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Ausfälle durch Corona

Die Anmelde-Welle für Anfänger-Schwimmkurse bei der DLRG in Malsch ebbt nicht ab

Die Wartelisten für Anfänger-Schwimmkurse waren schon sehr lang – die Corona-Pandemie mit Hallenbad-Schließungen hat das Problem noch verschärft. Die DRLG-Ortsgruppe Malsch versucht die Kurse abzuarbeiten.

Zu Beginn der einstündigen Übungseinheit des Nichtschwimmer-Kurses der DLRG Malsch strampeln die Kinder sich warm. Foto: Jürgen Hotz

Plötzlich ist der Sommer zurück mit luftfeuchten 28 Grad – zumindest in der Schwimmhalle der Malscher Hans-Thoma-Schule, wo Werner Nothtroff, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Malsch, am Dienstagnachmittag den Anfängerschwimmkurs für Kinder ab fünf Jahren leitet.

„Generation Nichtschwimmer ist vielleicht übertrieben“, sagt Nothtroff. Dennoch sei es „ein Riesenaufwand“, 16 Trainingsgruppen personell mit je vier Betreuern abzusichern. Bei der Sommerkampagne habe man in nur vier Wochen 44 Kindern das Schwimmen gelernt. Dennoch stünden noch um die 60 Kinder auf der Warteliste.

In den Frühschwimmkursen geht die DLRG behutsam ans Werk. „Wir fangen bei null an, die Kinder sollen sich zunächst an das Wasser gewöhnen“, erläutert der Schwimmleiter. Am Verhalten der Kinder sehe man sofort, ob von den Eltern der Badbesuch gefördert würde.

Kindern lernen bei Kursen der DLRG in Malsch spielerisch das Schwimmen

„Es ist ein Muss, dass Kinder schwimmen lernen – das ist wie schreiben lernen“, sagt Sabrina Huskic, die selbst jahrelang in der DLRG war und ihre Tochter Larissa (6) begleitet. Sie habe – wie den Eltern empfohlen wird – ihre Kinder gleich nach der Geburt angemeldet. Corinna Hatzfeld ist mit Sohn Tim (7) gekommen: „Ich habe selber bei Werner das Schwimmen gelernt.“ Jetzt ist sie Übungsleiterin im Tauchverein.

„Luisa hat viel Spaß, weil der Unterricht spielerisch angepackt wird“, sagt ihre Mutter, Julia Rauch. Gut sei, dass die Sicherheit im Wasser gefördert werde. Dabei stand 2012 die Schließung des Hallenbades zur Disposition, über eine Unterschriftenaktion sei man „zur Besinnung gekommen“, so Nothtroff.

Warteliste für Anfänger-Schwimmkurse in Malsch durch Corona noch länger

Vor der Pandemie habe man halbjährlich 14 bis 16 Kindern Schwimmunterricht erteilt. Aufgrund der aktuellen Auflagen können die Schwimmlehrer nun den Anfängerkurs vom März 2020 in drei Gruppen mit je acht Kindern beenden. Und die Nachfrage ist weiter enorm, was sich in der langen Warteliste widerspiegelt.

In manchen Ortsgruppen betrug die Wartedauer schon vor der Pandemie drei Jahre.
Luca Wernert, DLRG-Pressesprecher

„In manchen Ortsgruppen betrug die Wartedauer für einen Anfänger-Schwimmkurs schon vor der Pandemie drei Jahre. Nun werden noch zwei Jahre durch Corona dazu addiert“, sagt Luca Wernert, DLRG-Pressesprecher des Stadt- und Landkreises Karlsruhe.

Nothtroff hofft, dass im Oktober der normale Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Bei dem Schwimmkurs wird er von den beiden 15-jährigen Marie Hörig und Paula Reichel unterstützt, die das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber haben. Beide sind mit Freude bei der Sache: „Die Kinder haben alle haben Lust zu schwimmen.“

Corinna Hatzfeld und eine weitere Mutter schwimmen auch mit, sodass eine Betreuungskraft auf ein bis zwei Kinder kommt. Zusätzlich überschaut ein Vater als Elternhelfer vom Beckenrand aus das Geschehen.

Nach dem bestandenen Seepferdchen gilt es, weiter Schwimmen zu üben

Um 17.45 Uhr wird es laut in der Schwimmhalle. Je vier Kinder auf einer Schwimmmatte strampeln das Wasser zu weißem Schaum auf und treiben wie Außenbordmotoren die Matten durch das 12,5-Meter-Becken. „Dran denken: Finger zusammen“, sagt der Schwimmlehrer zu seinen Schülern. Corinna lässt mit Schwimmnudeln üben: „Mach dich flach wie Papier!“ Nothtroff im Wasser und ein Mädchen am Beckenrand halten sich an einem roten Ring. Dann springt sie, taucht auf – und lacht.

Dann ist Zeugnisausgabe für die Frühschwimmer. Nothtroff verteilt den begehrten Stoffaufnäher mit dem Seepferdchen in Orange auf Weiß. Mira, Tim, Larissa, Noah, Nico, Luisa und Alexa haben den Sprung vom Beckenrand gemeistert und sind 25 Meter am Stück geschwommen, haben erfolgreich einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser ertaucht.

„Das Seepferdchen ist ein Anfang“, sagt Christine Sell, die Sohn Nico abholt. Jetzt müsse weiter geübt werden, um sicher zu werden. Nico ist sich derweil noch nicht sicher, ob das Seepferdchen auf die Badehose soll: „Vielleicht ans Käppi?“

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