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Internationales Programm

Mit dem Festival „Tanz Karlsruhe“ kehrt die Szene aus der Corona-Zwangspause zurück

Internationale Gastspiele waren aufgrund von Corona lange Zeit quasi unmöglich. Das Festival „Tanz Karlsruhe“ wagt nun mit einem hochkarätigen Programm einen Schritt zurück zur Normalität.

Tanz, Akrobatik und Kampfkunst verbinden sich in der Ästhetik der spanischen Compagnie GN/MC. Ihr Stück „Set of Sets“ eröffnet das Festival „Tanz Karlsruhe“ am 8. November im Tollhaus. Foto: Marti Albesa

Vor genau einem Jahr wollte das Festival „Tanz Karlsruhe“ eigentlich die Fahne der Livekultur hoch halten. Die Organisatoren passten, während ringsum reihenweise wieder Veranstaltungen abgesagt und verlegt wurden, die Ausrichtung ihrer Termine immer neu an die notwendigen Hygienemaßnahmen an.

Gestoppt wurde diese Hoffnung durch den damals kurzfristig angesetzte zweiten Lockdown ab dem 2. November 2020, der eigentlich zunächst nur vier Wochen dauern sollte und dann das Kulturleben länger als sieben Monate ausbremste.

Die Folgen davon spürt die Tanzszene auch jetzt noch. „Neue Produktionen konnten erst viel später als geplant entwickelt werden“, sagt Martin Holder, Geschäftsführer des veranstaltenden Kulturzentrums Tempel.

So habe die britische Gruppe „Motionhouse“ erst vor wenigen Wochen ihr neues Stück „Nobody“ uraufgeführt. Die Gastspiele am 17. und 18. November im Karlsruher ZKM werden die ersten Deutschland-Termine des Stücks überhaupt sein.

Festival „Tanz Karlsruhe“: Auftakt mit Preisträgern aus Barcelona

Mit solchen Verpflichtungen sowie der insgesamt hochkarätigen internationalen Besetzung setzt das Festival, das seit jeher vom Tempel und der Tanztribüne organisiert wird, ein Ausrufezeichen. So ist schon zum Auftakt am Montag, 8. November, mit der Gruppe GN/MC um Guy Nader und Maria Campos aus Barcelona eine der aktuell bemerkenswertesten Compagnien der Szene zu Gast.

Die 2017 mit dem deutschen Theaterpreis „Der Faust“ prämierte Gruppe zeigt im Tollhaus ihre aktuelle Produktion „Set of Sets“, die einmal mehr an der Schnittstelle von Tanz, Akrobatik und Kampfkunst angesiedelt ist.

Hochkarätige Termine im Karlsruher Tollhaus

Ebenfalls im Tollhaus ist die „Lange Nacht Spezial“ angesetzt, bei der am 10. November insgesamt acht herausragende Produktionen aus Baden-Württemberg in Ausschnitten vorgestellt werden.

Und auch das Finale des Festivals steigt in dem Kulturzentrum auf dem Alten Schlachthof, wenn dort am 30. November die weltweit gefeierte Gruppe von Akram Khan aus London gastiert und am 7. sowie 8. Dezember die ebenfalls international gefragte Stuttgarter Truppe von Eric Gauthier ihre „Schwanensee“-Variationen „Swan Lakes“ zeigt.

Im ZKM trifft bei „Bats“ am 20. November Tanz auf Medienkunst

Verbindungen zwischen Tanz und Medienkunst spürt das Festival schon seit längerem mit Gastspielterminen im ZKM nach. Neben der eingangs erwähnten Compagnie Motionhouse gibt es dort am 20. November das düstere Stück „Bats“ (Fledermäuse) der Sebastian Weber Company zu erleben.

Entstanden ist es als Koproduktion mit dem Festival und in Kooperation mit dem Karlsruher Medienkünstler Holger Förterer. Die Interaktion der Tänzer mit digitalen Simulationen zeigen den Menschen als „Biest in einer programmierten Wirklichkeit“, so die Vorschau im Programmheft.

Auch Staatstheater-Premiere gehört zum Programm des Festivals „Tanz Karlsruhe“

Auch das Staatstheater gehört seit einiger Zeit zu den Partnern des Festivals. Daher zählt die Premiere des ersten großen Handlungsballetts, das Ballettdirektorin Bridget Breiner speziell für Karlsruhe entworfen hat, ebenfalls zum Programm. „Was ihr wollt“ nach der berühmten Shakespeare-Komödie wird erstmals am Samstag, 13. November, im Großen Haus des Staatstheaters zu sehen sein.

Mühlburger Kulturzentrum Tempel bleibt „Homebase“ des Festivals

Die große Bandbreite des Festivals wird deutlich durch eine weitere Veranstaltung am gleichen Abend. Denn ebenfalls am 13. November ist der erste von insgesamt fünf Terminen an der angestammten Spielstätte von „Tanz Karlsruhe“ angesetzt, im Mühlburger Kulturzentrum Tempel.

Bei Edan Gorlickis Projekt „Inter-Actions: Un-Cover / Re-Cover“ handelt es sich um eine „durational performance“, eine andauernde Aufführung, die auf fünf Stunden angesetzt ist und der Darstellung von Prozessen und Entwicklungen bewusst Zeit geben will. Das Stück über die Entstehung und Entwicklung von Beziehungen findet sowohl vor Präsenzpublikum als auch online statt, wodurch auch die unterschiedlichen Formen von Begegnungen reflektiert werden.

Ebenfalls im Tempel angesetzt sind vier weitere Gastspiele. Die Preisträger des internationalen Solo-Tanz-Festival stellen sich am 15. November vor, die Dagada dance company lädt am 21. November unter dem Titel „pussy lounge“ zum „performativen Diskurs über Feminismus“, das Duo MF zeigt am 26. November sein Stück „Re-Garde“ und die Compagnie Philippe Saire aus der Schweiz verspricht für den 28. November ein „zauberhaftes Spektakel“ mit dem Titel „Hocus Pocus“.

Service

„Tanz Karlsruhe“ vom 8. November bis 8. Dezember an mehreren Spielorten. Zugang mit 2G, am Staatstheater mit 3G. Alle Termine und Infos unter www.kulturzentrum-tempel.de

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