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Vorstellung in Wort und Bild

Weihnachtskrippen in Ettlingen haben ganz eigene, teils lange Geschichten

In der Weihnachtszeit sind die Kirchen allerorten festlich geschmückt. Beliebte Anschauungsobjekte von Groß und Klein sind zumeist die Krippen. Zu Weihnachten hat sich die BNN-Redaktion in Ettlingen umgeschaut und stellt die Krippen selbst sowie ihre Geschichte vor.

Aufbau der Krippe in der Ettlinger Martinskirche.
Zum 26. Mal baut Mesnerin Gertrud Nock zusammen mit einem Helferteam die Krippe in der Ettlinger Martinskirche auf. Die Krippe selbst hat aber noch weit mehr Jahre auf dem Buckel. Foto: Florian Krekel

Wer kennt sie nicht, die Weihnachtsgeschichte mit Maria und Josef, die durch die Nacht ziehen und vergeblich um Herberge bitten, ehe sie schließlich einen Stall auftun, in dem in der heiligen Nacht Jesus geboren wird?

Darüber, wie dieser Geburtsort Jesu in Bethlehem tatsächlich ausgesehen hat oder wo genau er lag, gibt es allerdings viele Deutungen. Allen gemein ist nur, dass das neugeborene Kind in einer Futterkrippe gelegen haben soll.

In Deutschland – und auch anderen Ländern Mitteleuropas – herrscht das ikonische Bild eines typisch abendländischen Stalles vor, der bei den Weihnachtskrippen gern mit den hiesigen Traditionen und landschaftlichen Bedingungen kombiniert wird und so eine festlich weihnachtliche Stimmung erzeugen soll.

Oft haben die Krippenfiguren einen beträchtlichen Wert, sind sehr alt und stammen nicht selten von der Hand eines (regional) bekannten Künstlers. In der Weihnachtszeit sind sie in den Kirchen beliebte und begehrte Anschauungsobjekte. Unsere Redaktion hat sich zu Weihnachten in Ettlingen umgeschaut und stellt die Geschichten und Ideen, die hinter einigen Krippen stecken, in Wort und Bild vor.

Pfarrkirche Herz Jesu

Die Krippe in der Kirche Herz-Jesu in Ettlingen.
Die Krippe in der Kirche Herz Jesu besteht aus geschnitzten Holzfiguren, die in den 80ern von Josef Hasenmailer hergestellt wurden. Das Jesuskind wird erst an Weihnachten hineingelegt. Foto: Florian Krekel

Die Krippe besteht laut Lukas Berg, Ministrant und Krippenbeauftragter in Herz Jesu, aus geschnitzten Holzfiguren, die etwa um 1980 von Josef Hasenmailer hergestellt wurden und die alten Gipsfiguren ablösten, die bis zu diesem Zeitpunkt verwendet wurden.

Die Umhänge und genähten Gewänder der Figuren wurden vom damaligen Handarbeitskreis der katholischen Frauengemeinschaft aus Stoffen gestaltet. Die Krippe erzählt vom ersten Advent an die Weihnachtsgeschichte und ist an das jeweilige Evangelium angepasst. Diese wiederholen sich in einem Drei-Jahres-Rhythmus, so Berg.

St. Martinskirche

Aufbau der Krippe in der Ettlinger Martinskirche.
Zum 26. Mal baut Mesnerin Gertrud Nock zusammen mit einem Helferteam die Krippe in der Ettlinger Martinskirche auf. Die Krippe selbst hat aber noch weit mehr Jahre auf dem Buckel. Foto: Florian Krekel

Die Krippe in der Martinskirche wird in der Vorweihnachtswoche von einem Team aus Ehrenamtlichen um Mesnerin Gertrud Nock aufgebaut. Sie ist eingerahmt von echten Tannenbäumen, wie auch in anderen Kirchen zum Teil der Fall.

Die Figuren bestehen aus Gips und sind bemalt. Wie alt die Krippe genau ist, weiß niemand aus dem Aufbauteam mehr. „Sicher mehr als 50 Jahre“, sagt Nock, die bereits zum 26. Mal für den Aufbau verantwortlich zeichnet.

