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Entspannung mit Sicherheits-Abstand

Wegen Corona kamen nur halb so viele Gäste wie sonst ins Albgau-Freibad

Auch unter Corona-Bedingungen läuft der Betrieb im Albgau-Freibad unaufgeregt: Die Badegäste halten Abstand untereinander, die Schwimm-Meister achten auf einen reibungslosen Ablauf, bei dem niemand gefährdet wird.

Vorletzter Sonntag im Albgau-Freibad: die Saison wurde zuvor verlängert. Foto: Natalie Friedrich

Von Natalie Friedrich

Wer zuerst kommt, liegt zuerst. Fünf Menschen warten vor dem Albgau-Freibad Ettlingen bei noch recht schattigen Temperaturen. Dabei halten sie beinahe so viel Abstand, wie die beiden Fahrräder in dem noch verwaisten Fahrradständer. Als eine Kirchturmuhr 10 Uhr schlägt, betreten sie das Freibad, und die Hälfte bewegt sich prompt in Richtung der begehrten Liegestühle. Das Wasser glitzert in einem hellen Blau, die beiden Rutschen warten auf ihren Einsatz, und über die noch leeren Grünflächen schallt der Rhythmus von Rasensprengern.

Diese Morgenidylle ist es auch, die Ulrike Strauss und ihren Mann zu den ersten Besuchern zählen lässt. Sie kommen aus Königsfeld im Schwarzwald, besuchen aber ihre Tochter in Karlsruhe und wollen sich nun einen schönen Tag machen. „Wir sind hier sozusagen Touristen – aber immerhin schon zum dritten Mal am Ende dieser Bade-Saison“, lacht Ulrike Strauss.

Ihr Mann kehrt gerade mit den Liegen zurück und erzählt beiläufig, dass ihm eine elektronische Bezahlung via Smartphone für die Eintrittskarten ein wenig widerstrebe. Er bevorzugt die Lösung seines Heimatortes: online reservieren und anschließend vor Ort bezahlen.

Nichtsdestotrotz kann man laut dem Ehepaar das Schwimmbad und dessen Umgang mit Corona „nur loben“. „Auch der Bahnanschluss von Karlsruhe sei perfekt – „wir sind bis vor die Tür gefahren“, ergänzt Ulrike Strauss. Insgesamt scheint die neue Bezahlmethode aber kaum jemanden vom Freibadbesuch abzuhalten.

Verwaltung zufrieden

Daniel Daul, Leiter der Ettlinger Bäder, sagte am Freitag: „Die Besucherzahl 2020 liegt derzeit bei rund 53.000, was ein recht guter Wert ist. Gerade, wenn man den Umstand berücksichtigt, dass wir nur ein Drittel der Besucher hereinlassen können.“ Vor Corona lag der Zulauf bei etwa 100.000 Menschen pro Jahr, aber insgesamt sei man mit dieser Saison zufrieden.

Eine halbe Stunde nach Einlass erfreut sich das große Schwimmerbecken mit neun Personen der größten Beliebtheit. Alle Schilder, die an den obligatorischen Sicherheitsabstand und die gängigen Hygienemaßnahmen erinnern, tänzeln leicht im Wind; zwei Bademeister drehen ihre Runden zwischen den Becken.

„Eigentlich halten sich die Leute ziemlich gut an die Hygienevorschriften. Es gibt zwar immer ein, zwei Menschen, die man nochmals darauf aufmerksam machen muss, aber sonst funktioniert das wirklich gut, wie man hier sieht!“, sagt Bademeister Marius Deck und deutet dabei auf das Schwimmerbecken.

„Nur einer aufs Sprungbrett!“

Inzwischen ziehen dort elf Menschen in vorgegebener Schwimmrichtung ihre Bahnen - im selben Moment tritt eine Gruppe von sieben Erwachsenen und acht Kindern durch den Eingang. Es ist 10.45 Uhr, und nun kommt Leben in das Freibad. Auch auf den sonnengewärmten Fliesen vor den Rutschen sind nun vermehrt die charakteristischen Fußabdrücke von Kindern zu erkennen.

„Nur einer auf das Sprungbrett!“, ruft einer der Bademeister. Vanessa Giebel aus Bietigheim löst den Blick vom sichtlich amüsierten Kinderpulk und erzählt: „Die einwöchige Verlängerung im Freibad war ein Glück für uns – es steht nämlich noch ein Kindergeburtstag an, und das passt dann genau!“

Ihr Mann David verrät: „Dieses Jahr sind wir häufiger an die Badeseen ausgewichen. Der Vorteil dort war, dass unser Besuch im Vergleich zu vielen Schwimmbädern nicht auf zwei Stunden beschränkt war.“ Silke Merkel, ebenfalls aus Bietigheim, merkt an: „Im Schwimmbad ist durch erforderliche Karten-Reservierungen die Spontanität ein wenig verloren gegangen.“

Nun, eine Stunde nach Einlass, ist der Gedanke an kühles Wasser gar nicht mehr so uncharmant. Die Besucher am Eingang scheinen diesen Gedanken zu teilen, und so spült die Wärme nach und nach Menschen aus Ettlingen, Umgebung und darüber hinaus ins Albgau-Freibad – und das noch bis zum 27. September.



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