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Neuer Bewertungskatalog macht Hoffnung

Kreistag zum ÖPNV in der Region Karlsruhe: Stillgelegte Strecken sollen reaktiviert werden

Ob Ettlingen-West bis Erbprinz oder Graben-Neudorf bis Hochstetten: Die Reaktivierung stillgelegter Schienenstrecken steht auf der Agenda im Landkreis Karlsruhe. Allerdings gibt es auch schlechte Nachrichten für Stadtbahnnutzer.

Hoffen auf die Schiene: Im Landkreis soll der ÖPNV ausgebaut werden. Dabei geht es auch um die Reaktivierung von stillgelegten Strecken. Foto: Klaus Müller

Wenig Chancen auf eine Umsetzung haben die angestrebten Stadtbahnverbindungen Karlsruher Nordring und die Strecke von Ubstadt-Weiher nach Sinsheim. Dies gilt wohlgemerkt für die gegenwärtige Bewertung.

Grundlage dafür waren Potenzialuntersuchungen. Beide Strecken könnten lediglich ein geringes Potenzial vorweisen, fasste Landrat Christoph Schnaudigel das Ergebnis entsprechender Untersuchungen zusammen.

Bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses (Kreistag), der in Spielberg zusammenkam, ging es auch um einen Sachstandsbericht rund um den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV).

Allerdings bedeuten die aktuellen Untersuchungsergebnisse nicht, dass die beiden Strecken endgültig vom sprichwörtlichen Tisch sind. Eine Richtungsänderung in der Bewertung ist in naher Zukunft gar nicht abwegig. Die sogenannte standardisierte Bewertung, nichts anderes als eine Beurteilung des ÖPNV nach festgelegten Kriterien, wird modifiziert.

Vorgaben und Zielsetzungen des Klimaschutzes sollen im Rahmen der Bewertungsrichtlinien höher bewertet werden. „Wir wollen die Neufassung abwarten und danach das weitere Vorgehen festlegten“, schlug Schnaudigel vor. Der Vorschlag fand die Zustimmung des Verwaltungsausschusses.

Landkreis beteiligt sich am barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Bretten

Deutlich konkreter gestaltet sich der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Bretten. Der Landkreis wird sich an der Finanzierung des Vorhabens beteiligen: mit einer 50-prozentigen Kostenbeteiligung am kommunalen Finanzierungsanteil. Eine Landesförderung gibt es nur dann, wenn besagter Anteil der betreffenden Kommune – in diesem Fall Bretten – 20 Prozent beträgt.

Zehn Prozent davon wird der Landkreis übernehmen. Das entspricht einer Kostenbeteiligung von 490.000 Euro. „Die gleiche Reglung muss dann aber auch für andere Städte und Gemeinden gelten, die sich ebenfalls anteilsmäßig am barrierefreien Ausbau beteiligten müssen“, forderte Johannes Arnold (Freie Wähler).

Unterstützung fand der Vorschlag bei Schnaudigel. Künftig, so der Tenor im Ausschuss, wolle man ähnlich verfahren.

Vorhandene Infrastruktur in Ettlingen und der Hardt kann genutzt werden

Auf der „ÖPNV-Agenda“ des Landkreises steht überdies die Reaktivierung stillgelegter Strecken. Der Vorteil: Trassen samt Schienen und, wenn auch nur in Teilen, die notwendige Infrastruktur sind vorhanden. Für solch eine Aktivierung bieten sich unter anderem die Schienenstrecken Ettlingen West – Erbprinz an, sowie die Strecke Graben-Neudorf – Hochstetten („Hardtbahn“) in Verbindung mit der Karlsruher Strecke Neureut – Mühlburg.

Weiter vorangetrieben werden sollen auch der barrierefreie Ausbau der AVG-Schienenhaltepunkte und der zweigleisige Ausbau der Kraichgaubahn S4 zwischen Karlsruhe und Bretten. In diesem Zusammenhang will man die (geplante) Ortsumfahrung Berghausen in die weiteren Planüberlegungen einbeziehen.

Allerdings, und das hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, ist ein sehr langer Atem vonnöten, bis neue Strecken gebaut respektive reaktiviert werden.

Grüne hoffen im Kreistag auf schnelle Umsetzung

Auf eine künftig schnellere Vorgehensweise hofft Carina Baumgärtner-Huber (Grüne), zumal viele Projekte derzeit auf Halde liegen würden. Solange es noch keine Schienen gebe, ließen sich Strecken wie von Bad Schönborn nach Sinsheim über Buslinien verbinden, schlug Tony Löffler (CDU / Junge Liste) vor. Als ein zentrales Zukunftsthema bewertete Gerd Rink (SPD) den ÖPNV. Die Schiene würde dabei einen Teil des Themas Mobilität ausmachen.

Positives wusste Schnaudigel über die Zukunft der Fahrer des insolventen, privaten Bahnkonzerns Abellio zu berichten. Wie aus dem Verkehrsministerium zu hören gewesen sei, sollen die Fahrer vom neuen Betreiber übernommen werden.

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