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Spezialfirmen müssen ran

Hochdruck-Hauptgasleitung in Malsch muss verlegt werden

Ein gut genutzter Radweg, der plötzlich gekappt wurde, sorgt in Malsch für Diskussionen. Die Streckenlücke, die beim dortigen Gewerbegebiet schon seit langem klafft, hängt auch mit einem geplatzten Bebauungsplan zusammen.

Gekappter Radweg: Bei der Ausfahrt der Firma Eckerle am Malscher Gewerbegebiet endet der von der L608 kommende Weg. Radfahrer suchen sich ihren Weg in den Kernort. Foto: Sabine Röwer

Das gescheiterte Projekt der Bebauung des Geländes der ehemaligen Papierfabrik zieht in Malsch eine weitere Baustelle nach sich.

Der gekappte Radweg zwischen Neumalsch und Malsch wird schon lange diskutiert und soll nun Mitte kommenden Jahres auf neuer Route verlegt werden, um die ungeregelte Wegführung abzulösen und die Lücke zu schließen.

Für wenige 100 Meter Radweg rechnet man mit Kosten von 700.000 Euro.

Gekappter Radweg ist schon lange Thema

Der Gemeinderat stimmte der Verlegung einstimmig zu, seit Jahren ist der plötzlich endende Weg ein Ärgernis. Schon im Oktober 2020 hatte die Grünen-Fraktion eine sicherere Variante gefordert, zuletzt dies nochmals untermauert und auf Unübersichtlichkeit und Gefahren hingewiesen. Der Bebauungsplan „Ehemalige Papierfabrik“ sah eigentlich die Wiederherstellung des Radwegs entlang der L608 vor.

Aus dem Bebauungsplan wurde ebensowenig etwas wie aus dem Radweg-Bau. Für die Erweiterung des Pumpensysteme-Herstellers Eckerle wurde der eigene kleine Bebauungsplan „Altes Gaswerk“ aufgezäumt. „Als Eckerle bauen wollte, wurde der Radweg gekappt“, so Bürgermeister Markus Bechler (Freie Wähler) im BNN-Gespräch.

Eckerle habe das Gemeindegrundstück bekommen, gebaut, aber noch nicht bezahlt. Das hänge jedoch mit der Erstellung des Bebauungsplans zusammen. Bei der Firma sieht er keine Schuld. Im Januar finde wieder ein Gespräch mit Eckerle statt. Bisher habe auch der Gemeinderat warten wollen, bis die Zahlung erfolgt ist – nun werde der Radweg aber eben schon mal angegangen.

Dort laufen momentan die Leute auf der Straße.
Karlheinz Bechler, Fraktion BfU/Grüne

Der Radweg endet jedenfalls an der Eckerle-Zufahrt beziehungsweise der Ausfahrt aus dem Industriegebiet und sei dem sonstigen Verkehr untergeordnet, so beschreibt Grünen-Fraktionschef Karlheinz Bechler die Lage. „Radfahrer müssen in einer unübersichtlichen Kurve auf eine Straße auffahren, die stark durch Schwerlastverkehr genutzt wird.“

Er wünscht sich einen Radfahrstreifen und einen Geh- und Radweg. „Damit auch die Bushaltestelle erschlossen wird. Dort laufen momentan die Leute auf der Straße.“ Er selbst fahre die Strecke täglich per Rad auf dem Weg zur Arbeit, sagt Bechler.

Die weitere „Umleitung“ suchen sich die Menschen aktuell durchs Gewerbegebiet. Hier gilt das Zusammentreffen von viel Lastwagenverkehr mit der Rad-Route als nicht ungefährlich. Das Nadelöhr über die Bahnlinie in Richtung Kernort ist am Ende die Unterführung am Malscher Bahnhof.

Mit der Planung der Verlegung des Radwegs und der vorhandenen Leitungen wurde jetzt das Ingenieurbüro Wald + Corbe beauftragt. Warum kostet das Projekt stattliche 700.000 Euro? Größter Batzen bei den Kosten werden die notwendigen Leitungsverlegungen sein, macht Ortsbaumeister Jörg Janetzky auf BNN-Anfrage deutlich.

Im Sommer sollen die Arbeiten laufen

Diese umfassen zum einen die Hochdruckgasleitung, die ganz Malsch versorgt. Spezialfirmen müssen zum Einsatz kommen. Dazu kommt noch die Verlegung von Glasfasersträngen im Boden. Alles läuft bisher unter dem Eckerle-Grundstück und muss dort weg – auch mit Blick auf eine mögliche künftige Überbauung.

Ortsbaumeister Janetzky geht davon aus, dass nach Vergabe der Arbeiten spätestens zwischen Juni und August die Arbeiten beginnen können.

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