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Ein Wohnbereich in Quarantäne

Erneuter Corona-Ausbruch in Marxzeller Albtal-Klinik

Nach dem ersten Corona-Ausbruch mit neun Toten im Oktober 2020 hat es das Alten- und Pflegeheim Albtal-Klinik in Marxzell wieder getroffen. 19 Personen sind diesmal infiziert, eingeschleppt hat das Virus vermutlich ein Mitarbeiter.

Wieder im Fokus: In der Albtal-Klinik in Marxzell wurden 17 Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Im Oktober hatten sich bei einem ersten Ausbruch 39 Bewohner und 15 Beschäftigte infiziert, neun Senioren starben. Foto: Arne Oest

Im Pflegeheim Albtal-Klinik in Marxzell ist es erneut zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach Angaben des Landratsamtes Karlsruhe sind 17 Bewohner und zwei Mitarbeiter betroffen.

Laut Heimleiter Klaus Sowek hat wohl ein Mitarbeiter das Virus eingeschleppt, nachdem er sich bei seinem Onkel angesteckt hatte.

Der Ausbruch beschränke sich auf einen von vier Wohnbereichen, der nun komplett isoliert sei. Die betroffenen Mitarbeiter befänden sich in Quarantäne.

Nach Angaben von Martin Zawichowski, Sprecher des Landratsamtes Karlsruhe, wurden zudem ein Besuchsverbot und ein Aufnahmestopp für die gesamte Einrichtung verhängt.

Mitarbeiter klagte über Unwohlsein

Bekannt geworden sei die Infektion des Mitarbeiters bereits am vergangenen Donnerstag, 11. Februar, sagt Sowek. Dieser habe über Unwohlsein geklagt, woraufhin ein Corona-Schnelltest gemacht wurde. Das positive Ergebnis wurde kurz darauf durch einen zuverlässigeren PCR-Test bestätigt.

Bei PCR-Tests der restlichen rund 70 Mitarbeiter und 80 Bewohner des Heims seien weitere 18 Infektionen festgestellt worden. Zwei Bewohner hätten Fiebersymptome gezeigt, diese seien inzwischen aber wieder verschwunden.

Auch den anderen infizierten Senioren gehe es gut. Vielleicht sei dies auch auf die erste Impfdosis zurückzuführen, die die Bewohner vor etwa zehn Tagen bekommen hätten. Die nicht infizierten Senioren sollen die Folgeimpfung kommende Woche erhalten.

54 Infizierte und neun Tote bei erstem Ausbruch im Oktober

Erst im Oktober hatte das Coronavirus sich in der Albtal-Klinik ausgebreitet, 39 Bewohner und 15 Mitarbeiter waren infiziert. Neun Senioren sind laut Sowek damals gestorben. Das Gesundheitsamt, das damals vor Ort war, habe keine „Versäumnisse auf Seiten der Einrichtung und der Beschäftigten“ festgestellt, berichtet Landratsamt-Sprecher Zawichowski.

Der Heimaufsicht, die beispielsweise die Erfüllung baulicher Vorschriften oder Richtlinien zum Personaleinsatz kontrolliert, seien bei Begehungen im Vorfeld des Ausbruchs ebenfalls keine „schwerwiegenden Mängel aufgefallen“, fügt er hinzu. „Der Maßnahmenplan für den Fall eines Corona-Ausbruchs war schlüssig.“

Seit November 2020 habe man regelmäßig Corona-Schnelltests durchgeführt, berichtet Heimleiter Sowek: dreimal die Woche bei Mitarbeitern, zweimal pro Woche bei Bewohnern. „Was einen ärgert, ist, dass diese Tests nicht immer korrekt sind“, sagt er. So sei der Corona-Schnelltest einer Bewohnerin negativ ausgefallen, der PCR-Test aber positiv.

Bislang 222 Virus-Mutationen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

Bei den nun aufgetretenen Infektionen in der Albtal-Klinik handelt es sich dem Landratsamt zufolge nicht um sogenannte Mutanten des Coronavirus, sondern um das „normale SARS-Cov-2-Virus“. Von den Mutanten seien im Land- und Stadtkreis Karlsruhe bislang 222 aufgetreten. 166 davon wurden als die mutierte britische Variante eingestuft, 56 als südafrikanische oder brasilianische Variante.

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