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Beliebtes Ausflugslokal bei Völkersbach

Eigentümer denken über Verkauf nach: Was wird aus dem Rimmelsbacher Hof bei Malsch?

Das idyllisch gelegene Ausflugslokal auf einem Plateau oberhalb von Schöllbronn ist bei Wanderern beliebt und in der ganzen Region bekannt. Nach Jahrzehnten steht nun der Verkauf in Aussicht. Ob die derzeitigen Pächter bleiben, ist unklar.

Dietmar und Christine Karstens sind seit 14 Jahren Pächter des Rimmelsbacher Hofs. Verlängern wollen sie den Vertrag nicht mehr. Foto: Julia Trauden

Das Gras ist saftig grün, auf der Weide nebenan traben die Pferde und wenige Meter weiter beginnt der Wald: Wer das Idyll in der Natur sucht, der ist beim Rimmelsbacher Hof zwischen Ettlingen-Schöllbronn und Malsch-Völkersbach genau richtig. Seit Jahrzehnten können Einheimische und Ausflügler hier einkehren oder Feste feiern.

Bald könnte sich das jedoch ändern. Wie einer der Eigentümer des Gebäudes auf Nachfrage bestätigt, ist über kurz oder lang ein Verkauf geplant. „Vielleicht in ein, zwei oder drei Jahren“, sagt er. „Wenn’s passt, dann sind wir für alles offen.“

Das Gebäude gehört inzwischen schon der dritten Generation, also den Enkeln des Mannes, der den Hof aufgebaut hat. Die vier Brüder haben inzwischen selbst Kinder – und stellen sich die Frage, wie es mit dem Anwesen weitergehen soll, wenn einer von ihnen nicht mehr da ist. Sie wollen etwaige Erbstreitigkeiten vermeiden.

Ein Makler sei beauftragt worden, erklärt einer der Brüder, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Wir hatten schon einige Anfragen.“ Ein junges Pärchen, das der Stadt den Rücken kehren wollte, habe Interesse angemeldet, zwei andere seien mit der Idee an ihn herangetreten, dort Eventgastronomie einzurichten.

Umnutzung des Rimmelsbacher Hof in Ferienwohnungen oder Wohnungen?

Bei der Gemeinde Malsch haben die Eigentümer eine Bauvoranfrage für eine Nutzungsänderung von Gastronomie in Wohnungen oder Ferienwohnungen gestellt – einfach um zu sehen, was möglich wäre, erklärt der bereits Erwähnte. Vor allem auf dem Land habe es die Gastronomie zunehmend schwer, deshalb wolle man andere Optionen ausloten.

Eine Entscheidung über die Bauvoranfrage wurde vom Technischen Ausschuss jedoch vor kurzem vertagt, weil noch die Meinung des Völkersbacher Ortschaftsrates eingeholt werden soll. Christine und Dietmar Karstens, die den Rimmelsbacher Hof seit 14 Jahren gepachtet haben, würden dort gerne noch ein paar Jahre bleiben – „wenn die Harmonie mit dem neuen Eigentümer stimmt“, sagt Christine Karstens.

Wir wollen nicht mit aller Gewalt hier bleiben, aber auch nicht um jeden Preis hier weg.
Christine Karstens, Pächterin des Ausflugslokals

Um jeden Preis wollen sie und ihr Ehemann nicht an dem Lokal festhalten. Zumal es für die Hotelfachfrau und den Koch, die sich an der Hotelfachschule in Heidelberg kennengelernt haben, immer schwieriger wird, Personal für ihr Restaurant zu finden. Vier Festangestellte – zwei für den Service und zwei für die Küche – arbeiten in dem Lokal, sie wohnen in den Räumen über dem Gastraum. Zwei Mitarbeiter könnten sie noch gebrauchen, „aber wir finden keine“, sagt Christine Karstens.

2020 war trotz der Corona-Krise ein gutes Jahr

2020 hat das Paar den Urlaub ausfallen lassen, um die fehlenden Einnahmen aus der Zeit der coronabedingten Schließung auszugleichen, auch ihre Angestellten verzichteten. „Es war ein sehr gutes Jahr“, blickt Dietmar Karstens zurück. Im Frühjahr hätten die Leute ihnen die Bude eingerannt – und das, obwohl es nur Essen „to go“ gab.

„Die saßen hier auf der Wiese, haben sich ihr Besteck und Getränke mitgebracht, manche haben den Gänsebraten auch einfach direkt im Auto gegessen.“ Aktuell läuft es mit dem Essen zum Mitnehmen etwas durchwachsener.

Wir haben Tradition und Genuss verbunden.
Christine Karstens, Pächterin des Ausflugslokals

Wenn die Karstens den Rimmelsbacher Hof verlassen müssen, dann auf jeden Fall auch mit einem weinenden Auge. Als sie 2007 kamen, haben sie das Lokal ganz neu eingerichtet, ein neues Konzept für Speisen und Getränke erarbeitet. „Wir haben Tradition und Genuss verbunden“, sagt Christine Karstens.

Pachtvertrag soll nicht mehr verlängert werden

Sechs Jahre läuft ihr Pachtvertrag noch. Danach, sagen sie, „verlängern wir sicher nicht mehr“. Sollte vorher jemand anderes das Lokal übernehmen oder etwas komplett Neues aus dem Gebäude machen, wollen sie sich etwas anderes suchen. Denn ganz aufzuhören, das kommt für die 54-Jährige und ihren 58-jährigen Partner derzeit noch nicht in Frage.

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