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Ordnungsamt verteidigt Maßnahme

Ist Sperrung des Radweges zwischen Ettlingen und Durlach notwendig?

Der Radweg zwischen Ettlingen und Wolfartsweier ist in einem Teilabschnitt gesperrt. Das hätte so nicht sein müssen, sagt ein Radler. Das muss so sein, erklärt das Ettliner Ordnungsamt.

Kein Durchkommen: Die Radwegeverbindung zwischen Ettlingen und Wolfartsweier ist teilweise gesperrt, man muss einen längeren Umweg über die Felder fahren. Foto: Heidi Schulte-Walter

Achim Bischoff aus Karlsruhe ärgert sich und er ist in Sorge: Die seit Monaten andauernde Sperrung des Radwegs an der B3 zwischen der Ettlinger Stadtgärtnerei und dem Hedwigshof findet er zum einen „vollkommen unsinnig”, zum anderen „eine lebensgefährliche Situation”, weil betroffene Radler teilweise auf die viel befahrene Bundesstraße ausweichen würden.

Verlaufen Bauarbeiten „äußerst schleppend?”

In einer Mail an die BNN schreibt er: „Es wäre ein Leichtes, den Radweg nur hälftig abzusperren und den Radfahrern die Durchfahrt zu ermöglichen”. Im übrigen habe er den Eindruck, dass „ die Bauarbeiten äußerst schleppend verlaufen.”

Wir hatten auch während des Corona-Lockdowns nicht wirklich eine Pause.
Werner Seifried, Stadtwerke-Netzgesellschaft

Dem sei nicht so, sagt dazu Werner Seifried von der Netzgesellschaft der Stadtwerke Ettlingen. Sie erneuert seit dem Frühjahr die fast 100 Jahre alte Wasserleitung in der Durlacher Straße, und zwar in verschiedenen Abschnitten. Zunächst einmal zwischen der Stadtgärtnerei und dem Hof von Bauer Klatz und dann weiter in Richtung Wolfartsweier bis zum Haus Durlacher Straße 78. Abgeschlossen sein soll das Projekt bis zum Jahresende.

Die Trasse sei insgesamt 1.400 Meter lang. „Wir liegen im Zeitplan und hatten auch während des Corona-Lockdowns nicht wirklich eine Pause”, so Seifried. Außer der Wasserleitung werde auch ein Strommittelspannungskabel erneuert und es würden Leerrohre für die Breitbandversorgung gelegt. Insgesamt investiert die Netzgesellschaft über eine Million Euro.

Leitungen unter der B3 durchgepresst

Eine Herausforderung sei gewesen, an zwei Stellen Leitungen unter der B3 durchzupressen. Denn: „Wir konnten die Bundesstraße ja nicht sperren.”

Bloß nicht auf die B 3: Das ist für Radler sehr gefährlich. Daher gibt es eine auf dem Plan rot-grün-markierte Umleitung über die Felder im Abschnitt des gesperrten Radwegs. Foto: Stadt Ettlingen/Ordnungsamt

Die Netzgesellschaft habe die Sperrung des Radwegs in einem Teilabschnitt mit dem städtischen Ordnungsamt abgesprochen. „Eine hälftige Lösung kam nicht in Frage, weil auf dem Radweg immer mal wieder Baumaschinen stehen, die das Radfahren unmöglich machen.”

Seifried weiß aber aufgrund entsprechender Reifenspuren, dass die weiß-roten Absperrungen auch umfahren werden und die betreffenden Radler dann ihre Fahrt auf dem eigentlich verbotenen Teilstück fortsetzen. Das passiere häufiger als dass jemand auf die Bundesstraße ausweiche.

Ordnungsamt hält Umleitungsstrecke für zumutbar

Kristian Sitzler, Leiter des Ordnungsamtes, versteht zwar den Unmut mancher Fahrradfahrer, die als Pendler von Ettlingen Richtung Wolfartsweier und Durlach unterwegs sind und es – anders als Freizeitfahrer – eilig haben.

Er sagt aber: „Die Umleitungsstrecke ist zumutbar.” Keineswegs müsse jemand auf die Bundesstraße 3 ausweichen und sich dort in Gefahr bringen. Das Ordnungsamt habe eine Umleitung beschildert (schwarzes Fahrrad auf gelbem Grund).

Sie führt von der Alexiusstraße über den verlängerten Dörnigweg, weiter über die B3-Brücke über Felder bis zum Waldstück etwa auf Höhe des Hedwigshofs. Dort müsse der Radfahrer eine kleine Steigung hoch zur Bundesstraße in Kauf nehmen, wo er wieder auf die vorhandene und geöffnete Radweg-Verbindung nach Wolfartsweier gelange.

Alles in allem handele es sich um gut 500 Meter mehr, die Radfahrer durch die Umleitung übers freie Feld zu bewältigen hätten. „Es gibt dazu keine Alternative”, so Sitzler.

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