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Rohbau kostet 29 Prozent mehr

Die Erweiterung der Waldschule Etzenrot wird knapp eine halbe Million Euro teurer

Rund 2,2 Millionen Euro sollte unter anderem die Erweiterung der Etzenroter Waldschule kosten. Zum Ärger des Gemeinderates werden daraus jetzt wahrscheinlich 2,75 Millionen Euro.

Schule
Ende des Jahres sollen die Bauzäune an der Etzenroter Waldschule verschwunden sein. Bei der Sanierung und Erweiterung der Schule sind die Kosten aus dem Ruder gelaufen. Foto: Klaus Müller

Die Zahlen, die bei der jüngsten Sitzung des Waldbronner Gemeinderates kundgetan wurden, sorgten in dem Gremium für eine Menge Unwillen und Ärger. Es ging dabei um über eine halbe Million Euro.

Diese Mittel muss der Gemeinderat als „zusätzliche Haushaltsmittel“ für die Erweiterung und Sanierung der Etzenroter Waldschule freigeben. Was er auch tat.

Mit Jürgen Volpp (Freie Wähler) stimmte ein Gemeinderat gegen die Beschlussvorlage, weitere 550.000 Euro für das Schulprojekt bereitzustellen. Nur, was nützt die Gegenstimme, wenn das Kind bereits in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen ist. Die Gemeinde muss bezahlen.

Unklar, ob die Kostensteigerung bei der bisherigen Prognose bleibt

Allerdings ist es noch gar nicht sicher, ob es bei genau dieser Kostensteigerung bleibt. Von einer „Kostenprognose“ sprach einer der Überbringer der für Waldbronn teuren Botschaft, Christoph Klinkott (Büro Klinkott Architekten).

„Wir haben die Schlussrechnungen der Firmen noch nicht“, bemerkte der Architekt. Insgesamt, so auch in den Gemeindehaushalt eingestellt, sollte die Erweiterung und Sanierung der Schule 2,2 Millionen Euro (brutto) kosten. Inzwischen liegt der „prognostizierte“ Kostenrahmen bei 2,75 Millionen Euro.

Zur Erinnerung: Im Sommer 2020 beschloss der Gemeinderat, das Vorhaben anzugehen. Mitverantwortlich für die Kostensteigerung macht Jürgen Hemberger, Leiter des Technischen Amtes in der Gemeindeverwaltung, die Folgen und Auswirkungen der „Corona-Krise“.

Allein die Kosten für den Rohbau wären um 29 Prozent gestiegen. Ergebnislos seien die Ausschreibungen für die ursprünglich vorgesehene Schulerweiterung in Holzbauweise geblieben. Infolgedessen habe man dem Gemeinderat vorgeschlagen, von einer Vollholzkonstruktion auf einen Massivbau umzustellen, sagte Hemberger weiter.

Es war nicht alles glorreich.
Christoph Klinkott
Architekt

Das Ende vom Lied: „All das führte zu erheblichen Verzögerungen im Bauablauf, was sich auf die Kosten auswirkte“, bilanzierten der Amtsleiter und der Architekt.

Dass da einiges nicht so lief, wie vorgesehen, dass manches hätte vielleicht besser laufen können, räumte Klinkott ein: „Es war nicht alles glorreich.“ Ross und Reiter, um etwas konkreter zu werden, nannte er in diesem Zusammenhang indes nicht.

Arbeiten an der Etzenroter Waldschule sollen Ende des Jahres ihren Abschluss finden

Eine bisweilen mangelnde Projektbegleitung hielt Joachim Lauterbach (CDU) den Projektverantwortlichen vor. Zudem bemängelte er, dass die Berechnungen von Anfang zu niedrig angesetzt worden seien.

Mit den Zahlen hätte man viel früher in den Gemeinderat kommen müssen, befand Beate Maier-Vogel (Grüne). Gleichzeitig zeigte sie sich mit dem „ansprechenden Ergebnis“ der Sanierung zufrieden. Ein „gewisses Verständnis“ brachte Jens Puchelt (SPD) für die Kostenentwicklung auf. Nur komme das mit Blick auf die Haushaltssituation der Gemeinde zum „falschen Zeitpunkt“.

Und zum Schluss doch noch eine gute Nachricht: Ende des Jahres sollen laut Hemberger die Arbeiten an der Schule ihren Abschluss finden.

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