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Besorgte Bürger am Info-Abend

„Das passt nicht“: Es dreht sich (fast) alles um den Höhenweg im neuen Baugebiet in Schluttenbach

Dutzende Bürger hatten Klärungsbedarf und füllten den Ettlinger Ratssaal beim Info-Abend zum neuen Baugebiet für Schluttenbach. Mehrfamilienhäuser am beliebten Höhenweg durch die Natur sorgen für Unmut.

Weg inmitten von Wiesenfläche
Beliebt und eingebettet in Natur: Der Höhenweg in Schluttenbach, an dem linker Hand Mehrfamilienhäuser entstehen sollen, wird gern genutzt. Dessen Zukunft liegt den Menschen am Herzen. Foto: BI Lebensraum/Bettina Haßler

Dass die Informationsveranstaltung zum geplanten Baugebiet „Lange Straße Nord“ in Schluttenbach am Mittwochabend nötig war, zeigte allein die Besuchermenge. Rund 45 Bürger füllten den Ettlinger Ratssaal und hatten einiges an Fragen aus dem Höhenort mitgebracht.

„Die Infos, die angeblich zu kurz kamen, nochmals geben.“ Diese Absicht verlautbarte Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler) eingangs. Dazu sollte viel Raum für Fragen sein. Wie berichtet, war eine Ortschaftsratssitzung aufgrund technischer Probleme und Zeitdruck für die Menschen sehr unglücklich gelaufen.

Stadtplaner Wassili Meyer-Buck betonte zunächst, dass eine Planungsskizze für das Gebiet am Höhenweg schon seit 2016 existiert, der Nachbarschaftsverband Karlsruhe mindestens 45 Wohneinheiten für Neubaugebiete als Mindestwohnraumdichte vorschreibe.

53 Wohneinheiten und 29 Gebäude in Schluttenbach

Geplant ist nach dem städtebaulichen Konzept aktuell auf 29 Baugrundstücken der Bau von acht Einfamilienhäusern, vier Kettenhäusern, vier Doppelhaushälften, sechs Reihenhäusern sowie fünf Mehrfamilienhäusern mit je fünf und zwei mit je drei Wohneinheiten. Insgesamt 53 Wohneinheiten.

Man bereite jetzt den Bebauungsplanentwurf vor, „die formelle Offenlage kommt noch“ – vorgesehen sei dies Ende 2022.

Bürgerinfoabend Ratssaal Bürgerfragen
Jede Menge Fragen: Im Ettlinger Ratssaal finden sich am Mittwochabend Dutzende Schluttenbacher Bürger ein, um Antworten zum Baugebiet „Lange Straße Nord“ zu bekommen. Foto: Rainer Obert

Stark am Herzen liegt den Bürgern die Zukunft des Höhenwegs am oberen Rand des Baugebiets. Dass an diesem drei Mehrfamilienhäuser entstehen sollen, ist vielen zu wuchtig und unpassend.

„Drei Mehrfamlienhäuser oberhalb des Wegs, das passt nicht“, so eine Bürgerin. Zwei Vollgeschosse plus Dachgeschoss seien vorgesehen. Der OB betonte, die Dichte wie vor Jahrzehnten sei eben nicht mehr möglich. Die Grundfläche der Häuser sei doch „kleiner als manch andere Grundfläche im Ort“.

Der Höhenweg bleibt erhalten und bekommt beidseitige Bebauung.
Johannes Arnold, Oberbürgermeister

Ein nicht unerheblicher Skizzenfehler wurde ausgeräumt. Auf der Darstellung des städtebaulichen Konzepts endete der Höhenweg plötzlich nach der neuen Bebauung an einem Spielplatz.

Der Höhenweg werde natürlich nicht gekappt, so Arnold. „Der Höhenweg bleibt erhalten und bekommt eine beidseitige Bebauung. Dann geht die Erholung eben einige Meter weiter los.“

Im Übrigen seien die Häuser dort schon 2019 im Technischen Ausschuss des Gemeinderats vorgesehen „und für sehr schön gehalten“ worden. Stadtrat Jürgen Maisch (FE/FW) schlug vor, als Variante diese Häuser noch an anderer Stelle vorzusehen. Dann würde die Blickrichtung ins Tal versperrt, so Arnold.

OB und Stadtplaner betonten, dass für jede Wohneinheit 1,5 Stellplätze, letztlich also zwei, vorgesehen sind. Auch für die Wohnhäuser oberhalb des Höhenwegs. Hier hatte es Irritationen nach der Ortschaftsratssitzung in Schluttenbach gegeben.

Vonseiten des Stadtplanungsamts sei erklärt worden, hier brauche man keine Parkplätze. Es entstünden ja kleine 1,5-Zimmer-Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen beziehungsweise Bedürftige, die sich ohnehin kein Auto leisten könnten.

Verweis auf die „stille Post“

Stadtplaner Meyer-Buck sei da falsch zitiert worden, ein Missverständnis durch „stille Post“, so der OB. Wohl eine Verwechslung mit den 1,5 bei der Parkplatzplanung.

Gegen die Theorie der stillen Post wehrte sich unter anderem der Bürger Arnold Schneider. „Das war nicht auf Parkplätze bezogen.“ Auch weitere „Ohrenzeugen“ betonten dies im Nachgang zur Sitzung.

Bürgerinitiative hat weiterhin Bedenken

Auf die Forderung von Klaus Haßler von der Bürgerinitiative (BI) Lebensraum Schluttenbach, dass der Höhenweg nicht als Baustraße während der Erschließung fungieren soll, ließ sich Arnold nicht ein. „Wir haben da oben einen Hotspot von bedrohten Arten“, so Haßler. Eine weitere Forderung war, dass ein reines Wohngebiet entstehen soll.

Konkreter, von Begrünung über Stellplätze, Gebäudehöhen bis Artenschutz, wird es laut Oberbürgermeister im Bebauungsplanentwurf, der in der Entstehung sei. Die BI Lebensraum resümierte nach dem Info-Abend, dass weiter „erhebliche Bedenken gegen die derzeitige Ausdehnung“ bestehen.

Klaus Haßler erklärte: Gerade auch mit Blick auf die Situation oberhalb des Höhenwegs werde sich der Widerstand wohl noch verstärken.

Service

Die Stadt hat unter quartier-schluttenbach-ettlingen.de eine Internet-Seite zum geplanten Baugebiet und zum Erdwärme-Energiekonzept eingerichtet.

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