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Hardenberg-Gruppe gibt Gas

15-Millionen-Projekt in Ettlingen: Spatenstich für das Erlebniszentrum Porsche

In Karlsruhe wurde die Graf Hardenberg-Gruppe auf der Suche nach einem größeren Standort fürs dortige Porsche-Zentrum nicht fündig, nun wird für 15 Millionen in Ettlingen gebaut. Am Rande des Spatenstichs gab es auch kleine Seitenhiebe Richtung Stadt Karlsruhe.

Noch viel zu tun: Vom Spatenstich bis zum neuen Porsche-Zentrum in Ettlingen wie im Hintergrund abgebildet werden voraussichtlich 18 Monate vergehen. Von links Peter Benz, Geschäftsführer Graf Hardenberg-Gruppe, Oberbürgermeister Johannes Arnold, Christa-Maria Clarin, geborene Gräfin von Hardenberg, Robert Graf von Hardenberg, Thomas Lämmerhirt, Vorstandsvorsitzender Günther Graf von Hardenberg Stiftung, Alexander Pollich, Porsche-Vertriebschef Deutschland, Dimitrios Varvitsiotis, Geschäftsführer Porsche Zentrum Karlsruhe und Alireza Gordi, Vertriebsleiter Süd Porsche Deutschland GmbH Foto: Rainer Obert

Die Porsche-Dichte an der Ecke Einsteinstraße/Hertzstraße war am Freitagmorgen ganz erheblich. Nachdem Ende Juli bekannt gegeben wurde, dass die Graf-Hardenberg-Gruppe das Karlsruher Porsche-Zentrum nach Ettlingen verlagert, folgte nun schon der symbolische Spatenstich mit illustren Gästen.

Alexander Pollich, der Porsche-Vertriebschef Deutschland, betonte, dass das klassische Autohaus trotz aller digitaler Vertriebswege nicht aussterben wird. Enttäuschung wurde beim Termin in Richtung der Stadt Karlsruhe deutlich, die auf der Suche nach einem neuen Standort für das dortige Zentrum wenig Engagement gezeigt habe.

15 Millionen Euro lässt sich die Hardenberg-Gruppe, einer der größten Autohändler bundesweit, den neuen Standort in Ettlingen kosten. Dass dieser nur Porsche-Zentrum Karlsruhe heißen sollte, schmeckte Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler) offensichtlich gar nicht. Daraus wird nun wohl Karlsruhe/Ettlingen, dafür ebnete schon der Porsche-Vertriebschef mit einer Andeutung in seiner Ansprache den Weg.

Letztlich konsequent, denn ein Großteil der Kunden des bisherigen Porsche Zentrums Karlsruhe, auch als Gramling Sportwagen GmbH bekannt, kommt aus Ettlingen. „Wir gehen also zu unseren Kunden“, verdeutlichte Geschäftsführer Dimitrios Varvitsiotis. Ein zentraler Treffpunkt für Kunden und Fans der Marke soll entstehen.

„Ein Standort, an dem sie sich besser verwirklichen können“, befand Arnold. Einige Unternehmen ziehe es von Karlsruhe nach Ettlingen. Zugleich betonte er, dass hier „endlich“ ein Schandfleck-Areal beseitigt werde. Der Inhaber des Geländes, der finanzstarke Projektentwickler Thelen in Essen, ließ dieses nach dem Umzug der Firma GEA Wiegand vor zehn Jahren verwildern.

Die zwei ungesicherten, maroden mehrstöckigen Bürogebäude auf dem Gelände wurden darüber hinaus zum Sicherheitsrisiko, da etwa jugendliche Besucher zumeist fast ungehindert Zugang hatten. Auf einen Verkauf ließ sich Thelen nicht ein, willigte aber zumindest in eine Überlassung über Erbbaupacht ein. Die Gebäude sollen nun im Oktober abgerissen werden, die verwilderte Dauerbrache in guter Lage wird ein völlig anderes Gesicht bekommen, machte Geschäftsführer Varvitsiotis deutlich.

E-Mobilität wird auch ein Schwerpunkt

Porsche-Vertriebschef Pollich merkte an, dass der Autobauer anstrebt, dass bis 2030 80 Prozent der abgesetzten Fahrzeuge „einen Stecker dran“ haben sollen. Elektro-Mobilität werde also auch in Ettlingen eine große Rolle spielen, wozu etwa eine Schnelllade-Infrastruktur zähle. Eine große Dachfächenphotovoltaikanlage gehört ebenfalls mit zum Bauprojekt.

Architekt Klaus Dienberg kündigt die Abbruchbagger für Oktober an. Artenschutz sei im Austausch mit dem Landratsamt zu beachten – es gibt unter Schutz stehende Eidechsen auf dem Gelände. Mit dem tatsächlichen Baustart sei im Frühjahr 2022 zu rechnen. „Dann bauen wir ins gute Wetter hinein.“ Die 18 Monate seien realistisch, auch, da die Hardenberg-Gruppe auf längjährige verlässliche Partner in der Baubranche zählen könne.

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