei der Vorstellung ihrer Pläne für 2022 kein Stirnrunzeln, sondern Vorfreude aus. Welche Klassiker und innovativen Formate Solvejg Bauer für den Festspielsommer anpeilt.

„Carmen“ in Ettlingen: Die Oper von Georges Bizet soll im kommenden Jahr in Ettlingen zu sehen sein. Hier ein Foto von der Aufführung auf der Seebühne bei den Bregenzer Festspielen. Foto: Felix Kästle/dpa

„Ich stehe noch ganz unter dem Eindruck der Spielzeit“, verdeutlichte die Ettlinger Schlossfestspiele-Intendantin Solvejg Bauer, als sie nur wenige Tage danach nun das anvisierte Programm für die Schlossfestspiele 2022 vorstellte.

Verbalen Applaus gab es vom Verwaltungsausschuss des Gemeinderats für die abgelaufene Saison, die mit 88 Prozent Auslastung trotz Corona und nassem Sommer überzeugend über die Bühne ging.

Ich stehe noch ganz unter dem Eindruck der abgelaufenen Spielzeit.
Solvejg Bauer, Intendantin

Eine frohe Botschaft gab es gleich vorab: Die gefeierte royale Rockshow „Killerqueen“ soll auch 2022 aufgrund des großen Erfolges und nach Zusatzvorstellungen im Programm sein. Das Kooperationsprojekt mit der Popakademie Mannheim wolle sie noch erweitern, man dürfe gespannt sein.

Die große dramatische Oper Carmen um die feurige Herzensbrecherin soll ebenfalls im Ettlinger Schloss zu sehen sein. Carmen ist eine der erfolgreichsten und meist aufgeführten Werken des Opernrepertoires. Einbezogen werde hier auch der Bürgerchor der Festspiele.

Mit „7 ½ Cent – Pajama Game“ will die Intendantin ein Musical mit sozialkritischem Hintergrund aufführen. „Das Thema liegt in der Luft.“ Die Geschichte dreht sich um eine Gehaltserhöhung um 7,5 Cent in einer Pyjamafabrik, den Kampf zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft und um die Liebe. Der Tango „Hernando’s Hideaway“ aus dem Stück wurde ein Welthit.

Mackie Messer in Ettlingen

Und es wird kriminell: Mit der Dreigroschenoper steht in Form des Theaterstücks von Bertolt Brecht ein weiterer Klassiker auf der Liste fürs Festspieljahr 2022. Mit Schauspielensemble und einer Combo will Solvejg Bauer die Geschichte um Mackie Messer, den Gangsterboss in der Londoner Unterwelt, inszenieren.

Die Spannung hoch halten dürfte der geplante Psychothriller „Gaslicht“, in der Form eine Premiere in Ettlingen. Hier dürfe sich durchaus gegruselt werden, und somit knüpft die Intendanz an die erfolgreichen Geisterhaus-Abende an, die 2019 schaurig-schön für Gänsehaut zum Schloss-Ambiente sorgten.

Sprüht weiter vor Ideen: Solvejg Bauer, die Intendantin der Ettlinger Schlossfestspiele. Foto: Solvejg Bauer

Beim Familienstück geht selten etwas schief bei den Festspielen, diese sind fast ein Selbstläufer. Das dürfte beim auf dem Plan stehenden Stück Ronja Räubertochter nicht anders sein. Die freche Tochter des Räuberhauptmanns Mattis und die Story mit den Komponenten Abenteuer, Freundschaft und Vaterliebe wirkt anziehend.

Entführung in die „schöne neue Welt“

Dass Solvejg Bauer auch immer wieder zum Mit- und Nachdenken anregen will, zeigt die geplante Romanperformance „Schöne neue Welt“ nach Aldous Huxleys weltberühmter Dystopie. „Interessantes Gedankenmaterial“, betonte die Intendantin.

Weiteres Programm sei in Planung, auf Gespräche und Verhandlungen wird verwiesen. Doch nahm der Ettlinger Verwaltungsausschuss die Vorschläge bereits wohlwollend zur Kenntnis, wenngleich der Gemeinderat dann das letzte Wort hat.

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