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Abhängig von Fledermäusen

Aldi-Projekt in Waldbronn: Gutachten soll über Fortbestand von fünf Bäumen entscheiden

Entlang der Talstraße in Waldbronn baut Aldi ein neues Versorgungszentrum und Wohnungen. Für das Großprojekt sollen auch fünf Bäume gefällt werden. Das sorgt für Ärger bei den Anwohnern.

Anwohner sorgen sich um die Bäume in der Hewlett-Packard-Straße. Sie sollen einem Großbauprojekt weichen und gefällt werden. Foto: Klaus Müller

Liegen vier Kastanienbäume in der Waldbronner Hewlett-Packard-Straße in der direkten Fluglinie von Fledermäusen? Die Beantwortung dieser Frage wird letztlich darüber entscheiden, ob die großgewachsenen Bäume gefällt werden oder ob sie erhalten bleiben müssen.

Wie berichtet, baut Aldi entlang der Talstraße ein neues Versorgungszentrum und insgesamt 115 Wohnungen. Das Großprojekt grenzt an die Hewlett-Packard-Straße.

Unlängst stellte die ausführende Baufirma, Werner Wohnbau, bei der Gemeindeverwaltung einen Antrag auf Befreiung von einigen Festsetzungen im Bebauungsplan. Dabei geht es um fünf Bäume, die vier in der Hewlett-Packard-Straße und einer in der Talstraße.

Bäume müssten für Aldi-Projekt in Waldbronn gefällt werden

Die Bäume müssten gefällt werden, heißt es zusammengefasst in dem Antrag – mit der Begründung: Sie seien durch die Baumaßnahme nicht zu halten. Gar nicht damit einverstanden sind einige Anwohner, die sich vehement für den Erhalt der Bäume einsetzen.

Natürlich werden wir für einen entsprechenden Ausgleich sorgen.
Mihael Pavicic, Werner Wohnbau

Bei der Planung sei da einiges leider schiefgelaufen, räumte auf BNN-Nachfrage Mihael Pavicic von Werner Wohnbau ein. Unterschätzt hätten die Planer die Mächtigkeit der Bäume und ihr ausladendes Wurzelwerk, das zu nahe an die geplanten Neubauten reiche. „Natürlich werden wir für einen entsprechenden Ausgleich sorgen.“

Mit einfachen Nachpflanzungen ist es laut Jürgen Hemberger, Leiter des technischen Amtes in der Gemeindeverwaltung, nicht getan. Da müsse, auch finanziell gesehen, mehr geschehen.

Naturschutzbehörde muss über Antrag zur Fällung der Bäume befinden

So weit, also bis zur Fällung, ist die Sache noch nicht fortgeschritten. Über den Antrag hat die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt zu befinden. Sagt die Behörde Nein zur Fällung, müssen die Bäume zunächst einmal stehenbleiben. „Momentan können wir die Angelegenheit nicht abschließend entscheiden“, teilte Jörg Menzel, Dezernatsleiter Umwelt und Technik (Landratsamt) mit.

Es müsse erst begutachtet werden, ob die vier Kastanienbäume nun als Leitlinie für Fledermäuse gelten würden oder eben nicht. So ein Gutachten – angeblich liegt schon eins vor – muss die ausführende Baufirma einholen. Dafür bleibt wenige Wochen Zeit. Laut derzeitiger Planung sollten die Bäume etwa Mitte Oktober gefällt werden.

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