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Corona-Fallzahlen

Inzidenz fünf Tage unter 100 - Karlsruhe darf wieder lockern

Einzelhandel und Zoo starten bereits am Samstag: Nach rund einer Woche kann Karlsruhe die Corona-Notbremse wieder aufheben.

Schon am Samstag öffnen Zoo und Einzelhandel wieder. Foto: Jörg Donecker

Montag 99,3 – Dienstag 98,1 – Mittwoch 84,9 – Donnerstag 81,7 – Freitag 86,8: Weil die 7-Tage-Inzidenz im Stadtkreis Karlsruhe entgegen des landesweiten Trends sank und fünf Tage hintereinander unter 100 lag, kann die sogenannte Notbremse bereits nach knapp einer Woche wieder gelockert werden.

Doch was darf nun wieder öffnen und für wie lange? BNN-Redakteur Ekart Kinkel hat die wichtigsten Fragen und Antworten zu den erneuten Lockerungen zusammengestellt.

Ab wann darf sich Karlsruhe wieder ein bisschen lockerer machen?

Ab Samstag. Wenn die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt, treten laut der baden-württembergischen Corona-Verordnung direkt nach der offiziellen Bekanntgabe durch das Gesundheitsamt Lockerungen in Kraft.

Was ist dann in Karlsruhe wieder erlaubt?

Der Einzelhandel darf nach dem Prinzip „Click&Meet“ wieder Kunden mit einem Termin im Laden bedienen. Außerdem dürfen auch Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetikstudios sowie Museen, Galerien und der Zoo wieder angemeldete Besucher empfangen. Auch Sportanlagen für den Amateurbereich dürfen mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder geöffnet werden.

Sind auch wieder Treffen mit mehreren Leuten erlaubt?

Ja. Bei einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 sind Treffen von fünf Personen aus zwei Haushalten gestattet. Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. In Sportvereinen ist dazu wieder kontaktarmes Gruppentraining für bis zu 20 Kinder bis einschließlich 14 Jahren gestattet. Weitläufige Anlagen wie Tennisplätze oder Golfplätze dürfen bei Einhaltung der aktuellen Kontaktbeschränkungen unabhängig von den Inzidenzwerten bespielt werden.

Sind Läden, Museen und der Zoo auf die Öffnungen vorbereitet?

Weil die Hygiene-Konzepte in den vergangenen Monaten erprobt wurden, werden einige Geschäfte am Samstag mit Sicherheit wieder die ersten angemeldeten Kunden bedienen. In manchen Geschäften ist dann auch wieder eine kurzfristige Anmeldung vor Ort möglich. Der Zoo will am Samstag ebenfalls seine Pforten öffnen. „Es wird ein Kraftakt. Aber irgendwie muss es klappen“, sagt Zoo-Pressesprecher Timo Deible. Bei der Staatlichen Kunsthalle werden frühestens ab Dienstag wieder Besucher empfangen. Auch andere Museen wie das Badische Landesmuseum wollen ihre Ausstellungen erst in der kommenden Woche öffnen.

Wie lange gelten diese Regelungen?

Zunächst einmal gibt es keine Beschränkung. Wenn die 7-Tage-Inzidenz wieder über 100 steigt und an drei aufeinanderfolgenden Tagen über diesem Wert liegt, muss die Stadtverwaltung aber wieder die Notbremse ziehen. Diese tritt aber erst am zweiten Werktag nach der Bekanntgabe der offiziellen Zahlen in Kraft, also im ungünstigsten Fall bereits am kommenden Mittwoch. Schulen, Kitas, Friseure, Blumengeschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte bleiben aber auch bei einem solchen Szenario weiter offen. Allerdings sind wegen landesweit steigender Inzidenzzahlen auch wieder Änderungen in der Corona-Verordnung möglich.

Gibt es auch die Möglichkeit für weitere Lockerungen?

Prinzipiell ja. Dafür müsste die 7-Tage-Inzidenz allerdings zunächst einmal unter 50 sinken. Nach fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter diesem Wert ist dann die komplette Öffnung von Einzelhandel und Museen sowie der Trainingsbetrieb für Erwachsenengruppen in Sportvereinen möglich. Weitere Lockerungsschritte erlaubt das Land ab einer dauerhaften 7-Tages-Inzidenz von unter 35. Davon sind in Baden-Württemberg derzeit aber alle Stadt- und Landkreise recht weit entfernt.

Wie schätzt die Stadt die Lage ein?

Eher pessimistisch. Oberbürgermeister Frank Mentrup rechnet noch vor Ostern mit steigenden Infektionszahlen. Dann würde auch die 7-Tage-Inzidenz zwangsläufig wieder über 100 klettern. Um den Kreislauf von kurzfristigen Öffnungen und Schließungen zu durchbrechen, macht sich Mentrup seit Wochen für eine inzidenzunabhängige Lockerungsstrategie stark.

Und was macht der Landkreis?

Der Landkreis Karlsruhe liegt seit einigen Tagen über dem Schwellenwert von 100 und bleibt im Notbremsen-Modus. Deshalb ist aktuell kein gemeinsames Vorgehen von Stadt- und Landkreis mehr möglich.

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