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Wiedereröffnung am Freitag

Europa-Park setzt auf neue Apps gegen Corona-Infektion

Der Europa-Park in Rust nimmt am Freitag, 29. Mai, seinen Betrieb wieder auf. Parkbetreiber Roland Mack will dabei diejenigen Besucher belohnen, die sich an die Abstandsregeln halten. Allgemein müssen Besucher mit einigen Einschränkungen rechnen.

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Foto: None

"Wir werden jeden Tag lernen, mit der neuen Situation umzugehen": So lautet das Versprechen des Europa-Park-Chefs Roland Mack vor der Wiedereröffnung der größten Freizeitanlage Deutschlands. Am Freitag endet die mehrwöchige Corona-Zwangspause für den Park mit einer Fläche von 133 Fußballfeldern, den in den ersten zwei Wochen maximal 10.000 Besucher täglich erleben dürfen. Sie alle müssen ihre Tickets im Online-Shop vorbuchen.

"Es tut uns weh", sagt Roland Mack zu den Sicherheitsauflagen, die nach seiner Einschätzung die Wirtschaftlichkeit des Parks stark beeinflussen und den Gästen einiges an Geduld und Disziplin abverlangen werden. Der Gesundheitsschutz habe jedoch laut Mack oberste Priorität: "Wir wissen, dass es mit dem Virus nicht zu spaßen ist."

Noch keine Perspektive für Wasserwelt Rulantica?

Zur live im Netz übertragenen Video-Pressekonferenz am Dienstag im Park ließen die Betreiber bei strahlendem Sonnenschein im Hintergrund die unbesetzten Attraktionen fahren. Gleichzeitig zerrten heftige Windstöße am Pavillon mit den Kameras. Vielleicht ein Zeichen für einen schwierigen Neuaufbruch.

Rund 100 Millionen Euro hat den Park die um zwei Monate verzögerte Eröffnung gekostet. Angesichts der reduzierten Besucherströme können von den rund 4.000 Mitarbeitern zunächst nicht alle aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden. Der Park muss auf seine Shows verzichten. Auch die Perspektiven der nach nur drei Monaten in Betrieb geschlossenen Wasserwelt Rulantica bleiben in der Epidemie weiterhin unklar.

Für mich ist das Glas halb voll, nicht halb leer.
Roland Mack, Chef des Europa-Parks

Die Sicherheitspläne für den neuen Wasserpark seien in der Landesregierung eingereicht, eine Freigabe gebe es dennoch nicht. "Da kämpfen wir noch", sagte Mack, der beim Pressevent ein Glücksschweinchen vor die Kamera hielt, das ihm ein kleiner Fan geschickt hatte. "Hoffentlich werdet ihr nicht wieder schließen müssen", schrieb die Schülerin in ihrem Brief.

Der Patriarch will jedoch nach eigenen Worten keinen Gedanken daran verschwenden, was im Fall eines zweiten Lockdowns nach einem erneuten Ausbruch der Infektionen auf seine Familie zukommen könnte. "Für mich ist das Glas halb voll, nicht halb leer", sagt  Mack, der zum Start in die neue Saison extra ein optimistisches Musikvideo hat aufnehmen lassen. Der Song „mit Hitpotenzial“ heißt „Feel Free“ und soll den Besuchern das Gefühl der Freiheit und Freude vermitteln. Dabei appelliert die Parkleitung jedoch auch an das Verantwortungsgefühl der Gäste und beschwört sie, die neuen Vorschriften zu befolgen.

Neue Distanz-App soll Besucher belohnen

Dazu gehören der Verzicht auf den Besuch der Freizeitanlage bei erhöhter Temperatur, häufiges Händewaschen im Park, das Tragen des Mundschutzes in den Attraktionen und geschlossenen Räumen sowie der übliche Sicherheitsabstand von 1,5 Metern.

Menschenleer: Der zu dieser Jahreszeit sonst sehr belebte Europa-Park in Rust ist wegen der anhaltenden Corona-Krise geschlossen.
Foto: dpa

Die Betreiber warten zur Eröffnung am 29. Mai mit einigen Neuerungen auf, die die Einhaltung der Corona-Regeln erleichtern sollen. Dazu gehören eine neu entwickelte Distanz-App, die die Entfernung zum nächsten Handybesitzer messen soll. Wer sich nach der Distanz-Ampel richtet, wird laut Mack Punkte sammeln und zum Beispiel mit einer Achterbahnfahrt ohne Anstehen belohnt werden. "Keine Angst, bei Rot wird man auch nicht aus dem Park herausgeschmissen", beruhigt der Betreiber.

Neu ist die Möglichkeit, sich virtuell in die Warteschlangen "einzustellen". Eine App benachrichtigt in diesem Fall die Besucher, wenn sie an die Reihe kommen. In den Achterbahnzügen werden mit Blick auf die Epidemie einige Reihen freigelassen. Die Haltebügel werden nach jeder Fahrt desinfiziert. Um das Ansteckungsrisiko für die Mitarbeiter zu minimieren, werden nun die mitfahrenden Personen selbst prüfen, ob ihre Haltebügel richtig geschlossen sind. Roland Mack hat hier keinerlei Sicherheitsbedenken: "Das System meldet dem Operator, wenn der Bügel offen ist, und es gibt keine Freigabe für die Fahrt."

Voerst keine Angebote für Gruppen

Wegen der Zugangsbeschränkungen soll es im Europa-Park vorerst keine speziellen Angebote für Gruppen oder Schülerklassen geben. Auch die Besitzer von Jahreskarten, die normalerweise einen unbegrenzten Zutritt erlauben, müssen sich gedulden. Sie werden bis auf weiteres nur einmal im Monat im Ticketshop – je nach Verfügbarkeit – ein kostenfreies Ticket kaufen können. Diese "Club-Karten" soll sich laut Betreibern zudem automatisch um die Dauer der Übergangsphase verlängern, sobald der Park wieder seinen normalen Betrieb aufnimmt.

Am Freitag (29. Mai) starten neben dem Europa-Park in Rust bei Freiburg noch der Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn), der Schwabenpark in Kaisersbach (Rems-Murr-Kreis) und das Ravensburger Spieleland in Meckenbeuren (Bodenseekreis) ihre verspätete Saison. Am Samstag folgt dann in der Nähe von Ulm das Legoland Günzburg (Bayern).

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