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Vor der Bürgermeisterwahl

Mischwasser und Windkraft sind bei Kandidaten-Vorstellungsrunde in Malsch-Sulzbach Thema

Von einer „Trutzburghaltung im Rathaus“ wurde unter anderem bei der Kandidatenvorstellung in Sulzbach vor der Malscher Bürgermeisterwahl gesprochen. Fragen nach dem Umgang mit den Bürgern wie auch zur Zukunft der Quellennutzung oder Nahversorgung wurden beantwortet.

Den drei Bewerbern für die Malscher Bürgermeisterwahl wurden in Sulzbach viele Fragen gestellt. Eine Firma aus Bühl übertrug alles ins Internet. Foto: Rainer Obert

Vor dem Auftritt in Völkersbach am Mittwochabend präsentierten sich die Bürgermeisterkandidaten am Dienstag in Sulzbach.

Knapp 40 Bürger lauschten in der Sulzbacher Freihofhalle den Worten der Bürgermeisterkandidaten, denen nach der Formulierung ihrer Einstellungen und Ziele etwa zum Mischwasser-Projekt, der fehlenden Nahversorgung, der Windkraft und zum Zustand der Rathausverwaltung auf den Zahn gefühlt wurde.

Die Probleme mit Hängern bei der Live-Übertragung der Veranstaltung im Internet scheinen indes behoben. „Wir hatten keine Probleme“, resümierte Frank Schäfer von Acoustics Veranstaltungstechnik. In der Spitze wurde zwischen 400 und 500 Zugriffe auf den Livestream gezählt.

Bürgermeisterwahl Malsch: Vierter Bewerber Speitelsbach lässt sich nicht blicken

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der sich landauf landab bewerbende und selten gesehene vierte Bewerber Samuel Speitelsbach fehlte auch in Sulzbach. „Herr Speitelsbach, sind Sie hier?“, rief Wahlausschussvorsitzender Werner Scherer in den Saal. Er war es nicht. So trat nach der ausgelosten Reihenfolge Amtsinhaber Elmar Himmel (SPD) zuerst ans Rednerpult, gefolgt von Markus Bechler (Freie Wähler) und Wolfgang Scharer (CDU).

In den Fragerunden an die Kandidaten wurde das Thema Quellennutzung und Mischwasser für Sulzbach angesprochen und eine Umsetzung gefordert. Himmel erklärte, dass man in der Reihenfolge der Projekte zur Wasserversorgung „umgeswitcht“ habe und Waldprechtsweier nun zunächst zur Sicherheit eine zweite Leitung für Zweckverbandswasser bekommen soll (wir berichteten), da man bisher nur von Quellwasser abhängig ist, die speziell im Sommer weniger liefert.

Bürgerin beklagt bei Kandidatenvorstellung fehlende Einkaufsmöglichkeiten in Sulzbach

Der Grundsatzbeschluss, dass Sulzbach wie Völkersbach seine Quelle nutzen soll, stehe noch. Die Schüttung müsse man im Auge behalten. Bechler reagierte auf den Vorwurf „Hinhaltetaktik der Gemeinde“, dass er das Projekt weiter angehen wolle. Wolfgang Scharer meinte: „Dass so etwas 15 Jahre dauert, ist ein Unding.“ Man brauche einen aktuellen Stand, so könne man nicht weiter machen.

Wir haben nichts zum Einkaufen mehr.
Bürgerin, zur Nahversorgung in Sulzbach

Eine Bürgerin aus dem knapp 1.000-Einwohner-Dorf klagte: „Wir haben nichts zum Einkaufen mehr, nicht mal einen Bäcker.“ Falls etwas entsteht, müsse auch eingekauft werden, betonte Himmel. Werde das beherzigt, „würde man mehr hinbekommen“. Ein Bäcker habe mangels Umsatz in der Vergangenheit geschlossen.

Bechler setzt Hoffnungen in einen „durch Zuschüsse mitbezahlten Innenstadtberater“, der auch Ideen für Sulzbach anstoßen könnte. Scharer wurde zu diesem Punkt nicht befragt, hatte aber zuvor schon schon eine Bürgerstiftung ins Spiel gebracht, die in diverse Richtungen wirken könne.

Thema Windkraft weiter in den Köpfen – Kritik am Umgang mit den Bürgern

Zum Thema Windkraft in Malsch erklärte Himmel, die Energieform sei „weniger prioritär“, er sehe eher Projekte wie Wärmewände, Nahwärme, Fotovoltaik. Bechler hatte schon im Vorfeld Windkraft im Wald abgelehnt, andere Energieprojekte favorisiert. Scharer sieht angesichts der anstehenden Landesförderung eine Abwägung „kluger Eingriffe im Verhältnis zum Nutzen“, wobei er den Bergwald nicht für geeignet halte.

Bürger nutzten die Fragerunden ausgiebig, um in der Sulzbacher Freihofhalle die Meinung der drei Bürgermeisterkandidaten zu erfahren. Foto: Rainer Obert

Zum Thema Motivation im Rathaus und Führung meinte Himmel: „Viele ziehen inzwischen im Rathaus und Bauhof mit, wie ich mir das vorstelle.“ Eine Schwäche von ihm sei „eine gewisse Ungeduld“.

Ausgelöst durch das Thema Windenergie habe es im Gemeinderat ab 2012 leider eine über dreijährige „Blockade“ im Gemeinderat gegeben. Bechler plädierte für „offenen Umgang mit Informationen“. Ein Schwerpunkt sei das offene Rathaus und herangetragene Probleme sollten „gezielt abgearbeitet werden“. Scharer sprach von teils herrschender „Trutzburghaltung im Rathaus“. Er wolle die Haltung gegenüber Bürgern verbessern, aber auch wissen, warum sich Mitarbeiter so verhalten.

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