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Angebot für Familien

Beim Erzähltheater im Lesetreff Waldbronn sind die Kinder ganz Auge und Ohr

Erst waren es spontane Zuhörerrunden in der Bibliothek, jetzt sind daraus regelmäßige Vorlesevormittage entstanden. Die Premiere ist vielversprechend.

Kinder hören der Erzählerin in einer Jugendbibliothek zu.
Mit ihrem Erzähltheater entführt Ingeborg Jörg die jungen Zuhörer im Lesetreff Waldbronn in einen Garten, den die Bienen lieben. Foto: Tanja Feller

Im Lesetreff Waldbronn geht es wuselig zu. Sitzkissen und Stühle werden herbeigeschafft. Die Kinder versuchen, einen Platz ganz vorne zu ergattern. Ingeborg Jörg hat ihr kleines Erzähltheater aufgebaut. Es besteht aus einem aufstellbaren Rahmen, in den einzelne Bildkarten gestellt und beim Erzählen nacheinander herausgezogen werden.

Erster Vorlesevormittag passt zur erwachenden Natur

Der erste Vorlesevormittag im Lesetreff Waldbronn, der ab sofort alle 14 Tage samstags stattfindet, passt zur erwachenden Natur. „Wie wir Schmetterling und Biene in unseren Garten locken“, so heißt das Bildkartenset der Autorin Lydia Hauenschild, das den Kindern die Bedeutung der Bienen näherbringt.

Es geht um ein Mädchen, das gerne den Garten seiner Tante besucht. Im Gegensatz zu den Nachbargärten ist dieser Garten wild, bunt und verwunschen. „Warum ist das so?“, will Ingeborg Jörg von den Kindern wissen. „Weil die Wildbienen trockenes Holz mögen“, weiß ein Mädchen.

Erzählerin leitete lange eine BUND-Jugendgruppe

„Ohne Bienen gäbe es weniger Himbeeren, Kirschen und Äpfel“, fährt die Erzählerin fort. Da ist Jörg anzumerken, dass sie über viele Jahre eine Jugendgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) geleitet hat. „Hmm, ich liebe Himbeeren“, schwärmt der kleine Emil, der mit seiner Schwester und der Mutter da ist.

Die Kinder staunen nicht schlecht, als „Oma Inge“ darauf hinweist, dass es ohne die Bienen sogar weniger Schokolade gäbe. Schließlich bestäuben Bienen in anderen Ländern auch die Kakaopflanzen. Nicht zu vergessen der leckere Honig: „Den esse ich immer zum Frühstück“, sagt Lia Hägele. Die Siebenjährige hat verstanden, wie wichtig Blumen und Bienen für die Natur sind.

Es ist eine sehr angenehme Runde.
Margarita Sel
Lesetreff-Besucherin

Margarita Sel folgt gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Tochter Alina den Worten von Ingeborg Jörg. Sie findet die Idee prima. „Es ist eine sehr angenehme Runde“, sagt die Mutter, die gerne im Lesetreff Kinderbücher ausleiht.

Die Kinder- und Jugendbibliothek befindet sich in der Stuttgarter Straße 25 im Ortsteil Reichenbach im Radiomuseum. Geöffnet ist dienstags und freitags von 15.30 bis 17.30 Uhr und samstags von 10 bis 12.30 Uhr.

Und was meinen die Kinder? Sie haben gut mitgezählt und sind auch bei der letzten Erzählkarte noch aufmerksam bei der Sache.

So erfahren sie, dass Mücken nicht nur lästig sind, sondern genauso nützlich für die Bestäubung von Pflanzen und wichtig als Nahrung für Tiere.

Im Kurpark Waldbronn jagen Fledermäuse

Ingeborg Jörg verrät, dass man abends am Ufer des Waldbronner Kurparksees Fledermäuse auf der Jagd nach Insekten beobachten kann.

Der Wissensdurst der Kinder ist gestillt, die bunten Sitzkissen werden wieder aufgeräumt. Wer mag, nimmt noch ein Tütchen Blühpflanzenmischung für den eigenen Garten mit.

Ruth Czernalabics ist die Vorsitzende des Trägervereins Kinder- und Jugendbücherei Waldbronn. Sie ist sehr zufrieden mit der Resonanz auf die neue Vorlesereihe.

„Wir hatten im Dezember einige Väter hier, die ihren Kindern vorgelesen haben“, berichtet sie. Spontan hätten sich andere Kinder hinzugesellt und gebannt zugehört. So sei die Idee entstanden, alle 14 Tage einen Vorlesevormittag als Treffpunkt für Familien zu etablieren.

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