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Ortschaftsrat lehnt Projekt ab

Wie eine nicht gebaute Treppe in Malsch-Waldprechtsweier für Unruhe sorgt

Eine Treppe sollte im Malscher Ortsteil Waldprechtsweier einen Fußweg verkürzen und den Schulweg sicherer machen. Doch die ist zu teuer. Ist die Diskussion damit beendet?

Haus, Hang, Bäume
Aufwändig und teuer: Rund zehn Meter Höhenunterschied hätte die Treppe am steilen Hang überwinden müssen. Foto: Anne-Rose Gangl

Im Malscher Ortsteil Waldprechtsweier kehrt wieder Ruhe ein – zumindest was die schon lange diskutiere Treppenanlage als Verbindung vom Baugebiet „Rotäcker“ zur Karl-Baumann-Straße betrifft. In der gut jüngsten Ortschaftsratssitzung sprach sich die Mehrheit des Gremiums bei einer Gegenstimme für die endgültige Einstellung des Projektes über das gemeindeeigene Grundstück aus.

Immer wieder wurde der Wunsch nach dieser Treppenanlage sowohl im Ortsgremium als auch im Malscher Gemeinderat diskutiert. Bereits in den vorbereitenden Planungen zur Erschließung des Neubaugebietes im Jahr 2010 wurde eine solche Verbindung, die nicht in den Erschließungskosten beinhaltet war, in Aussicht gestellt.

Erste Variante scheitert an Einspruch eines Anwohners

Das Vorhaben scheiterte damals am Einspruch eines Anwohners, über dessen Grundstück unmittelbar am Wohnhaus vorbei die Treppe geführt worden wäre. Diese Entscheidung des Grundstückseigentümers sei nachvollziehbar, denn es gehe um seine Privatsphäre, zeigte Bauamtsleiter Klaus Litzow in der Sitzung Verständnis für den Anwohner.

Die Gemeinde erwarb südlich ein Grundstück und ließ die Machbarkeit einer Treppenanlage untersuchen. Es handelt sich um zehn Meter Höhenunterschied von der Busfreifläche in der Karl-Baumann-Straße bis zum Spielplatz im „Rotäcker“. Notwendig gewesen wäre eine Treppe von 26,5 Metern Länge und 67 Stufen mit kleinen Zwischenpodesten.

Die Wahrheit brachte jedoch ein geologisches Gutachten ans Licht, denn im brüchigen Buntsandstein-Untergrund in den stark geneigten Hang hätten zur zwingend notwendigen Hangsicherung zehn Meter lange Pfähle eingeschlagen werden müssen. Die Kostenschätzung für die Treppenanlage lag im August bei rund 276.000 Euro. Ein vom Ortschaftsrat zwischenzeitlich beauftragter Ingenieur hatte die Kosten sogar auf rund 600.000 Euro prognostiziert.

Treppe in Malsch würde Fußweg um 367 Meter verkürzen

Litzow verwies zudem auf den eingeschränkten Nutzerkreis einer solchen nicht barrierefreien Treppe, die lediglich 367,5 Meter Fußweg einspare. Engagierter Befürworter einer solchen Treppenanlage war Werner Messinger (Freie Wähler), der gegen die Projekteinstellung stimmte und den Antrag stellte, den anwesenden Bürgern die Möglichkeit zur Diskussionsteilnahme zu gewähren. Insbesondere Elternvertreter und Vertreter des Arbeitskreises Verkehr meldeten sich zu Wort und verwiesen auf mehr Sicherheit für Schulkinder durch eine Treppe. Litzow versprach, die Gefahrenpunkte unter die Lupe zu nehmen und für Abhilfe zu sorgen.

Man müsse ein Projekt einstellen, wenn die Kosten den Nutzen übersteigen würden, sagte Bürgermeister Markus Bechler (Freie Wähler). Das rund 920 Quadratmeter große, von der Gemeinde erworbene Grundstück soll nun voraussichtlich im Bieterverfahren veräußert und einer Wohnbebauung für ein Einfamilien- oder Doppelhaus zur Verfügung gestellt werden.

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