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Leerstehendes Hotel

Mönchs Posthotel in Bad Herrenalb soll nicht zum Spekulationsobjekt werden

Was wird aus dem leerstehenden Mönchs Posthotel in Bad Herrenalb? Der technische Ausschuss verwies das Thema jetzt in den Gemeinderat.

Auf dem Areal hinter dem Mönchs Posthotel soll sich was tun:  Ein Investor würde dort gerne zwei Mehrfamilienhäuser bauen, das Hotel selbst für Arztpraxen und Appartementwohnungen umwandeln. Foto: Birgit Graeff-Rau

Entschieden ist noch längst nichts. „Das Thema Umnutzung des Mönchs Posthotel ist zu komplex, als dass der technische Ausschuss allein darüber entscheiden will“, so Bürgermeister Klaus Hoffmann (parteilos). Die Verwaltung folgte einem entsprechenden Antrag und verwies das Thema in den Gemeinderat von Bad Herrenalb. In der jüngsten Sitzung des technischen Ausschusses gab es daher nur eine Vorberatung.

Konkret geht es um eine Bauvoranfrage zur Umnutzung des seit gut 20 Jahren leerstehenden Hotels in Arztpraxen und Appartementwohnungen. „Das Gebäude ist nach Sanierungen in gutem Zustand, man könnte ohne große bauliche Veränderungen Wohneinheiten daraus machen“, erläuterte Martin Schulz vom Bauamt.

Die Frage des Antragsstellers, ob eine Umnutzung von Hotelzimmern in Wohnungen genehmigungsfähig sei, könne man aus Sicht der Stadt bejahen. Allerdings müssen sich dazu Verwaltung und Gemeinderat von der Verpflichtung zur Hotelnutzung des Gebäudes verabschieden, an der man bislang stets festgehalten hatte.

„Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es mit einer Sanierung des Hauses allein nicht getan ist, sondern eine bestimmte Größe und Bettenanzahl braucht, damit ein wirtschaftlicher Betrieb überhaupt möglich wird“, so Bürgermeister Hoffmann. Man hätte also sowieso bauen müssen, um dies zu gewährleisten.

Ohne Bebauungsplan geht beim Posthotel nichts

In der Bauvoranfrage wird neben der Umnutzung auch Möglichkeit der Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern auf dem Areal hinter dem Hotel und angrenzend an den Rathausplatz und einer Tiefgarage abgefragt. Eine Baugenehmigung für Neubauten sowie die Baufreigabe zur Nutzungsänderung können nur vom Landratsamt Calw ausgesprochen werden, die Stadt könne diese Fragen nicht verbindlich beantworten. „Das Landratsamt hat uns aber schon klar und deutlich signalisiert, dass ohne einen Bebauungsplan an dieser Stelle nichts geht“, so Schulz.

Es wäre nicht der erste Bebauungsplan für das Gebiet. Bereits im Jahr 2007 gab der damalige Gemeinderat den Startschuss für ein solches Verfahren. Seinerzeit plante eine niederländischer Investor, dem Hotel wieder neues Leben einzuhauchen und den Neubau von Wohnhäusern mit einer Ladenzeile im Erdgeschoss. Das Planverfahren wurde zwar weiter vorangetrieben, das eigentliche Vorhaben zerschlug sich bekanntlich und die Immobilie wechselte den Besitzer.

„Der Investor sollte hier im Gemeinderat das ganze Projekt einmal vorstellen, das ist doch eigentlich üblich. Im Moment ist alles sonst sehr vage“, äußerte sich Klaus Lienen (CDU). Wie berichtet, hatte sich Bürgermeister Klaus Hoffmann auf Nachfrage der BNN nicht zur Person des Fragestellers geäußert, nur dass es sich nicht um den Eigentümer handele.

Gemeinderat soll entscheiden, ob das leerstehende Hotel künftig anders genutzt wird

„Wir haben in diesem Bereich verschiedene Nutzungsformen, Mischgebiet, Sondergebiet Hotel plus Denkmalschutz“, so der Hinweis von Rüdiger König (UBV) Nachdem das Hotel zu keiner Zeit an den Markt gebracht werden konnte, könne er sich grundsätzlich eine andere Nutzungsform für die Immobilie vorstellen. Darüber könne aber nur der Gemeinderat entscheiden.

Ganz wichtig ist mir, dass es nicht zum Spekulationsobjekt wird.
Rüdiger König, UBV

„Ganz wichtig ist mir, dass es nicht zum Spekulationsobjekt wird“, so König. Wenn man einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstelle, müsse man dessen Gültigkeit zeitlich begrenzen und mit einer Bauverpflichtung verknüpfen. Sonst bestehe die Gefahr, dass der Investor solange damit warte, bis er finanziell das maximale aus dem Areal heraus holen könne. „Wenn wir einen Bebauungsplan aufstellen, muss er mit einem städtebaulichen Vertrag verknüpft werden, damit potenziellem Missbrauch vorgebeugt wird“, so Schulz.

Manfred Senk (GL) gab zu bedenken, dass es aktuell ja auch jenseits der Mauer, die das Mönchs-Areal von der ehemaligen Stadtgärtnerei abtrennt, einen Investor gibt, der dort eine Mehrfamilienhaus mit 25 Wohneinheiten plant. „Diesen Investor sollten wir mit einbeziehen, damit die Planung für das eine Projekt nicht dem anderen zuwider läuft“, so seine Anregung. Vor allem in der Frage der Tiefgarage könnte es eine gemeinsame Lösung geben.

„Wir brauchen ein Gesamtkonzept für das ganze Gebiet, damit alle Abwägungen getroffen werden können“, so Hoffmann. Das Thema Mönchs Posthotel wird also den Gemeinderat noch länger beschäftigen.

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