Skip to main content

Wahlkampf mit Patrick Diebold

Saskia Esken auf dem Rathausplatz in Ettlingen: Eine Parteichefin zum Anfassen

Die Co-Chefin der Bundes-SPD zum Anfassen in Ettlingen: Trotz der frühen Morgenstunde nutzten Passanten am Samstag gern die Gelegenheit zum Gespräch mit Saskia Esken und Bundestagskandidat Patrick Diebold.

Im Gespräch: SPD-Co-Chefin Saskia Esken (Mitte) und der Ettlinger Bundestagskandidat Patrick Diebold )rechts) stellen sich auf dem Rathausplatz den Fragen der Passanten. Foto: Wolfgang Voigt

Die Farbe Rot dominiert, die Stimmung ist gelöst. „Mir wäre wohler, wenn heute schon Bundestagswahl wäre“, sagt einer. Das Umfragehoch der Sozialdemokraten beflügelt drei Wochen vor dem Urnengang die Parteibasis – erst recht, wenn sich die Co-Chefin der Bundespartei angesagt hat.

Und Saskia Esken erscheint pünktlich um acht Uhr auf dem Ettlinger Rathausplatz nahe den Ratsstuben. Bundestagskandidat Patrick Diebold begrüßt sie freundschaftlich und schenkt erst einmal einen starken, dunklen Kaffee aus. Getreu dem Motto dieser frühen Wahlkampf-Matinee: „Auf ‘nen Schwarzen mit zwei Roten“. Es gibt dazu Brezeln und Croissants, und Marion Vöröshazi hat eigens Cookies mit SPD-Logo gebacken. „Tja“, meint Sonja Steinmann, „als Sozialdemokraten ging’s uns schon schlechter.“

Parteichefin zum Anfassen

Aber Saskia Esken – sie vertritt den Wahlkreis Calw/Freudenstadt, zu dem auch Bad Herrenalb gehört – und Patrick Diebold sind ja nicht zum Spaß hier. Sogleich sehen sie sich mit teils kritischen Fragen der Ettlingerinnen und Ettlinger konfrontiert. Einer will wahrgenommen haben, dass die Politik den jüngsten Lockdown als Eintritt in ein neues gesellschaftliches System sehe.

Worauf Saskia Esken vehement widerspricht. Ein anderer behauptet, es herrsche Zensur in der Bundesrepublik – was die Angesprochene mit höflichen, aber deutlichen Worten zurückweist. Wieder ein anderer mahnt in der Corona-Krise eine stärkere Berücksichtigung von Schwangeren und ihren Belangen an.

Die werdenden Mütter würden nämlich schlicht und einfach vergessen. Die Parteivorsitzende entgegnet, dass Schwangere stets mitberücksichtigt würden, auch wenn man sie nicht ständig explizit auch mit benenne. Dann geht es im Gespräch mit einem älteren Ettlinger um den Energiemix der Zukunft und die Notwendigkeit der Klimawende. Dass es kein Zurück mehr zur Atomwirtschaft geben werde, sei klar, betont Saskia Esken.

Breites Spektrum der Themen

Das Spektrum der Fragen entspricht der bundes- und weltpolitischen Nachrichtenlage: Klima, Corona, Friedenspolitik. Angesichts kritischer Einwürfe manches Passanten zum Thema Afghanistan stellt die Chefin der Sozialdemokraten klar, dass es jetzt darum gehe, seine Arbeit zu machen. Rücktritte seien nicht die passende Antwort, meint sie mit Blick auf Außenamtschef Heiko Maas und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Eher wenig geht es an diesem frühen Morgen um mögliche Koalitions-Entscheidungen nach der Wahl. So muss sich Saskia Esken auch nicht zur Reizfrage nach einem etwaigen Bündnis der SPD mit Linkspartei und Grünen äußern. Klar hingegen ist für sie: Mit der AfD wird auf keinen Fall geredet. Da stimmen die umstehenden Parteimitglieder erwartungsgemäß zu. Genauso zur Versicherung ihrer Vorsitzenden, dass Olaf Scholz – so es denn zur Kanzlerschaft reicht – ein Kabinett führen werde, das zur Hälfte aus Frauen besteht.

Ob sie selbst diesem erhofften Kabinett angehören wird? Das werde man sehen, meint die Angesprochene. Vor der Wahl seien solche Überlegungen aber natürlich kein Thema. Mit Schulterklopfen, viel Zuversicht und einem Naturalien-Präsent inklusive SPD-Cookies entschwindet die Co-Vorsitzende. Was bleibt, ist viel Zuversicht.

nach oben Zurück zum Seitenanfang