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Ordnungsamt will reagieren

Keine Corona-Partys, aber Frühlingssonne lockt viele Menschen in Karlsruhe ins Freie

Der Bolzplatz in der Mühlburger Fanny-Hensel-Anlage ist am Donnerstagmittag verwaist. Auf dem benachbarten Spielplatz klettert ein Dreikäsehoch unter den Augen seiner Mutter einsam auf ein Gerüst. Immer wieder kommen Radfahrer oder Jogger vorbei. Das öffentliche Leben ist hier in Karlsruhe wegen des Coronavirus noch nicht zum Stillstand gekommen, doch es drosselt merklich sein Tempo.

In der Günther-Klotz-Anlage genießen trotz Corona-Verordnung am Donnerstag Familien, Studenten und ältere Menschen das gute Wetter. Foto: jodo

Der Bolzplatz in der Mühlburger Fanny-Hensel-Anlage ist am Donnerstagmittag verwaist. Auf dem benachbarten Spielplatz klettert ein Dreikäsehoch unter den Augen seiner Mutter einsam auf ein Gerüst. Zwei Jugendliche greifen an einer der Tischtennisplatten zum Schläger. Immer wieder kommen Radfahrer oder Jogger vorbei. Das öffentliche Leben ist hier in Karlsruhe wegen des Coronavirus noch nicht zum Stillstand gekommen, doch es drosselt merklich sein Tempo.

„Das ist ganz normal“, analysiert Ordnungsamtsleiter Björn Weiße. „Bis die Menschen ihre Gewohnheiten umstellen, dauert es ein paar Tage.“ Die Frühlingssonne lockt trotz Corona-Einschränkungen viele auch in andere Grünanlagen. Die meisten sitzen allein, zu zweit oder mit ihren Kindern im Gras und halten Abstand.

Am frühen Nachmittag spielen zwei junge Männer in der Günther-Klotz-Anlage Frisbee. Auch das Beachvolleyballfeld ist besetzt. Weißes Behörde schaut dabei ganz genau hin, denn sie muss sicherstellen, dass die Vorgaben der Corona-Verordnung eingehalten werden.

Ordnungsamt klärt auf

„Wir betreiben viel Aufklärung“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Vor allem größere Gruppen spricht der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) an und versucht, zu sensibilisieren. Viel mehr kann er auch nicht tun, denn grundsätzlich verboten ist es nicht, sich im Freien zu treffen. „Untersagt sind nur Versammlungen und Veranstaltungen“, erklärt Weiße. „Außerdem dürfen Spiel- und Bolzplätze nicht mehr genutzt werden.“

Genau die nimmt das Ordnungsamt derzeit besonders in den Fokus. In den nächsten Tagen sollen Schilder aufgestellt werden, die auf das Verbot hinweisen. Probleme mit größeren Gruppen von Jugendlichen, die sich wie in Freiburg zu Corona-Partys auf Grill- oder Spielplätzen treffen, gibt es in Karlsruhe derzeit keine.

Am Montag hatte jedoch ein 40 Jahre alter Mann in Karlsruhe nach Polizeiangaben über soziale Netzwerke zu einer „Corona-Ansteck-Party“ eingeladen. Dabei habe er offenbar unwahr angegeben, selbst infiziert zu sein. Erst als ihn eine Polizeistreife in seiner Wohnung aufsuchte, habe er den Beitrag im Internet zurückgenommen und es als Spaß ausgegeben.

Gruppen wollen sich treffen, um Fußball zu spielen

„Wir bekommen nur immer wieder Meldungen, vor allem über die sozialen Medien, dass sich Gruppen zum Fußball spielen oder für andere Aktivitäten treffen“, erklärt Polizei-Pressesprecherin Christina Krenz. Kommt dann eine Streife vorbei, zeigen sich die Menschen meist einsichtig.

Diese Erfahrung bestätigt auch der KOD. „Bislang mussten wir noch keine Platzverweise aussprechen“, sagt Weiße. „Es kommt nur immer wieder die Frage auf, wo denn stehe, dass man sich am einen oder anderen Ort nicht aufhalten darf.“

Auch auf dem Schlossvorplatz ist am Donnerstagnachmittag noch einiges los. Mehrere kleine Gruppen haben sich auf Decken auf den Grünflächen niedergelassen. Familien sind mit ihren Kinderwagen unterwegs.

Menschen sind bemüht, Distanz zu wahren

Wer das Treiben beobachtet, stellt fest, dass so gut wie alle bemüht sind, die Distanz zu wahren. Die eindringliche Bitte nach der Einschränkung sozialer Kontakte scheint bei den meisten angekommen.

Die letzte Konsequenz – das Zuhause bleiben – legen sie aber nicht an den Tag. „Man nimmt solche Empfehlungen erst mal zur Kenntnis“, sagt Weiße. „Dann muss man das eigene Verhalten überdenken.“

Dass aus der eindringlichen Bitte schon bald eine Ausgangssperre resultieren könnte, macht Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Donnerstag noch einmal deutlich – „wenn nicht alle ihr Verhalten grundlegend umstellen“, sagt er.

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