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43 Verstöße festgestellt

Schwerlastkontrolle in Malsch nach Bürgerbeschwerde

Aufgereiht stehen die Lastkraftwagen bei der Schwerverkehr-Kontrolle in Malsch auf den Festplatz. Bei der Aktion wurden Brummifahrer mit ihren Fahrzeugen sowie Autofahrer unter die Lupe genommen

Malschs Hauptamtsleiter Heribert Reiter (links) und Einsatzleiter PHK Rüdiger Heiler bei der Kontrolle eines Lkw auf dem Festplatz Malsch. Foto: Ulrich Krawutschke

Von Ulrich Krawutschke

„Wir haben Bürgerbeschwerden über zu viele Schwerlastfahrzeuge in der Muggensturmer Straße in Malsch zum Anlass genommen, hier Kontrollen des Schwerverkehrs auf Einhaltung des Durchfahrtverbotes zu machen“ sagt Polizeihauptkommissar (PHK) Rüdiger Heiler, der den Einsatz am Mittwochvormittag leitet.

Die Durchfahrt ist nur für Lastkraftwagen erlaubt, die Anlieger sind, also ein festes Ziel in Malsch haben. Ein Verstoß kostet 100 Euro und einen Punkt.

„Der Begriff ist aber weit gefasst“ so Heiler. Zum Beispiel darf ein Lastwagen-Fahrer, der zu seinem Lieblingsmetzger will, einfahren. Und es kommt hinzu, dass Lkw bis 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht von den Bürgern zwar als groß empfunden werden, aber „uneingeschränkt durchfahren dürfen“.

Von Heiler und seinen 18 Kollegen, Kräfte der Verkehrspolizeiinspektion – Motorradstaffel (Tempokontrolle) und Spezialgruppe gewerblicher und Güterverkehr – am Polizeipräsidium Karlsruhe sowie vom Polizeiposten Malsch mit Postenleiter Michael Schorpp, werden auffällige Laster und Autos auf den kleinen Festplatz geleitet „und ganzheitlich kontrolliert“. Das heißt, es werden Fahrzeugtechnik, Papiere, Ladungssicherheit, Einhaltung der Ruhezeiten oder Überlängen, ein Lkw mit Anhänger darf 18,75 Meter nicht überschreiten, überprüft.

Ein Lastwagen durfte nicht weiter fahren

Insgesamt gab es 43 Verstöße, zum Teil mehrere an einem Fahrzeug, bei zwölf kontrollierten Lastern und 16 Autos: zwölf gegen Lenk- und Ruhezeiten, zwei technische Mängel an Auspuff und Stoßdämpfer, sechs gegen Ladungssicherheit, drei gegen Unfallverhütungsvorschriften wie fehlende Prüfungen, je einer wegen Handynutzung, fehlender Beschilderung oder Länderkennung, Verstöße gegen Durchfahrtsverbot und Fahrpersonalgesetz und gleich elf (zehn davon bei Autos) wegen nicht angelegtem Sicherheitsgurt.

Ein Lastwagen wurde wegen mangelnder Ladungssicherheit sogar stillgelegt. Es gab drei Tempoverstöße in geringem Umfang: zehn, elf und zwölf Kilometer zu schnell.

Hauptamtsleiter Heribert Reiter erinnerte an die Forderung von Anwohnern zu Tempo 30. Ein Lärmgutachten hat aber knapp die Grenzwerte verfehlt. In Absprache mit dem Regierungspräsidium wurde Tempo 30 nachts eingeführt, was nicht befriedigte. „Wir haben dann auch wegen der Staus auf der Autobahn und mehr Durchfahrten Tempo 30 befristet erreicht, bis Ende der innerörtlichen Baumaßnahmen. Ziel bleibt aber Tempo 30 unbefristet“, so Reiter.

„Die Kontrollen sind gut, es geht um Sicherheit“, sagt nicht nur Fahrer Christian Macavei, der wöchentlich Malscher Kunden Wäsche bringt. Es scheint der ruhigen und freundlichen Art der Beamten und Beamtinnen geschuldet, dass während der Kontrollen kein lautes oder unfreundliches Wort fällt, die Fahrer haben Verständnis.

Kleinere Mängel wie nicht ganz korrekte Ladungssicherheit werden sofort behoben. In anderen Fällen, wie nicht erfolgter Prüfung einer Hebebühne, macht Polizeioberkommissar Michael Walter Meldung an die Berufsgenossenschaft, die dann an den Halter geht. Ein anderes Problem hat Waldemar Pankratz, der Heizöl im Ort abliefert, also Anlieger ist: Er hat den Gurt nicht angelegt. Folge: ein Bußgeld.



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