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Bürgerenergiegenossenschaft

Knatsch um Fotovoltaik auf dem Stadiondach in Ettlingen ist beendet

Die Bürgerenergiegenossenschaft produziert immer mehr Strom aus regenerativer Energie durch Fotovoltaik auf öffentlichen wie privaten Gebäuden. Ein Streit mit der Stadt Ettlingen ist beigelegt.

Imposant: Die Fotovoltaikanlage auf dem Tribünendach im Hans-Bretz-Stadion, die inzwischen fertig ist. Um Zusatzkosten dafür gab es Ärger. Foto: BEG/Scherer

Der Knatsch zwischen der Stadt Ettlingen und der Bürgerenergiegenossenschaft Ettlingen, kurz BEG, über Zusatzkosten für die Fotovoltaikanlage auf dem Tribünendach des Hans-Bretz-Stadions ist offenbar beendet. Bürgermeister Moritz Heidecker bestätigte BNN-Informationen, wonach ein Versäumnis des Planungsbüros vorliegt.

Dieses sei ursächlich dafür, dass die Fotovoltaikanlage zunächst nicht montiert werden konnte. Stattdessen wurden Nachrüstungen erforderlich. Dafür fielen Kosten von rund 55.000 Euro an, über deren Begleichung sich Stadt und BEG - wie berichtet- uneins waren.

Die Stadt wollte zunächst die BEG in die Pflicht nehmen, die das aber ablehnte. Begründung: man habe nichts bestellt und zahle daher auch nichts. Heidecker sieht nach Prüfung und mehreren Gesprächsrunden das Planungsbüro gefordert, die angefallene Rechnung zu begleichen. „Für mich ist der Fall erledigt“, kommentierte der BEG-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Offele.

Anlage auf dem Stadion-Tribünendach geht 2021 in Betrieb

Er wie auch die BEG-Vorstände Steffen Neumeister, Sven Scherer und Thomas Müller freuen sich, dass die Anlage auf dem neuen Tribünendach im Januar 2021 in Betrieb geht. Sie besteht aus insgesamt 235 Solarmodulen mit je 340 Watt Spitzenleistung und somit insgesamt knapp 80 Kilowattpeak. Erzeugen wird sie etwa 76.000 Kilowattstunden Strom im Jahr, eine Größenordnung, die zur Versorgung von 25 Haushalten reicht.

Geplant, beziehungsweise, im Bau befinden sich weitere Fotovoltaikanlage in Ettlingen: auf dem neuen Mensagebäude am Schulzentrum., auf dem Kindergarten am Festplatz und der dortigen neuen Wohnbebauung. Die entsprechenden Dach-Pachtverträge will die BEG mit der Stadt zeitnah abschließen.

300 Mitglieder halten Anteile an der Genossenschaft

Geprüft werden weitere PV-Anlagen mit zusätzlich rund 350 Kilowattpeak Leistung auf dem Eichendorff-Gymnasium, der Wilhelm-Lorenz-Realschule, der Bürgerhalle in Ettlingenweier, dem Kindergarten Vincentius II und einem Mehrfamilienhaus in Oberweier.

Um die Investitionen zu schultern, benötigt die BEG Thomas Müller zufolge keine Darlehen, sondern setzt die Einlagen der Mitglieder dafür ein. Die 2012 gegründete BEG hat derzeit 300 Mitglieder ( 2019: 204). Wer sich an der BEG beteiligen will, erwirbt Anteile (Minimum 100 Euro, Maximum 20.000 Euro je Mitglied).

Mehr Strom aus regenerativer Energie erzeugt

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019, so Josef Offele, wurden insgesamt knapp 875.000 Kilowatt Strom durch erneuerbare Energien gewonnen, das entsprach einem Plus von 2,8 Prozent im Vergleich zu 2018.

Für 2020 erwartet der Aufsichtsratsvorsitzende eine weitere Steigerung in der Stromerzeugung auf dann 925.000 Kilowattstunden. Hierdurch ergibt sich eine Reduzierung des Kohlendioxidemission von gut 650.000 Kilo. Ende 2019 waren 29 Anlagen in Betrieb, zwei mehr als 2018.

Für 2022 streben wir 2.000 Kilowattpeak Leistung an.
Josef Offele, BEG-Aufsichtsratsvorsitzender

2020 kamen Installationen auf dem Stadion, der Fahrzeughalle der Stadtwerke und auf einem Gebäude der Baugemeinschaft hinzu. Die Gesamtleistung der Fotovoltaikanlagen betrug 2019 mehr als 1.000 Kilowattpeak.

„Zum Zehnjährigen 2022 wollen wir das verdoppelt haben “, formulierte Offele ein ehrgeiziges Ziel. Da die BEG 2019 einen Jahresüberschuss von knapp 19.000 Euro erwirtschaftete, zahlt sie ihren Mitgliedern auch eine Dividende: Sie beträgt zwei Prozent.

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