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Web.de und GMX

Fake News und Spam: Karlsruher E-Mail-Anbieter warnen vor Betrügern in der Corona-Krise

Fiese Masche mit der Angst der Bürger: Betrüger greifen in Corona-Zeiten verstärkt die 34 Millionen E-Mail-Nutzer von Web.de und GMX an. Ihre Ziele: Geld abgreifen, Schadsoftware aufs Tablet und Smartphone bringen, Daten stehlen. Davor warnt Web.de.

In der Karlsruher Zentrale von Web.de ist man alarmiert. Trittbrettfahrer nutzen die Corona-Sorgen aus. Foto: Fabry

Fiese Masche mit der Angst der Bürger: Betrüger greifen in Corona-Zeiten verstärkt die 34 Millionen E-Mail-Nutzer von Web.de und GMX an. Ihre Ziele: Geld abgreifen, Schadsoftware aufs Tablet und Smartphone bringen, Daten stehlen. Davor warnt Christian Friemel, der Pressesprecher von Web.de und GMX in Karlsruhe.

Deutschlands größter E-Mail-Anbieter verarbeitet die Daten seiner Nutzer in seinen Rechenzentren im Großraum Karlsruhe. Etwa jeder zweite deutsche Internet-Nutzer mailt mit Web.de und GMX. „Der Anteil an Phishing-Mails mit Coronabezug insgesamt liegt aktuell bei Web.de und GMX bereits pro Woche im zweistelligen Millionenbereich", sagt Friemel im BNN-Gespräch.

Fake-Shops bieten Corona Tests und Atemschutzmasken

In den kommenden Tagen ginge er von einer weiteren Steigerung aus. Von erkannter Spam entferne man Bilder und gefährliche Links und stelle sie in den Spam-Ordner.

Mit Glück ist dann nur das Geld verloren
Christian Friemel, Pressesprecher von Web.de und GMX

Dennoch bleiben Gefahren. Dubiose Shop-Angebote gehören dazu. Laut Friemel werden auf unseriösen Shop-Seiten Corona-Schnelltests, Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken angeboten, bei denen besorgte Bürger – bei Angabe ihrer Daten – bestellen sollen. Friemel: „Mit Glück ist dann nur ein bezahlter Geldbetrag verloren – mit Pech verwenden die Online-Kriminellen die Daten für weitere Strafdaten wie beispielsweise Identitätsdiebstähle.“

Coronavirus birgt Gefahr für Fake-News

Das Netz hat bekanntlich auch seine Tücken, was die die Verbreitung von Nachrichten angeht. Menschen sind neugierig, wenn sich ein Prominenter angeblich mit dem Coronavirus infiziert hat. Sie sind naiv, wenn ihnen reißerisch mitgeteilt wird, dass eine Behörde – vermeintlich – neue Anordnungen erlässt.

In eigener Sache

Auf bnn.de arbeiten wir mit Diensten von Google, um Werbung einzuspielen. Wir bemühen uns sehr darum, unangebrachte und irreführende Werbung auszuschließen. Zum Beispiel blockieren wir Werbung für Shops, die von der Corona-Krise mit überteuerten Schutzmasken profitieren wollen, soweit das für uns möglich ist.

Folgende Bereiche haben wir für Bannerwerbung komplett ausgeschlossen: medizinische Geräte, Ausstattungen und Verbrauchsmaterialien, professionelle medizinische Ressourcen, Reise und Tourismus sowie Restaurants.

Zudem versuchen wir, folgende Themen noch mal gesondert herauszufiltern: Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel, Testament oder Patientenverfügung sowie Hotlines.

Dann werden rasch E-Mails geöffnet, angehängte Dokumente angeklickt oder Falschinformationen weitergeleitet, warnt Web.de vor Corona Fake-News. Friemel: „Mit jedem Klick können sensible Daten in die Hände von Online-Kriminellen gelangen“ – oder eben Falschnachrichten verbreitet werden, die Ängste schüren.

Umso wichtiger sei es, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Sachliche Informationen gibt es auf den offiziellen Seiten des Robert-Koch-Instituts oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Seriöse Medien wie die Badischen Neuesten Nachrichten arbeiten journalistisch, indem sie beispielsweise Quellen hinterfragen.

Spendenaufrufe und Studienergebnisse sind Spam

Web.de und GMX sehen in sogenannten Fake-Science eine weitere Variante. E-Mail-Nutzer sollen so mit gefälschten sensationellen neuen Studienergebnissen zu Corona geködert werden.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

Auch bei E-Mail-Spendenaufrufen zu Corona sollte man laut Friemel vorsichtig sein. „In vielen Fällen sind so nicht nur die gespendeten Geldbeträge verloren. Mit Pech hat man dann auch unfreiwillig den Online-Betrügern die eigenen Zugangsdaten zu Zahldiensten wie PayPal oder paydirekt übermittelt.“

Bis zu 60 Millionen Angriffe auf die Deutsche Telekom täglich

Bereits seit Jahresbeginn registriere die Deutsche Telekom vergleichsweise viele bösartige Spam-Mails. Eine weitere Welle aufgrund des Corona-Effekts könne er nicht feststellen, so Christian Fischer, Pressesprecher bei der Deutschen Telekom. Die Angriffsversuche auf die Infrastruktur der Deutschen Telekom nähmen aber generell zu. Ende 2019 gab es laut Fischer 42 Millionen solcher Attacken pro Tag, in der Spitze bis zu 60 Millionen.

Der Konzern hat 17 Sicherheitszentren weltweit, in denen er solche Angriffsversuche registriert. Außerdem arbeitet er mit Honeypot-Netzwerken. Diese „Honigtöpfe“ sollen Hacker in die Falle locken. Die Deutsche Telekom will so lernen, wie diese aktuell vorgehen.

Die BNN fragten neben Web.de, GMX und der Deutschen Telekom auch bei dem E-Mail-Anbieter Google zu dem Thema an. Bislang gab es aber keine Rückmeldung.

Wie wir über die Auswirkungen des Coronavirus berichten Auf bnn.de berichten wir zurzeit verstärkt über die wichtigsten Entwicklungen rund um Corona in der Region rund um Karlsruhe, Bretten, Pforzheim, Rastatt und Bühl. Jeden Tag schränken Kliniken die Besuchszeiten ein, Schulen schließen, Firmen schicken Mitarbeiter nach Hause. Es ist selbst für unsere Redaktion zeitweise schwierig, den Überblick zu behalten. Deshalb filtern wir für unsere Leser aus der Flut an Informationen, welche der vielen Corona-Meldungen wichtig sind – unter anderem in dieser Übersicht .

Alle Informationen prüfen wir, um keine Falschinformationen zu verbreiten. Viele Menschen, auch in unserer Redaktion, machen sich ohnehin Sorgen. Wir möchten sie informieren und nicht verunsichern.

Zwei unserer Kollegen befassen sich ausschließlich mit dem Thema Corona – als unsere internen Experten. Viele weitere BNN-Redakteure recherchieren täglich zu den Auswirkungen von Covid-19 in den Städten und Gemeinden der Region. Unsere Autoren sprechen mit Entscheidern in den Landratsämtern, Krankenhäusern und in Firmen. Gleichzeitig telefonieren sie (Betroffene treffen wir derzeit nicht persönlich) mit Menschen, die Cafés schließen, Veranstaltungen absagen oder zu Hause bleiben müssen.

So möchten wir dazu beitragen, dass Menschen in der Region sich auf dem aktuellsten Stand halten können, um die richtigen Entscheidungen für ihren Alltag und ihre Gesundheit zu treffen.

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