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Projekt wird finanziell abgespeckt

Stadtinformation Ettlingen heißt künftig Tourist-Info und sitzt im Sparkassenhaus

Die Stadtinformation Ettlingen heißt künftig Tourist-Info und zieht in absehbarer Zeit aus dem Schloss aus. Jetzt wurde mit dem Vermieter nachverhandelt und nach Einsparmöglichkeiten gesucht.

Eingerüstetes Gebäude
Noch nichts zu sehen: An der Ecke Neuer Markt/Bruchgasse soll sich künftig im Erdgeschoss die Stadtinformation Ettlingen befinden. Das Sparkassenhaus wird von Grund auf saniert. Foto: Heidi Schulte-Walter

Die Stadtinformation Ettlingen heißt künftig Tourist-Info und zieht in absehbarer Zeit aus dem Schloss aus. Ihr neues Domizil ist künftig das Sparkassengebäude am Neuen Markt, das im Laufe des Jahres komplett saniert sein soll.

Dort stehen 200 Quadratmeter zur Verfügung, die sich im Erdgeschoss an der Ecke zur Bruchgasse befinden und barrierefrei zu erreichen sind. Das ist am derzeitigen Standort nicht der Fall, dort gibt es mehrere Treppen. Elf Arbeitsplätze sollen untergebracht werden, davon entfallen drei auf das separate Büro der Tourismusgemeinschaft Albtal plus, die derzeit ebenfalls noch im Schloss residiert.

Die acht Arbeitsplätze der Stadtinfo (Festangestellte und Auszubildende) teilen sich gemäß Planung auf in ein Leitungsbüro, vier Backoffice-Plätze sowie drei im Service am Tresen. In Spitzenzeiten werden alle acht Plätze gleichzeitig genutzt; zum Stadtinfopersonal kommen dann auch noch die für den Verkauf von Schlossfestspieltickets zuständigen Kräfte.

Im Backoffice-Bereich befinden sich neben Technikräumen und Sanitäranlagen eine kleine Teeküche sowie Stauraum und Packtische für Prospekte. Im vorderen Bereich, in dem sich die Kundenkontakte abspielen, soll eine „repräsentative Fläche mit hoher Außenwirkung und guter Sichtbarkeit“ vom Neuen Markt her entstehen. Einsatz moderner Medien und eine Souvenirecke sind Bestandteil der Planung.

Das erinnert mich an das Interieur einer teuren Privatklinik.
René Asché, SPD-Stadtrat

Erarbeitet hat das Innenraumkonzept im Auftrag der Stadt ein Büro aus Altensteig. Als es vor Wochen erstmals im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats präsentiert wurde, hagelte es von verschiedenen Seiten Kritik. Es fielen Sätze wie „Das erinnert mich an das Interieur einer teuren Privatklinik“ (René Asché für die SPD), „eine Standardausstattung würde dort ausreichen“ (Christa Stauch für die CDU) oder auch der von Jürgen Maisch (Freie Wähler): „Man kann sich das alles leisten, wenn man Geld hat, wir haben das aber nicht.“

Ettlingen sei im Übrigen nicht Düsseldorf, München oder Hamburg, ja „nicht einmal Heidelberg“. Maisch und seine Vorredner zielten damit auf die 445.000 Euro für den Innenausbau der Mietfläche, die als außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigung bewilligt werden sollten, so der Verwaltungsvorschlag.

Oberbürgermeister Arnold verteidigt das Projekt

Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler) verteidigte das Projekt zwar und sprach davon, dass es sich durchaus um einen Standardausbau handele. Er nahm aber den Auftrag der Volksvertreter mit, zum einen nach Einsparmöglichkeiten zu suchen, zum anderen mit dem Vermieter, der Sparkasse Karlsruhe, über ihren Part nochmals zu verhandeln.

Das ist inzwischen geschehen. Jetzt soll der Innenausbau der neuen Tourist-Info laut Verwaltung rund 333.000 Euro zuzüglich einer möglichen Steigerung von 20 Prozent kosten, also im Worst Case 400.000 Euro. Das wertet der Gesamtgemeinderat als Erfolg. So sagte etwa Christa Becker-Binder (Grüne), ihre Fraktion stehe hinter dieser „zeitgemäßen Lösung“, die zwar immer noch viel Geld koste, aber die Tourist-Info sei nun mal ein „Aushängeschild“ für die Stadt. René Asché zeigte sich erfreut über die Kostenreduzierung und Jürgen Maisch meinte etwas flapsig: „Auch jetzt müssen die Mitarbeiter nicht auf Jaffa-Möbeln sitzen.“

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