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Kandidaten-Vorstellung

Erster Schlagabtausch im Ringen um die Macht im Malscher Rathaus

Die erste Kandidaten-Vorstellung zur Malscher Bürgermeisterwahl war ein Schlagabtausch. Im Bürgerhaus hatten die Gegenkandidaten von Amtsinhaber Elmar Himmel viele Verbesserungsvorschläge.

Wollen die Wahl gewinnen: Im Malscher Bürgerhaus stellten die Kandidaten Markus Bechler, Elmar Himmel und Wolfgang Scharer (von links) sich und ihre Ziele vor. Foto: Werner Bentz

Vier stehen auf dem Stimmzettel, drei kamen zur ersten Kandidatenvorstellung vor der Malscher Bürgermeisterwahl am 13. Juni. Gespannt auf die Präsentationen waren rund 80 Besucher im Bürgerhaus und ungezählte weitere daheim vorm Bildschirm, die den Livestream auf der Gemeinde-Internetseite mitverfolgten. Dauerkandidat Samuel Speitelsbach aus Ravenstein tauchte nicht auf.

Für einen Sitzplatz bei den Vorstellungsrunden konnte man sich im Vorfeld anmelden. Corona-bedingt wurde das Platzangebot schon auf 180 begrenzt, doch meldeten sich noch weniger Menschen an.

Für den Livestream auf der Gemeinde-Seite hat man eine Bühler Firma ins Boot geholt, der bis zum Wahlsonntag dort anzuschauen ist. Moderator Trudpert Wipfler drückte die Hoffnung auf „Respekt und Wertschätzung“ der Kandidaten untereinander aus. Hitzig wurde es nicht.

Keiner der Bürgermeister-Kandidaten will Windkraft im Bergwald

„Hier steht ein Malscher. Hier bin ich aufgewachsen und daheim“, betonte Bewerber Markus Bechler (Freie Wähler). Die Gemeinde Malsch sei für ihn Verpflichtung und Herzenssache. Der Fraktionschef der Freien Wähler im Gemeinderat forderte besseres Miteinander. „Gemeinsam können wir viel mehr.“ Bürgersprechstunden in den Ortsteilen wolle er etablieren.

„Kritikfähigkeit gehört zu meinen Stärken.“ Das Rathaus müsse wieder mehr als Dienstleister erkennbar werden. Beim Bauen stehe er für maßvolle Innenverdichtung, den Dorfcharakter im Blick behaltend.

Auf eine Bürgerfrage zur Waldzukunft erklärte Bechler wie die anderen, dass Windkraft im Wald nicht infrage komme – grüne Projekte wie eine Biomasse-Anlage indes durchaus. In Sachen Blick auf die Verschuldung fehle es noch an „Komplettübersicht aller Projekte“. Unschöne Leerstände im Ort seien ein Problem, aber auch ein sensibles Thema.

Die Frage der Mitarbeitermotivation im Rathaus von Malsch

Kandidat Elmar Himmel (SPD) betonte, dass „viele Ziele in 16 Jahren als Bürgermeister verwirklicht wurden“. Malsch habe sich gut entwickelt. Er wolle ein „verlässliches Nachdenken über Malsch nach Corona“. Man solle „nicht Stimmungen hinterherlaufen, sondern Lösungen suchen“. Polemik sei kein Weg für Zusammenarbeit. Er erwähnte das vorliegende Konzeptpapier „Wohnen und Bauen“. Bezahlbarer Wohnraum und Klimaschutzstrategie seien zu vereinen.

Auf die Frage nach dem hohen Schuldenstand erklärte Himmel, dass dieser höher war, als er 2005 erstmals gewählt wurde. In den vergangenen Jahren habe man investiert, wo man investieren musste.

Bei der Digitalisierung sehe er Handlungsbedarf, auch gegen Hacker-Angriffe. Für den Wald seien weitere Bäume zu pflanzen und er wolle die Gestaltung des gesamten Naherholungsgebiets Bühngelände angehen. Es brauche für Malsch „Erfahrung und Kontinuität“.

Alle drei Kandidaten haben viele neue Vorschläge für Malsch

„Ich bin von ganzem Herzen Mälscher“, erklärte Kandidat Wolfgang Scharer (CDU). Mit Familie wieder 2017 nach Malsch zurückgekommen, habe er „Abweisung und Vertröstung“ in Sachen Kindergarten Villa Federbach erlebt. Das sei für ihn ein Signal gewesen. Insgesamt bleibe „Malsch hinter seinen Chancen zurück“. Ordnungsdienst und Verknüpfung mit dem Polizeiposten seien wichtig für das Sicherheitsgefühl.

Malsch solle für „Bürgerbeteiligung und Transparenz stehen“. Beim Naherholungsgebiet Bühngelände sei viel mehr möglich. Für ein Miteinander von Autos, Lkw, Fahrrädern und Fußgängern brauche es dringend ein Verkehrskonzept.

Eine Bürgerin sprach den Begriff „Festung Rathaus“ und die Mitarbeitermotivation an. Wie wolle er hier einwirken? „Respekt und Wertschätzung“ seien ein Schlüssel. Zur Frage der Digitalisierung erklärte er, dass künftig auch Videokonferenzen ein Mittel sein können – ohne direkten Kontakt zu vernachlässigen.

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