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Einsatz für die Kleinen

Mutter aus Marxzell startet Online-Petition für Einrichtung eines Naturkindergartens

Den ganzen Tag, bei jedem Wetter draußen herumspringen, spielen und toben? Das ist ein wahrer Traum für Kinder. In Marxzell könnte er Wirklichkeit werden.

Evita Gründer-Rösch aus Burbach will das Projekt ins Rollen bringen. Foto: Marcus Brandt/dpa

Evita Gründer-Rösch aus Burbach will das Projekt Naturkindergarten „Wald- und Wiesenknirpse“ ins Rollen bringen. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Kleinkindern aus Marxzell eine solche Form des Kindergartens zu ermöglichen“, sagt die zweifache Mutter, die seit 2013 in Burbach lebt.

„Unsere Gemeinde hat sich die Prädikate ‘natürlich’ und ‘lebendig’ auf die Fahne geschrieben, da würde ein Naturkindergarten exakt dazu passen“, sagt sie.

Dazu hat sie schon einige Vorarbeit geleistet. „Ich habe ein Wiesengrundstück von rund 3.000 Quadratmetern Größe, das ich zur Verfügung stellen würde“, sagt Gründer-Rösch. Einen größeren kindgerecht ausgebauten Bauwagen, der als Unterkunft bei ganz schwierigen Witterungsverhältnissen dient, würde sie auf ihre Kosten anschaffen.

Bauantrag wird vorbereitet

In Vorbereitung ist derzeit ein Bauantrag, damit der Wagen auf dem Grundstück überhaupt aufgestellt werden darf. „Mit Pro-Liberis/Lenitas aus Karlsruhe habe ich auch einen Träger mit an Bord, der das pädagogische Konzept entwickeln und die Einrichtung betreiben würde“, so Gründer-Rösch.

Angelegt wäre laut ihrem Konzept der Naturkindergarten für zehn Kinder über drei und fünf Kinder unter drei Jahren in der Betreuungsform verlängerte Öffnungszeit. Aktuell hat sie eine Petition an die Gemeinde gestartet, damit das Projekt in die Bedarfsplanung aufgenommen wird. Dann wäre das Projekt auch zuschussfähig.

Wir schätzen die Kosten auf rund 180.000 Euro pro Jahr ein.
Evita Gründer-Rösch, Mutter aus Marxzell-Burbach

„Wir schätzen die Kosten auf rund 180.000 Euro pro Jahr ein“, sagt Gründer-Rösch. Laut ihrer Rechnung bliebe an der Gemeinde die Deckung eines Zuschussbedarfs von rund 21.000 Euro pro Jahr hängen.

„Die Verwaltung verschließt sich grundsätzlich der Idee nicht“, sagt die Marxzeller Hauptamtsleiterin Nastassia Di Mauro. In nicht öffentlicher Sitzung hatte Gründer-Rösch ihr Konzept dem Gemeinderat vorgestellt. „Es ist noch keine Entscheidung gefallen, es gibt vorab einiges zu klären“, so Di Mauro.

Da sich der Gemeinderat bislang noch nie mit dem Thema Naturkindergarten beschäftigt habe, werde man in der kommenden Woche eine solche Einrichtung in Ettlingen besuchen, um sich genauer zu informieren. „Die Gemeinde muss dann auch klären, welche Kosten es nach sich zieht“, so die Hauptamtsleiterin.

Falls der Gemeinderat der Aufnahme in den Bedarfsplan zustimmt, muss sich die Gemeinde nämlich auch an den Personalkosten beteiligen.

Lage im Landschaftsschutzgespräch etwas problematisch

„Wir müssen ja alle Kindergartenträger gleich behandeln“, erklärt sie. Weiter nicht ganz unproblematisch ist die Lage im Landschaftsschutzgebiet. „In einem ersten Gespräch mit der unteren Naturschutzbehörde ergab sich, dass es zwar nicht unmöglich sei, aber erschwerte Bedingungen vorliegen“, so Di Mauro. Vor allem für die sanitären Anlagen und die Wasserversorgung.

Für den Gemeinderat stelle sich auch die Frage, inwieweit das Angebot des Naturkindergartens den Betreuungsbedarf erweitere, da ja nur verlängerte Öffnungszeit angeboten werden könne. Aktuell sind der kommunale und die beiden in kirchlicher Trägerschaft stehenden Kindergärten in Marxzell fast komplett belegt.

„Wir haben einen Arbeitskreis, der sich mit dem Thema Kinderbetreuung beschäftigt und alle Optionen von der Sanierung der bestehenden Kindergärten bis hin zum Neubau eines zentralen Kindergartens prüft.“ Bisher sei aber auch in dieser Frage noch alles offen.

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