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Hohe Kosten, keine Eisläufer

Eistreff Waldbronn macht wegen Corona vorzeitig Schluss – was kommt im Sommer?

Früher als geplant ist im Eistreff Waldbronn die Saison beendet. Corona hat das Schlittschuhlaufen bis auf weiteres unmöglich gemacht, gleichzeitig laufen die Kosten davon.

Beliebt, aber geschlossen: Der Waldbronner Eistreff leidet unter dem neuerlichen Corona-Lockdown. Er beendet die Saison jetzt schon und nicht erst im März. Foto: Kurverwaltung Waldbronn

Der Eistreff Waldbronn beendet seine Saison vorzeitig. Eigentlich sollte sie bis in den März hinein dauern, doch der anhaltende Lockdown bringt die gemeinnützige Betreibergesellschaft zunehmend in die Bredouille.

„Wir gehen nicht davon aus, dass wir in absehbarer Zeit wieder Leute aufs Eis lassen können“, sagt Alexander Schroth, in Personalunion Vorsitzender des Fördervereins Eistreff und einer der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.

Seit Mitte Dezember Komplettschließung

Seit Mitte Dezember sei der Eistreff genauso von der Komplettschließung betroffen wie andere Sport- und Freizeitstätten. Zuvor gab es (Start 2. November) die Möglichkeit, den Eistreff zum Einzel-oder Paarlauf und für Familien stundenweise zu mieten.

„Das lief richtig gut, wir waren bis Mitte Dezember ausgebucht“, erzählt Schroth. Canceln musste der ERC die beim Publikum so beliebte Silvestergala, sie konnte nicht einmal mehr in abgespeckter Form, also als vereinsinternes Schaulaufen“ stattfinden.

Wir haben die Entscheidung schweren Herzens getroffen.
Alexander Schroth, Vorsitzender Förderverein Eistreff

Die jetzige Entscheidung, die in Absprache zwischen Geschäftsführung, Gründungsgesellschafter Beiratsvorsitz, ERC-Vorstand und Förderverein gefallen sei, habe man aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen „schweren Herzens“ getroffen.

Die energieintensive Kälteanlage des Eistreffs verursache monatliche Kosten in Höhe von 15.000 bis 20.000 Euro, hinzu kämen Strom- und weitere Fixkosten sowie die Pacht an die Kurverwaltung. „Wir mussten da einfach die Notbremse ziehen“, bedauert Schroth, der sich hier auch in Übereinstimmung mit Manfred „Mannix“ Wolf, dem weiteren Geschäftsführer der Betreibergesellschaft befindet.

An Sommerkonzept wird gearbeitet

In der Konsequenz bietet sich jetzt für die Bundesliga-Eishockey-Mannschaft (Damen),, die Mad Dogs Mannheim, keine Möglichkeit mehr, in Waldbronn zu trainieren. Das hatte sie bis zuletzt einmal wöchentlich getan, da Spitzensport vom Lockdown nicht betroffen ist.

Für Wolf und Schroth geht es in den nächsten Wochen, wenn die Abtauarbeiten abgeschlossen und Reparaturarbeiten erledigt sind, vor allem darum, ein tragfähiges Sommerkonzept zu erstellen. Erste Ideen seien da, etwa in Richtung Inline-Hockey oder Adventure-World. Im Herbst 2021 hoffen die Eistreff-Verantwortlichen wieder an den Start gehen zu können.

Förderverein wächst ständig

Eine dauerhafte Schließung „ist für uns definitiv kein Thema“ so Schroth. Der Förderverein sei inzwischen auf mehr als 200 Mitglieder angewachsen, Ehrenamtliche brächten sich in die Arbeit mit ein - etwa bei der Eisflächenpräparierung oder bei Renovierungen. Außerdem sei das Crowdfunding (Kapitaleinwerbung) erfolgreich gewesen.

Einzige Eislaufhalle im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

Um den Eistreff und seinen Fortbestand war lange Zeit gerungen worden. Er ist die inzwischen einzige Eislaufhalle im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Erst im Mai 2020 fiel die mehrheitliche Entscheidung im Waldbronner Gemeinderat, der Betreibergesellschaft und ihrem Konzept eine Chance zu geben. Der Pachtvertrag läuft zunächst einmal auf fünf Jahre. Die jährliche Pacht beträgt 20.000 Euro.

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