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Nachfrage ist enorm

Hilfe im Hitzesommer: Spezialerde der Firma Corthum aus Marxzell speichert Feuchtigkeit länger

Sandige Böden gibt es reichlich in der Region – Wasser sickert da schnell durch. So vertrocknen Pflanzen in Hitze-Sommern leichter. Eine Marxzeller Firma bietet dafür Spezialerde.

Nick Burkhardt, Geschäftsführer der Firma Corthum in Baden-Württemberg, zeigt sortierten Rindenmulch.
Spezialist für Spezialerde und Rindenmulch: Nick Burkhardt von der Marxzeller Firma Corthum spricht von einer großen Nachfrage. Foto: Uli Deck/dpa

Die Böden in der Region sind häufig alles andere als ideal für trockene Hitzesommer – diese nehmen wegen des Klimawandels zu: In der Rheinebene dominieren sandige Böden.

Durch diese sickert Wasser schnell hindurch; da bleibt für Pflanzen in folgenden Trocken-Perioden wenig übrig. In der Vorgebirgszone finden sich bindige Böden, die Wasser nicht ideal aufnehmen können.

Profis, beispielsweise in den städtischen Gärtnereien und Gartenbauämtern, wissen das: Sie verwenden daher Spezialsubstrate, die etwa Sand, Lava und Ton enthalten – das speichert Wasser und gibt es sukzessive ab.

Die Firma Corthum stellt in ihren Erdwerken in Marxzell und Herbolzheim solche Substrate her – die Nachfrage sei enorm, sagt Geschäftsführer Nick Burkhardt. „Vor allem der Profibereich fragt immer mehr danach.“

Viele Privatleute denken noch nicht an einen Bodenaustausch

Anders die Privatkundschaft. „Die hat zu wenig Wissen, denkt eher an ein Regenfass oder an eine Bewässerungsanlage“ – um so mit dem heimischen Garten besser durch Hitzesommer zu kommen.

Lohn sich der Bodenaustausch für Privatleute? Wenn ein Privatkunde ohnehin einen nährstoffarmen, schlechten Boden austauschen will, dann könne er durchaus darüber nachdenken, sagt Burkhardt. Mindestens zehn Zentimeter sollten im Garten ausgetauscht werden.

20 bis 30 Zentimeter seien besser. Auch für Rasenflächen gebe es spezielle Bodensubstrate – der Spezialsand darin könne Wasser speichern, habe aber auch eine Drainagewirkung, wenn zu viel Regen fällt.

Marxzeller Firma hat Rindenmulch quasi erfunden

Rindenmulch wird hingegen häufig im Privatgarten eingesetzt. Der hemmt nicht nur das Unkrautwachstum, sondern schützt auch vor Frost und Hitze – Corthum hat übrigens den Rindenmulch für den Garten quasi erfunden.

Zurück zu den Spezialsubstraten: Profis fragten auch an, ob die sich mit Blick auf häufiger vorkommende Starkregen und Hitzesommer verbessern lassen. „Das ist aber nahezu ausgereizt“, sagt Burkhardt.

Potenzial für Wasser speichernde Spezialerden sieht auch Reiner Bierig, Chef des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg (Galabau). „Die Notwendigkeit ist ohne Frage da“, sagt er. Die meisten Privatkunden wüssten aber noch nicht, dass es diese Spezialerden gibt, sagt auch er.

Bei öffentlichen Aufträgen hätten die Gala-Bauer auch ein eigenes Interesse an geeigneten Böden. Denn ihre Arbeiten würden beispielsweise von einer Kommune erst abgenommen, wenn die Pflanzen angewachsen sind.

Mediterrane Pflanzen sind im Privatgarten im Trend

Privatkunden wollen laut Bierig zunehmend widerstandsfähige Pflanzen für ihren Garten. „Mehr und mehr liegen mediterrane Pflanzen im Privatgarten im Trend.“

Bei öffentlichen Aufträgen gebe es hingegen oft einen Interessenkonflikt, weil heimische Gehölze vorgeschrieben sind. „Jetzt verändert sich aber das Klima. Pflanzen, die früher gebietsheimisch waren, halten die Trockenheit gar nicht mehr aus.“

Die Notwendigkeit für Spezialböden ist ohne Frage da.
Reiner Bierig, Geschäftsführer Verband Gala-Bau BW

Deshalb rücke auch das sogenannte Regenwassermanagement in den Blickpunkt. Mulden und geeignete Böden saugen dabei bei Starkregen viel Wasser auf – wie ein Schwamm – und geben die Feuchtigkeit später über lange Zeit wieder ab.

Experten sprechen denn auch von „Schwammstädten“ als Reaktion auf den Klimawandel. In Schweden gibt bereits zahlreiche solche „Sponge-Citys“, aber Deutschland holt auf.

Intensiv erprobt werden laut Galabau-Chef Bierig Bewässerungssysteme, die Künstliche Intelligenz nutzen. Sensoren melden, wann und wie viel bewässert werden muss – das ist viel effizienter und spart Wasser.

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