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Corona-Version des Festes kommt an

Aus Marktfest werden Biergärten: Ausgelassene Stimmung in Ettlingen

Das Ettlinger Marktfest fällt wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr aus. Stattdessen haben mehrere Vereine drei Biergärten in der Stadt auf die Beine gestellt. Die Besucher sind begeistert.

Gute Stimmung: Susi Wirth, Reinhard Gräfinger und Thomas Steidl (von links) prosten sich zu. Die Mitglieder der Band Incognito verweilten am Samstagabend im Biergarten, den mehrere Vereine im Stadtgarten errichtet hatten. Foto: Dominic Körner

Das Ettlinger Marktfest ist zurück – wenn auch in veränderter Form. Von Freitag bis Sonntag strömen die Besucher in die drei Biergärten in der Stadt. Bereits am ersten Abend steht die Ampel auf Orange. Wegen der Corona-Pandemie sind die Besucherzahlen erstmals begrenzt.

Am Eingang der Biergärten kontrollieren Security-Mitarbeiter die Menschen. Es gilt die 3G-Regel: Zutritt hat nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Eine Maschine erfasst die Zahl der Gäste.

Sie müssen eine Maske tragen, wenn sie sich in den umzäunten Bereichen bewegen. Sie darf nur an den Bierbänken abgenommen werden. Auch Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler), zurückgekehrt aus seinem Urlaub, stattet am Freitag allen Standorten einen Besuch ab.

Am Samstag macht den Organisatoren zunächst das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Dann, am frühen Abend, zeigt sich endlich die Sonne. Die Besucher zieht es in die Biergärten.

Am Bratwurststand herrscht hektisches Treiben

Am Hugo-Rimmelspacher-Platz vor dem Schloss bewirten der Tischtennisverein Ettlingen (TTV) und der TSV Oberweier ihre Gäste. Am Bier- und Bratwurststand herrscht hektisches Treiben. „Ich habe keine Zeit“, entschuldigt sich TTV-Vorsitzender Christian Gerwig und zeigt auf sein volles Tablett.

Dann nimmt er sich doch eine Minute. „Es läuft sehr gut“, sagt er. Daumen nach oben. Bereits am Freitag kamen laut Gerwig rund 200 Besucher, auch der Samstag lässt sich gut an. Einziger Wermutstropfen: „Wir könnten einige Helfer mehr benötigen.“

Deshalb muss auch der Vorsitzende mit anpacken. Ob sich das abgespeckte Marktfest in Biergarten-Form für den Verein finanziell lohnt? Darum geht es Gerwig an diesem Wochenende nicht: „Das Wichtigste ist das Soziale“, betont er, ehe er zum nächsten Tisch eilt.

Es fühlt sich super an, endlich wieder auf einem Fest zu sein.
Anna Steffek, Besucherin aus Karlsruhe

Auch viele Besucher sind erleichtert. „Es fühlt sich super an, endlich wieder auf einem Fest zu sein“, sagt Anna Steffek aus Karlsruhe – das erste Mal seit dem Ausbruch der Pandemie. Vollständig gelöst ist sie dennoch nicht: „Ich traue der Normalität noch nicht ganz.“

Ihr Begleiter Philipp Kühler freut sich, endlich wieder unter Menschen zu sein. „Es ist sehr schön, wieder Menschen zu treffen“, sagt der Ettlinger gut gelaunt und lobt die Organisatoren: „Alles ist super geregelt.“

Einige hundert Meter weiter haben die Historische Bürgerwehr, der Harmonika-Spielring und der Ettlinger Carneval Verein (ECV) ihren eigenen Biergarten im Stadtgarten errichtet. Dort sitzen die Menschen schon am frühen Samstagabend bei Bier und Würstchen zusammen, die Stimmung ist gelöst.

Zu den Gästen zählen auch Susi Wirth, Thomas Steidl und Reinhard Gräfinger von der Band Incognito. Für sie bietet die Corona-Auflage des Marktfestes einen Perspektivwechsel. „Normalerweise stehen wir auf der Bühne und spielen“, erzählt Steidl und räumt ein: „Es tut schon ein bisschen weh, dass unser Auftritt dieses Jahr ausfällt.“

Musiker müssen auf ihren Auftritt in Ettlingen verzichten

Wegen der Pandemie-Beschränkungen sind keine Konzerte geplant. Dennoch überwiegt auch beim musikalischen Trio die Freude. „Es ist herrlich, dass solche Feste wieder stattfinden können“, sagt Frontfrau Susi Wirth.

Es ist die erste Veranstaltung dieser Art, die sie gemeinsam besuchen. „Freunde treffen, Bier trinken – herrlich“, sagt Steidl und prostet seinen Freunden zu.

Für ein entspanntes Bierchen hat Bernhard Kast derweil keine Zeit. Der Vorsitzende des Carneval Vereins steht gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern hinterm Grill und brutzelt Würstchen.

Wir sind froh, dass wir uns wieder zeigen können.
Bernhard Kast, Vorsitzender des Carneval Vereins

Bei guter Stimmung ist aber auch er. „Man sieht sich wieder, die Sonne scheint, die Leute kommen“, sagt er lächelnd. Lange sei unsicher gewesen, ob das Biergarten-Konzept der Vereine, an dem sich auch der SSV Ettlingen und der Albgau-Musikzug beteiligten, wegen der Auflagen überhaupt umgesetzt werden könne. Er sei froh, „dass wir uns endlich wieder zeigen können.“

Wie viele Einnahmen das Biergarten-Fest in die Vereinskasse spült, wollte Kast am Samstagabend noch nicht prognostizieren. „Aber es bleibt auf jeden Fall einiges hängen, weil uns die Stadt von der Standgebühr befreit hat.“

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