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Kritik an stockenden Vorhaben

Malscher Bürgermeister-Kandidat Markus Bechler will mehr „Wir-Gefühl“

15.000 Bäume im Jahr pflanzen, Verwaltungsabläufe digitalisieren, erneuerbare Energien voranbringen: Das sind Dinge, die sich Markus Bechler vorgenommen hat, wenn er am 13. Juni zum neuen Malscher Bürgermeister gewählt wird.

Natur- und heimatverbunden: Markus Bechler wohnt noch immer in dem Haus in Malsch, in dem er aufgewachsen ist. Erneuerbare Energien und Digitalisierung sind Themen, die ihm am Herzen liegen. Foto: Julia Trauden

Er war der letzte der drei ernstzunehmenden Kandidaten, der seine Bewerbung öffentlich gemacht hat, doch der Plan stand schon länger. „Seit eineinhalb oder zwei Jahren ist das Thema im Werden“, sagt Markus Bechler (Freie Wähler) zu seinen Ambitionen, Bürgermeister der Gemeinde Malsch zu werden.

Der Entschluss sei „nach und nach gereift“, auch weil er immer wieder von Bekannten darauf angesprochen worden sei, ob er das Amt ergreifen wolle.

Der Zeitpunkt sei der richtige, erzählt der Informatiker am Esstisch seines Elternhauses, in dem er heute mit seiner Frau und der 71-jährigen Mutter wohnt: „Ich bin vor Kurzem 50 geworden, habe die nötige Reife und Ruhe. Außerdem sind die Kinder aus dem Haus.“

Bechler: Abläufe im Rathaus in Malsch müssen effizienter werden

Was er als Bürgermeister erreichen möchte? Die Digitalisierung ist ihm wichtig. Bestimmte Behördengänge sollten auch online ermöglicht werden. Zudem will der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, der seit zwölf Jahren im Gemeinderat sitzt, Abläufe im Rathaus verschlanken, damit Anfragen schneller und effizienter abgearbeitet werden können.

Möglich wäre dies mit einem „Ticketsystem“, das Mitarbeitern oder Bürgern ermöglicht zu sehen, wie weit die Bearbeitung eines Themas ist und wer sich damit beschäftigt, erklärt er.

Insgesamt brauche die Verwaltung eine bessere Steuerung – damit Vorhaben nicht, wie so oft geschehen, ins Stocken geraten. „Ich will endlich, dass Themen wieder umgesetzt werden“, sagt Bechler. Dafür müsse man Prioritäten setzen, Mitarbeiter besser lenken.

Ein Thema, das strukturierter und hartnäckiger verfolgt werden müsse, sei ein Verkehrskonzept für die Gemeinde, ein weiteres die Suche nach umweltfreundlicheren Energiegewinnungsmodellen. Ob Solarenergie oder Erdwärme – das Potenzial sei da, man sollte es eben nur nutzen. Eine Klimawerkstatt, wie sie im November erstmals von Fraktionen und der Energieagentur des Landkreises abgehalten wurde, könne die Planungen begleiten.

Malscher Bürgermeisterkandidat Bechler für ein besseres Miteinander

In die Umsetzung von Vorhaben will Bechler die Bürger mehr einbinden, etwa bei Baumpflanzaktionen für das Klima. Dadurch könne man das Miteinander, „das Wir-Gefühl stärken“, so der 50-Jährige.

Die Wohnraumproblematik könne durch die Gründung einer kommunalen Wohnbaugesellschaft entschärft werden. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass das Vermieterdasein oft mit Ärger und manchmal mit langwierigen, juristischen Streitfällen verbunden sei. Wenn man diesen Verwaltungsaufwand vom Vermieter auf eine kommunale Gesellschaft übertrage, sei die Bereitschaft, Wohnraum freizugeben, vermutlich höher.

Ich bin dafür, nach außen zu gehen.
Markus Bechler zum Wachstum der Gemeinde

Der benötigte Platz könne aber nicht allein durch Innenverdichtung geschaffen werden. „Ich bin dafür, nach außen zu gehen“, so Bechler. Die Gemeinde müsse „moderat wachsen“. Nicht nur junge Familien bräuchten Platz, sondern auch Firmen. „Die platzen aus allen Nähten.“

Belebung des Kernorts in Malsch und Stärkung des dörflichen Charakters

Die Leerstände im Einzelhandel – unter anderem haben ein Schuhgeschäft und ein Spielwarenladen geschlossen – sind Bechler schon länger ein Dorn im Auge: „Das geht mir nicht erst seit Corona an die Nieren.“ Er will einen Innenstadtberater herbeiziehen, um Strategien zur Belebung des Kernorts zu erarbeiten.

Im Fall Pfarrer Anton Böhe und den gegen ihnen vorgebrachten Gewaltvorwürfen rät Bechler, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, bevor mögliche Konsequenzen gezogen werden. „Ich kenne Böhe nicht so, wie es derzeit in der Presse steht“, sagt er. Als Messdiener habe er ihn als „guten Menschen“ erlebt, ihn als Student noch im Pflegeheim besucht.

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