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Galeriebesuch gegen Corona-Trott

Mit Kunst aus der Corona-Krise: Künstlerinnen eröffnen Ausstellung in Ettlingen

Unter dem Ausstellungstitel „Kunst trotz(t) Corona – Monochrom trifft Farbe“ wollen die beiden Künstlerinnen Vincenzina Lattuca und Natalie Hayn aus Sinzheim und Karlsbad „eine Auszeit mit coronakonformen Workshops und Vorführungen bieten“.

Zwei Künstlerinnen stellen in der Art-Galerie Ettlingen unter dem Titel „Kunst trotz(t) Corona“ aus. Foto: Jürgen Hotz

Für Vincenzina Lattuca war 2020 „das schwärzeste Jahr meines Lebens“. Die gebürtige Sizilianerin thematisiert den anhaltenden Isolationszustand mit Motiven aus dem täglichen Leben, die zwischen Hoffnung und beißendem Kommentar oszillieren. Etwa beim Gemälde „Gemeinsam packen wir’s an“, wo sie die Hände ihrer Kinder porträtiert hat, die sich reihum ergreifen und Stärke signalisieren.

Partiell eingesetzte, silbern schimmernde Metallfarbe verschafft dem Motiv leuchtende Lebendigkeit – je nach Blickwinkel des Betrachters. Oder der Großvater mit den Enkelkindern, eine Erinnerung an Nähe, die im Moment so nicht mehr möglich ist. Das Gemälde „Menschen unter Regenschirmen“, je mit rundumlaufendem Vorhang als mobile Sicherheitszelle, ist noch in Arbeit.

Lattuca bevorzugt Öl- und Acrylfarben, denen sie durch teilweise Beimengung von Marmormehl oder winzigen Glasperlen Textur und Sinn – „Corona als gläserne Wand“ – verleiht. Andrea Lukas hat es Lattucas Gemälde „Umarmung“ besonders angetan. Sie malt selbst auch figürlich und verbindet ihren Galeriebesuch mit einem Termin in der Stadt.

Künstlerinnen sind gut vernetzt

Eine Mischtechnik aus Alkoholtinte, Collage und Öl-Kaltwachstechnik verwendet Natalie Hayn bei ihren kreisrunden, mit Kunstharz überzogenen Bildscheiben, die sich „Sakura“ widmen, der japanischen Kirschblüte. „Ein neuer Zeitabschnitt beginnt. Es ist eine Neuerweckung, die mich motiviert“, so Natalie Hayn.

Die Realschullehrerin für Kunsterziehung und zweifache Mutter wuchs in einem kreativen Haushalt auf. Sie habe „immer schon gemalt“ und wollte sich ein zweites Standbein schaffen. Mit begrenzter Palette von schwarzen, weißen und grauen Tönen, mit Gold akzentuiert, kann „ich genügend Tiefe erzeugen, um mich auszudrücken“.

Rose Ausländers Gedicht von der Muschelblume diente ihr als Inspiration für eine weitere Werkserie. Beide Künstlerinnen sind mit ihren Portfolios auch mit internationalen Galerien gut vernetzt und haben derzeit Arbeiten zum Luxemburger Art Preis 2021 eingereicht.

Gisela Zimmermann, aus Lattucas Kurs „Freies Malen“, hat ihre Staffelei im inspirierenden Ambiente der Galerie aufgebaut und malt gerade ein Rotkehlchen: „In Corona-Zeiten ist mir wichtig, mich zum Ausdruck zu bringen und etwas zu tun, was schön ist“.

Zu sehen sind die Werke noch bis zum 11. April 2021, jeweils von 14 bis 18 Uhr in der Art-Galerie Ettlingen, Kronenstraße 5, nur nach Voranmeldung unter Telefon 0157 38 432 018 oder natalie@atelier-hayn.de.

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