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Im Rollenkonflikt

Häusliche Gewalt durch Frauen: Die „fürsorgliche Mutter“ darf nicht wütend werden

Auch Frauen verüben häusliche Gewalt. Sie sind seltener Täterinnen als Männer, die körperlichen Verletzungen oft weniger gravierend. Die Scham, die Frauen nach der Tat empfinden, ist aber oft massiv. Das hat auch mit traditionellen Rollenbildern zu tun.
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„Es gibt Frauen, die körperlich gewalttätig gegenüber ihrem Partner sind“, sagt Anja Pfettscher, Abteilungsleiterin und Anti-Gewalt-Beraterin der des Vereins für Jugendhilfe in Karlsruhe. „Gewalttaten von Frauen gibt es prozentual viel weniger. Aber die sichtbaren körperlichen Verletzungen können in Einzelfällen schon massiv sein.“ Pfettscher berät Frauen, die Gewalt an ihren Partnern oder Kindern verübt haben. Während pro Monat etwa 30 Männer in die Beratungsstelle kommen, sind es bei den Frauen etwa zehn.

Eine von ihnen ist Katja Müller (Name v. d. Redaktion geändert). Sie ist Mitte 40, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie trägt bunte Kleidung, als wir sie in der Beratungsstelle treffen und spricht vorsichtig und eloquent. Wer ihr auf der Straße begegnet, würde sie wohl kaum für eine Gewalttäterin halten. Auch in ihrem Fall – und so ist es häufig – treffen Klischees nicht zu.

„Es kam sowohl zwischen meinem Mann und mir zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen, als auch zwischen mir und den Kindern“, sagt Müller und dreht eine Tasse Tee in ihren Händen. Sie spricht von gegenseitigen Grenzüberschreitungen und davon, dass sie und ihre Tochter oft „aufeinander losgegangen“ seien. Konkreter will sie nicht werden. „Ich kann nicht sagen, ich hätte immer angefangen“, sagt sie dafür.

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