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Nischen für Kerzen und Magenbrot

Pop-up-Store ersetzt den abgesagten Weihnachtsmarkt in Ettlingen

Ein Pop-up-Store in der Leopoldstraße 42 (ehemals Leder-Baltrock) ist derzeit für viele Aussteller Ersatz für ihre geplanten Stände auf dem abgesagten Ettlinger Weihnachtsmarkt. Permanent dabei sind ein Stand mit Bürsten und Besen und ein Kleiderstand, die anderen Stände wechseln. 

Trostpflaster: Weil der Weihnachtsmarkt abgesagt ist, kauft Sophie Ecker am Süßigkeitenstand von Josef Traber (links) und Mitarbeiter Michael Meril Magenbrot und gebrannte Mandeln. Dafür ist sie zu Fuß aus Ettlingenweier gekommen. Foto: Ulrich Krawutschke

„Es ist toll, dass es wenigstens einen kleinen Ersatz für den Weihnachtsmarkt gibt“ sagt Angelika Gall-Kissel, die gerade am Stand von Bürstenmacher Meinulf Stoffel fündig geworden ist. Der Stand ist einer von mehreren im Pop-up-Store in der Leopoldstraße 42 (ehemals Leder-Baltrock), der derzeit für viele Aussteller Ersatz für ihre geplanten Stände auf dem abgesagten Ettlinger Weihnachtsmarkt ist.

Neben Stoffel mit seinen Bürsten und Besen ist auch der Stand mit selbst genähter Kinderkleidung von Kathrin Lutz gesetzt, die anderen Stände wechseln, um möglichst vielen der von der Weihnachtsmarkt-Absage Betroffenen die Chance zu geben, etwas zu verdienen.

Das hier bedeutet uns viel, weil alle Märkte abgesagt sind.
Kathrin Lutz, Kleiderverkäuferin

„Das hier bedeutet uns viel, weil alle Märkte abgesagt sind“ sagt Kathrin Lutz. Sie ist der Stadt und Oberbürgermeister Johannes Arnold dafür dankbar, „dass wir eine Chance bekommen haben. Ettlingen ist die einzige mir bekannte Stadt, die so schnell reagiert und sich gekümmert hat.“ Lutz wäre eigentlich in einer Sternschnuppenhütte gewesen und freut sich nun über den guten Zuspruch im Ersatzquartier.

Auch Cornelia Russ, die mit ihrer handwerklichen Filzkunst vertreten ist, sagt: „Das hat die Stadt gut und schnell gemacht.“ Natürlich gehe nicht so viel über die Theke wie beim Weihnachtsmarkt, „aber es läuft, die Kunden kommen und sind sehr interessiert“. Ihr Wunsch wäre, dass es ein solches Angebot auch an Ostern oder an Muttertag gibt. In Zeiten von Corona fehle das Außergewöhnliche einfach.

Angebot wird angenommen

„Die Atmosphäre hier ist gut“ sagt auch Angelika Gall-Kissel, die sich vom Bürstenmacher intensiv beraten lässt. Stoffel betont, dass das Angebot „hier gut angenommen wird“. Er ist mit seinen Waren oft in Ettlingen und sagt: „Ein vergleichbares Angebot wie hier gibt es sonst nirgends.“ Praktisch findet es der Gernsbacher auch, dass er mit der Bahn anreisen kann. Die Ettlinger, sagt Stoffel, „kriegen halt was auf die Beine und die Leute die kommen, sind dafür dankbar“.

Durch Zufall ist Kundin Martina Haitz in den Pop-up-Store gekommen, sie hat ihn beim Vorbeilaufen entdeckt. „Die Weihnachtsmärkte fehlen einfach“ meint die Durmersheimerin, „es ist gerade deshalb besonders schön hier.“ Ihr gefällt, dass auch andere Aussteller eine Möglichkeit bekommen, ihre Angebote zu präsentieren. Der Zuspruch sei „mittelmäßig“, urteilt Jürgen Gohlke, der Bücher und Geschenkartikel hier statt in einer Sternschnuppenhütte anbietet, „aber ich bin sehr froh über den Ersatz“.

Immer wieder kommen Kunden in den Store und begutachten die Stände. Ähnlich ist es auf dem Parkplatz bei Real am Huttenkreuz, wo Josef Traber seinen weihnachtlich geschmückten hölzernen Süßigkeitenstand aufgebaut hat. Bis 24. Dezember, „vielleicht auch länger, je nach Zuspruch“, will er dort bleiben. Dass der Realmarkt das auf seinem Parkplatz möglich macht, „das ist toll“.

Hoffnungen aus bessere Bedingungen 2022

Die Stadt könne nichts dafür, dass der Weihnachtsmarkt abgesagt werden musste, „sie hat sogar für uns geworben“, bemerkt Traber auch dankbar. Sandra Erol kauft gerade bei Traber ein und hat vor ihrer Haustür miterlebt, wie Traber sein für den Weihnachtsmarkt bereits aufgebautes Karussell wieder abbauen musste. Nun sagt die Kundin: „Toll, dass es den Stand hier gibt. Ich hoffe sehr, dass 2022 der Weihnachtsmarkt wieder normal laufen kann“.

Sophie Ecker mit ihrem Kleinkind im Tragegurt deckt sich am Häuschen von Josef Traber mit Magenbrot – „das isst mein Papa besonders gern“ – und gebrannten Mandeln ein, „die schmecken immer“. Sie sagt: „Den Weihnachtsmarkt vermisse ich schon sehr.“

Ecker ist von ihrem Zuhause in Ettlingenweier extra in die Stadt gelaufen. Es sei eine gute Idee der Stadt, den Stand hier zu ermöglichen. „Es wäre schön, wenn es noch mehr solcher Plätze geben würde“, meint sie und hofft ebenfalls auf bessere Bedingungen zu Weihnachten 2022.

Service

Der Pop-up-Store ist bis einschließlich 23. Dezember montags bis freitags von 10 bis 18.30 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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