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Durchbruch erzielt

Maroder Albtalradweg zwischen Ettlingen und Bad Herrenalb wird saniert

Gefährlich über Stock und Stein geht es beim viele Jahre vernachlässigten Albtalradwegs zwischen Bad Herrenalb und Ettlingen. Nach Gesprächen zwischen Angrenzer-Gemeinden und RP wurde nun eine Lösung für die Holperstrecke präsentiert.

Maroder Radweg
Nachdem seit Jahren die Strecke von Bad Herrenalb bis Waldbronn-Busenbach immer schlechter wurde, haben sich nun Regierungspräsidium und betroffene Gemeinden auf einen Kompromiss zur Sanierung geeinigt. Foto: Stefan Meister

Die Klagen über den ramponierten Albtalradweg zwischen Bad Herrenalb und Waldbronn häuften sich immer mehr. Er gleicht in Teilen mehr einer Schotterpiste oder Hindernisstrecke mit Sturzgefahr – auch wegen seines Gefälles.

Nach Gesprächen zwischen den Anliegergemeinden Waldbronn, Marxzell, Karlsbad und Bad Herrenalb wurde ein Durchbruch erzielt. Die Tinte unter dem Vertragswerk ist trocken, die dem Radweg eine bessere Zukunft sichern soll.

Um den Kompromiss wurde gerungen

Auf einen „intensiven Abstimmungsprozess“ verweist das Regierungspräsidium (RP) in einer Mitteilung, bevor Regierungspräsidentin Sylvia Felder die Vereinbarungen zwischen dem RP als Vertreterin des Landes und den Gemeinden sowie dem Landesbetrieb ForstBW unterzeichnete.

Rund 13 Kilometer lang ist der durch Gemeinde- und Staatswald führende Albtalradweg. Das Regierungspräsidium wird auf dem vorhandenen Weg eine neue Fahrbahndecke aufbringen, so Pressesprecherin Irene Feilhauer.

Danach jedoch geht die Strecke in die Obhut der Kommunen über, die fortan für die Erhaltung zu sorgen haben. Unübersichtlich seien die Zuständigkeiten bislang gewesen, so das RP.

Entsprechend passierte lange nicht viel in Sachen Albtalradweg, der mehr und mehr zur Rumpelstrecke verkam. Für Familien mit Kindern war er zuletzt ungeeignet, für Rennradfahrer mit schmalen Reifen quasi nicht nutzbar.

Es ist erschreckend, was aus diesem Weg geworden ist.
Michael Gollert, Radfahrer

Der Albtalradweg wurde in den 1960er Jahren angelegt und verläuft parallel zur viel befahrenen Landesstraße 564 zwischen Ettlingen und Bad Herrenalb.

Die unklaren Zuständigkeiten führten laut Regierungspräsidium dazu, „dass die seinerzeit abgeschlossenen Vereinbarungen nicht stringent umgesetzt wurden“. Die getroffene Vereinbarung ist auch eine Absage an einen neuen, straßenbegleitenden Radweg.

Die vorhandenen Wege werden weiterhin genutzt. In einer Vereinbarung zwischen den Gemeinden und ForstBW wird geregelt, dass den Albtal-Kommunen auf Dauer gestattet wird, die asphaltierten Waldwegabschnitte im Staatswald zu unterhalten.

ForstBW zahlt letztlich nach den Verhandlungen eine Ablöse für die Teile des Weges, die im Bereich Staatsforst liegen. Im Fall Marxzell sind dies laut Gemeindekämmerei 277.000 Euro. Hier gehört die längste Wegstrecke, rund 80 Prozent, zum Staatsforst, so Bürgermeisterin Sabrina Eisele (CDU). Zudem fließen 71.000 Euro für die dauerhafte Unterhaltung des Weges an Marxzell, etwa über den Bauhof.

Wie deutlich wird, wurde um den Kompromiss in mehreren Runden durchaus gerungen. „Eine gute Lösung ist denke ich erreicht, wenn es beiden Seiten ein bisschen wehtut“, so Eisele. Der Gemeinderat Marxzell hatte schon im April signalisiert, dass man bereit wäre, die Wegunterhaltung zu übernehmen.

Fahrradclub ADFC ist erleichtert

Mit der nun beschlossenen Lösung kann der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), der immer wieder auf die Missstände hinwies, leben. „Das ist eine gute Nachricht“, kommentiert der Gründer und Sprecher des ADFC in Ettlingen, Johannes Kloppenborg. Der Albtalradweg sei schlichtweg „eine sehr gefährliche Strecke“. Regelmäßig gebe es auf dem unfallträchtigen Weg brenzlige Situationen.

Vielfach habe der Albtalradweg beispielsweise tiefe Furchen, die sich über die Jahre durch die Wurzeln der Waldbäume gebildet haben. „Wir haben in der Vergangenheit viele Mails von Menschen aus dem Albtal bekommen, die betonten, dass hier doch etwas passieren muss.“ Man müsse auch sehen, dass durch den E-Bike-Boom immer mehr Menschen per Rad durchs Albtal fahren, um so als Pendler zum Job zu kommen.

Landesstraße als gefährliche Ausweichroute

Die nahegelegene Landesstraße sei im wahrsten Sinne ein gefährliches Pflaster, werde aber auch notgedrungen oft gerade von Rennradfahrern genutzt. Die Sanierung des Albtalradwegs sei längst überfällig, unterstreicht Kloppenburg.

Der Eindruck wird vor Ort bestätigt. „Es ist erschreckend, was aus diesem Weg geworden ist. Deshalb ist es fast schon notwendig, auf der Straße zu fahren“, verdeutlicht vor Ort Radfahrer Michael Gollert.

Stellt sich noch die Frage, wann die Sanierung des Albtalradwegs angegangen wird. Auf Nachfrage erklärte RP-Sprecherin Feilhauer, dass der Wegebau im kommenden Jahr angegangen werden soll.

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