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Bis Montag auf Dickhäuterplatz

Hoch hinaus in der Manege von Zirkus Edmund Kaiser in Ettlingen

Noch bis Montag gastiert der Zirkus Edmund Kaiser in Ettlingen auf dem Dickhäuterplatz. Die Premiere brachte vor allem viele kleine Besucher zum Staunen.

Alex Kaiser sorgt mit seinem Handstand auf Stühlen, die auf Sektflaschen stehen, für Begeisterung beim Publikum im Zirkus Edmund Kaiser. Foto: Tanja Feller

So etwas hat das kleine Mädchen noch nie gesehen. Gebannt verfolgt Lena Ochs mit großen Augen und offenem Mund wie eine Artistin im Glitzerkostüm knapp unterhalb der Zirkuskuppel komplett ungesichert einen Spagat turnt.

Ausschließlich ihre in weißen Schläppchen steckenden Fußspitzen finden Halt in einem dunklen Netz. Ansonsten trennen die athletische Frau ganze acht Höhenmeter von dem vierjährigen Mädchen, das jede ihrer Bewegungen aufgeregt verfolgt.

Ein paar Zuschauer auf den Rängen klatschen und pfeifen, aber Lena Ochs ist so fasziniert, dass sie sogar ihr Popcorn vergisst. Mit ihr fiebern Bruder Paul und die Großeltern, die gemeinsam einen unterhaltsamen Familiennachmittag im Circus Edmund Kaiser auf dem Ettlinger Dickhäuterplatz verbringen.

„Sie wird doch nicht herunterfallen“, ist in den leicht besorgten und zugleich faszinierten Augen von Amelie Habig zu lesen. Die Fünfjährige war noch nie im Zirkus, zumindest kann sie sich nicht erinnern. Ein kurzer Schreckmoment, dann die Erleichterung.

Zirkus-Junior-Chefin Angelina Kaiser, die die Trapeznummer turnt, ist nur einige Meter im Seil heruntergepurzelt, nur um direkt danach wieder hinaufgezogen zu werden und weitere Kunststücke zu vollbringen. Wow-Rufe ertönen aus dem Publikum.

Noch bevor der Applaus verhallt, betritt der Publikumsliebling Beppo die Manege und startet einen Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer: „Liebe Rinder“, bringt er die Kinder zum Lachen. „Ach Schulstinker seid ihr“, witzelt der Clown, der auf die Frage was die Hälfte von acht sei, beweist, dass auch er einst ein Schulkind war: „Halb acht“, so seine Antwort, die auch so manchen Eltern Tränen in die Augen drückt.

Zirkus-Direktor Edmund Kaiser zeigt in Ettlingen die Kamele

Eine Darbietung jagt die nächste: die Kamele, angeleitet von Direktor Edmund Kaiser, kommen den Zuschauern fast zum Anfassen nah, Pferde wirbeln den Zirkusstaub auf, ein junger Mann stapelt Paletten auf einer Römischen Rolle und klettert durch Reifen, was die Nummer noch wackeliger macht.

Alex Kaiser jongliert mit Feuerkeulen und Marlon, der „Junge mit der eisernen Kinnspitze“, schafft es, fünf aufeinander gestapelte Stühle freihändig auf seinem Kinn zu balancieren. „Das sind 65 Kilogramm“, lobt Direktor Edmund Kaiser in einer Durchsage, bevor er zur Tiershow einlädt.

„Ich fand das Pferd, das Beppo geboxt hat, lustig“, erzählt Pia Bär, während sie die Alpakas bestaunt. Paul Ochs hat die Stuhlnummer am meisten beeindruckt. „Die Kamele waren aber auch toll“, so der Siebenjährige.

Weitere Vorstellungen sind an diesem Samstag um 15 und 18 Uhr, am Sonntag, 7. November, um 11 und 15 Uhr und am Montag, 8. November, um 15 Uhr. Info und Tickethotline: (01 74) 7 64 18 00.

Nach der gefühlt viel zu kurzen Pause – denn die Kinder könnten Stunden bei den Tieren verbringen – sorgt Alex Kaiser mit seinem Handstand auf einem wackeligen Stuhl-Flaschenturm nochmal für Hochspannung in der Manege. Es wird mucksmäuschenstill, als er zunächst das Podest hinaufsteigt, auf dem vier Sektflaschen stehen.

Auf den Sektflaschen türmt der junge Mann sechs Stühle aufeinander, an denen er vorsichtig hinaufklettert. Der Turm schwankt, ein Trommelwirbel ertönt aus dem Zirkuszelt, dann ein umwerfender Applaus. Das Kunststück ist geglückt und alle können aufatmen. Es folgt ein Fakir der Feuer spucken kann.

Der jüngste Nachwuchs der Zirkus-Familie Kaiser ist elf Monate alt

Zuletzt kommen alle Künstler noch einmal hinter dem Vorhang vor, um sich zu verbeugen. Nanu, wer ist denn das? Ein Kleinkind torkelt in die Manege. Mit ihren elf Monaten ist Madison Summer noch etwas wackelig auf den Beinen und fällt rückwärts auf ihre Windel. Die Kleine im Glitzerbody lacht und winkt.

Kerstin Habig im Publikum ist ganz gerührt von dem Anblick. Als Vater Alex Kaiser das jüngste Familienmitglied am gestreckten Arm noch oben hält, johlt die Menge. Wie eine Freiheitsstatue steht das Kleinkind für wenige Sekunden auf der Hand des Vaters und wird von Applaus überschüttet.

Mit solch einem Nachwuchs dürfte die Zukunft der Zirkusfamilie gesichert sein und die Besucher gehen lobenden Wortes nach Hause.

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