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Neubau startet im Dezember

Gegengerade im Karlsruher Wildpark­stadion fällt

Beim Stadionbau im Wildpark steht für viele KSC-Fans der nächste mit vielen Emotionen verbundene Schritt an: Die Gegentribüne wird abgetragen. Bis Ende August soll die Tribünenkonstruktion verschwunden sein. Künftig steht dort die Osttribüne.

Im Karlsruher Wildpark läuft der Abriss der Gegengerade Foto: Sandbiller

Die stählerne Dachkonstruktion ist an der Seite eingeknickt. Und immer wieder scheppert es, wenn der Bagger zugreift: Ein Achtel der bisherigen Gegengerade im Wildpark ist an diesem Montag schon „abgeknabbert“, wie Werner Merkel sagt.

Er ist Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs Fußballstadion im Wildpark. Und er versichert: Derzeit liegen die Arbeiten voll im Zeitplan.

Gegengerade wird durch Osttribüne ersetzt

Nach wie vor gilt das Ziel, dass bis Mitte 2022 die neue Arena steht. Platz für 34.000 Fans soll diese haben. Kalkuliert ist sie mit rund 125 Millionen Euro.

Bisher wurden im Norden und Süden der Arena nur provisorisch neue Kurven errichtet, die später wieder fallen. Auf der Seite der Gegengerade wird dies anders: Dort soll ab dem 6. Dezember tatsächlich der erste Teil des neuen Stadions entstehen – nämlich die Osttribüne.

Seitenwechsel 2020

Die Pläne der Stadt, am Adenauerring künftig die Haupttribüne zu platzieren, kamen bei Verein und Fans nicht an und wurden nicht weiter verfolgt. Deshalb müssen alle, die derzeit auf der Haupttribüne sind – also auch Presse und VIPs –, zweimal umziehen, wie Merkel erläutert.

Im Sommer 2020 wechseln sie von der Haupt- auf die dann gerade fertiggestellte Osttribüne, die mit diversen Provisorien etwa für die Umkleiden versehen wird. Dann fällt die Haupttribüne. Deren Erneuerung ist mit 17, 18 Monaten kalkuliert. Ist sie fertig, geht es für alle „Umgesiedelten“ wieder zurück in den Westen auf die dann neue Haupttribüne an deren jetzigem Standort.

Mehr zum Thema: Lösung im Dach-Streit:

Gästefans im Norden

In der Zwischenzeit werden auch die provisorischen Nord- und Südkurven erneuert, im Süden ab Sommer 2020, im Norden ab dem dritten Quartal 2021, so der Plan.

Im Norden sollen künftig unter anderem die Gästefans unterkommen. Für sie ist ein spezieller Zugang eingeplant.

Gegengerade hinterm Tor

Der Standort der jetzigen provisorischen Südkurve wiederum wird zur Gegengeraden umdeklariert, „eine Gegengerade hinterm Tor“, erklärt Merkel. Dort sollen dann auch die Ultras ihren Platz haben. „Es geht dort steil hoch“, so Merkel.

10.000 Stehplätze seien im Süden eingeplant. Im Norden gibt es Sitz- und Stehplätze, ansonsten nur Sitzplätze. Für Begegnungen, bei denen den Vorgaben zufolge alle Zuschauer Platz nehmen müssen, könne man die Stufen umnutzen, heißt es.

Immer mindestens 15.000 Plätze

Während der gesamten Bauzeit komme man den Vorgaben der Deutschen Fußball Liga entsprechend auf mindestens 15.000 Zuschauer, versichert Merkel.

Bis zum 30. August verschwindet nun erst mal Stück für Stück die alte Gegengerade. Auch vor den dort angebrachten Graffiti macht der Bagger nicht Halt. „Wir sind im Gespräch mit dem Kulturamt, wie sich die Fans künftig im Stadion auf diese Art verwirklichen können“, heißt es.

Freie Sicht auf Adenauerring

Am 2. September sollen die Erdarbeiten starten. „Wir erwarten dort nichts anderes als in den bisherigen Abschnitten“, sagt Merkel. Da wurden nur vereinzelt Granatsplitter und defekte Panzersprenggranaten gefunden. Pro Kurve wurden zuletzt 30.000 Kubikmeter Material bewegt. Auf der Seite der Gegentribüne rechnet Merkel mit 21.000 Kubikmeter.

Ende November soll der neue Wall auf dieser Stadionseite modelliert werden. Zuvor haben die Fans dann einige Wochen freie Sicht auf den Adenauerring beziehungsweise die dortigen Bäume.

Neubau startet im Dezember

Im Dezember 2019 geht es dann also richtig los mit dem Projekt Stadionneubau. Da die Beleuchtung dort künftig im Dach verbaut ist, verschwinden auch wieder die Flutlichter. „Wir sind im Gespräch mit dem Schul- und Sportamt, wo diese dann an anderer Stelle gebraucht werden können“, sagt Merkel.

Baustellenführungen für die Bürger sollen im Frühjahr 2020 starten, wenn die neue Osttribüne im Rohbau erkennbar ist. Merkel plant Fangespräche, bei denen Experten Fragen beantworten. Und voraussichtlich im November oder Dezember 2019 soll ein Bürgerforum im Südwerk stattfinden.

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