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Baustelle nimmt kein Ende

Polizeirevier Ettlingen bis auf weiteres tagsüber geschlossen

Vor verschlossener Tür stehen Bürger, die tagsüber ein Anliegen an die Polizei in Ettlingen haben. Der Lärm durch die Baustelle im Gebäude ist so groß, dass Arbeitsplätze bis auf weiteres ausgelagert werden mussten.

Unverändert eingerüstet: Das Polizeirevier Ettlingen. Die Baustelle verzögert sich bis ins nächste Quartal, fertig sein sollte sie Ende 2020. Foto: Heidi Schulte-Walter

Wer zur Polizei in der Pforzheimer Straße will oder muss, der hat Pech: das Ettlinger Revier ist seit Mitte der Woche tagsüber geschlossen. Grund: Die Baustelle, die eigentlich schon Ende des Jahres abgeschlossen sein sollte, wird einfach nicht fertig.

Mehr noch: in der Behörde laufen derzeit so lärmintensive Arbeiten wie Wanddurchbrüche, dass sich Revierleiter Gunther Lipp gezwungen sah, die Notbremse zu ziehen: „Wir haben den Ermittlungsdienst bis auf weiteres nach Durlach verlagert und auf die Posten Albtal sowie Rheinstetten verteilt“, sagte er auf Anfrage.

Die Lärmsituation „war für etliche Mitarbeiter nicht mehr erträglich“. Darauf habe er nicht nur als Vorgesetzter, sondern auch als der Beauftragte für Arbeitsschutz reagieren müssen.

Revier ist nachts, an Wochenenden und Feiertagen besetzt

Im Revier sind noch die Leitungs- und eine Dienstgruppe präsent, die in einem weniger von Krach beeinträchtigten Gebäudeteil Büros haben. Besetzt ist die Dienststelle auch von 19 bis 5 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen. In Notfällen, heißt es auf der Information am Reviereingang, „rufen Sie bitte die 110; bei sonstigen Anfragen wenden Sie sich an die Rufnummer (0 72 43) 3 20 00.“

Die Bauverzögerung ist für uns sehr ärgerlich.
Gunther Lipp, Revierleiter

Das ist die Nummer der Ettlinger Polizei, die auf Durlach umgeleitet sei, so Lipp. Der Revierchef sagt: „Die Bauverzögerung ist für uns sehr unerfreulich“. Man sei aber genauso einsatzbereit wie sonst, Bürger müssten sich keine Sorgen um ihre Sicherheit machen. Aus Polizeikreisen ist zu hören, es werde im Revier quasi eine „Kernsanierung unter vollem Betrieb gemacht“. Mitunter herrsche ein Lärmpegel von deutlich über 90 Dezibel, das sei so gemessen worden.



Mitarbeiter ausgelagert: Das Revier ist tagsüber keine Anlaufstelle mehr für die Bürger. Foto: Heidi Schulte-Walter



Architekt spricht von Corona-Ausfällen in Firmen

Der mit dem Auftrag befasste Ettlinger Architekt Berthold Zähringer erklärt den langsamen Baufortschritt an und in dem denkmalgeschützten Gebäude damit, dass nicht alle Firmen wie geplant verfügbar gewesen seien und in der Pandemie nicht parallel tätig sein konnten.

Bei manchen habe es coronabedingte Ausfälle von Mitarbeitern gegeben, die beispielsweise in Quarantäne mussten. „Auch ich habe mir das anders vorgestellt“. Zähringer geht davon aus, dass die lärmintensiven Arbeiten, die mit dem Brandschutz zusammenhängen, in zwei Wochen beendet sind. Das Gerüst könne wohl im April weg.

Containerlösung beim Revier nicht möglich

Zur Frage, warum keine Auslagerung des Reviers vor Beginn der Baumaßnahme in Erwägung gezogen worden sei, sagt Zähringer, für eine Containerlösung sei der vorhandene Platz beim Gebäude zu gering. Lipp, seit Sommer an der Spitze des Reviers, meint, ein Ersatzquartier andernorts hätte sicher erhöhte Kosten verursacht, er habe aber auf die Problematik „Sanierung unter Betrieb“ hingewiesen.

Ursula Orth, Leiterin von Bau und Vermögen Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, ließ auf Anfrage wissen, bis Frühsommer wolle man in Ettlingen komplett fertig sein. Die Kosten von rund einer Million Euro würden „ungefähr eingehalten“, ein paar Arbeiten seien zusätzlich angefallen, etwa am Dach. Kostenträger ist das Land.

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