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Verdi erhöht Druck

Signal an die Arbeitgeber: Busfahrer im Warnstreik bei Hagro Ettlingen

24-Stunden-Aktion bei Hagro in Ettlingen: Beschäftigte aus dem Omnibusgewerbe sind in den Warnstreik getreten. Sie haben nach den Erfahrungen der Corona-Pandemie einige Forderungen.

Fahrer von Hagro in Ettlingen sehen die Arbeitgeberseite gefordert, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Foto: Gunter Kreis

In einen 24-Stunden-Warnstreik getreten sind 20 Mitarbeiter der Firma Hagro Transbus Reisen GmbH in Ettlingen. Die Aktion begann in der Nacht zum Mittwoch. Die Beschäftigten sind laut Betriebsratsvorsitzendem Ralf Nikolaus Bogdanowitsch unzufrieden mit dem Stand der Manteltarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe, zu dem Hagro gehört.

„Nach drei Runden haben die Arbeitgeber immer noch keine Verbesserungen für die Beschäftigten in Aussicht gestellt, im Gegenteil, es drohen Verschlechterungen“, so Bogdanowitsch.

Die Gewerkschaft Verdi habe zu der Aktion aufgerufen, um den Druck vor der nächsten Zusammenkunft mit dem Arbeitgeberverband Baden-Württemberg WBO Ende des Monats zu erhöhen.

Pausenregelung und Altersvorsorge sind Themen

Konkret will die Arbeitnehmerseite eine Pausenregelung nach dem Arbeitszeitgesetz erreichen, außerdem eine Vereinheitlichung der Sonntags- und der Nachtzuschläge auf höherem Niveau.

Auch müssten Verhandlungen über eine betriebliche Altersvorsorge aufgenommen werden. Nichts davon sei geschehen, bislang sei kein akzeptables Angebot vorgelegt und nur darauf gepocht worden, dass die Jahressonderzahlung abgesenkt werde.

Es war an der Zeit, den Arbeitgebern ein Signal zu senden.
Hanna Binder, Verdi-Verhandlungsführerin

Während der Pandemie seien die Beschäftigten im Omnibusverkehr jeden Tag und unter schwierigen Bedingungen für die Fahrgäste im Einsatz gewesen. Jetzt sei es an der Zeit, „den Arbeitgebern ein Signal zu senden, dass die Beschäftigten dafür und im Alltag deutlich mehr erwarten“, heißt es vonseiten der Verdi-Verhandlungsführerin Hanna Binder.

Hohe Leiharbeiterzahl ohne Deutschkenntnisse

Ein weiteres Problem ist Bogdanowitsch zufolge die hohe Zahl der Leiharbeiter aus dem Ausland, die „keinerlei Deutschkenntnisse haben und auch nicht geschult werden“. Das sei vor allem bei den Fahrten schwierig, die man als Unternehmen im öffentlichen Personennahverkehr leiste.

Am Standort in Ettlingens Ferdinand-Porsche-Straße hat Hagro rund 70 Fahrer. Das Unternehmen gehört zur Eberhardt-Gruppe mit Sitz in Engelsbrand. Vor dem Umzug nach Ettlingen saß Hagro in Karlsruhe-Hagsfeld.

Wir schließen weitere Aktionen nicht aus.
Ralf-Nikolaus Bogdanowitsch, Betriebsrat Hagro

Bogdanowitsch sagte am Mittwoch gegenüber den BNN „der Warnstreik war ein Erfolg“. Man habe nur die Schüler befördert, aber beispielsweise keine Fahrten in die Karlsruher Höhenstadtteile gemacht im Auftrag der Verkehrsbetriebe Karlsruhe. Die Kunden seien durch Flyer informiert gewesen. Sollte die nächste Verhandlungsrunde erneut ergebnislos verlaufen, „schließen wir weitere Aktionen der Arbeitnehmerschaft nicht aus“.

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