Aus den Tannenbäumen hinter der Krippe schaut übrigens ein kleiner Teufel: „Das ist unsere Art der Inszenierung“, sagt Nock. „Denn das Böse gab es ja auch schon bei Jesu Geburt. Er kam ja schließlich in die Welt, um die Menschen vor dem Bösen zu retten.“

Liebfrauenkirche, Ettlingen-West

Krippe und Aufbauteam in der Liebfrauenkirche Ettlingen
In der Liebfrauenkirche in Ettlingen-West kümmert sich seit Jahrzehnten ein eingespieltes Team aus Gemeindemitgliedern um den Aufbau der Krippe kurz vor Weihnachten. Foto: Florian Krekel

Die Krippe der Liebfrauenkirche geht auf eine Idee des einstigen Kaplans Alois Kaiser zurück. Der sei, erinnert sich das Aufbauteam, das sich seit Jahrzehnten um die Krippe kümmert, zu Beginn der 1980er-Jahre zunächst aushilfsweise nach Ettlingen gekommen. Er habe zusammen mit dem damaligen Mesner Franz Stenger den Vorschlag eingebracht, eine Krippe mit Figuren eines bekannten Schnitzers aus Kaisers Heimat, dem Allgäu, zu erstellen.

Gesagt, getan. Kaiser fuhr in seine Heimat und besorgte die ersten Figuren. Die Krippe selbst wurde von Stenger und Gemeindemitgliedern gebaut und erhalten und über Jahre stets mit weiteren Figuren aus dem Allgäu erweitert.

Johanneskirche

Die Krippe der Evangelischen Johannesgemeinde Ettlingen
Die Krippe der Evangelischen Johannesgemeinde Ettlingen. Sie wurde im Sommer 1981 von der damaligen Gemeindediakonin Ursula Tanck gestiftet. Foto: Johannesgemeinde Ettlingen

Die Krippe in der Johanneskirche wurde laut Auskunft des Pfarramtes im Sommer 1981 von Ursula Tanck, der damaligen Gemeindediakonin, gestiftet. Hergestellt wurden die handgeschnitzten Holzfiguren demnach von der Firma Ernst Thoma im Schwarzwald.

Zunächst gab es die Heilige Familie, zwei Hirten und drei Tiere. Im Sommer 1983 ergänzte man einen Hirten mit Kind und zwei weitere Schafe. Allerdings sind diese Figuren nicht aus Holz, sondern aus mattiertem Ton. Eine Besonderheit der Krippe ist: „Der Engel fehlt. Warum, ist uns aber nicht bekannt“, sagt Pfarrer Andreas Heitmann. Die Krippe werde seit vielen Jahren von Familie Welsch aufgebaut.

St. Dionysius, Ettlingenweier

Pfarrer Roland Merz (links) und der Bildhauer Rudi Bannwarth bauen zu Beginn der letzten Adventswoche gemeinsam die Krippe in St. Dionysius in Ettlingenweier auf.
Pfarrer Roland Merz (links) und der Bildhauer Rudi Bannwarth bauen gemeinsam die Krippe in St. Dionysius in Ettlingenweier auf. Foto: Florian Krekel

Die Krippe in St. Dionysius ist relativ jung. Sie stammt von der Hand des bekannten Holzbildhauers Rudi Bannwarth aus Ettlingenweier. Er hat die Figuren sukzessive seit dem Jahr 2011 geschaffen.

Bannwarth baut die Krippe auch zusammen mit Pfarrer Roland Merz auf. Es handelt sich auch hier um eine Szenenkrippe. Die Krippe verändert sich also an jedem Adventssonntag bis Weihnachten.

Die Figuren der Heiligen Drei Könige kommen allerdings schon an Weihnachten hinzu, damit die Menschen mehr Zeit zum Anschauen haben, da der Dreikönigstag im allgemeinen Bewusstsein „leider an Bedeutung verloren hat“, so Pfarrer Merz. Ein vor dem Jesuskind positioniertes Schaf symbolisiere das Agnus Dei, das reine Lamm Gottes, und solle verdeutlichen, dass Jesus gekommen ist, um für die Sünden der Menschen zu sterben.

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