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Der Weihnachtsmann fliegt

Hochseilartist Falko Traber hat am Karlsruher Friedrichsplatz optimale Bedingungen

Die Diskussion um den künftigen Standort des Christkindlesmarkts verfolgt Falko Traber mit großem Interesse. Der Hochseilartist fliegt schließlich seit acht Jahren im Weihnachtsmannkostüm mit seinem Rentierschlitten über den Friedrichsplatz und erzählt staunenden Kindern die Geschichte vom rotnasigen Rentier Rudolph.

Ein funkelnder Mast ist auch bei der Traber-Show im englischen Southampton das Ziel des Fliegenden Weihnachtsmanns Foto: pr

Im ersten Jahr ging es noch über die Eiszeit, doch seit der Verlegung des Christkindlesmarktes fliegt Falko Traber über die weihnachtliche Budenstadt. „Die Voraussetzungen für eine solche Show sind hier geradezu optimal“, betont der 60-Jährige. Auf dem Dach des Einkaufszentrums Ettlinger Tor habe er die besten Bedingungen für Aufbau und Sicherung einer Startrampe. Und der Zielpunkt an der Ritterstraße, ein festlich illuminierter mobiler Fernmeldemast mit einem markanten Weihnachtsstern an der Spitze, ist nach Falko Trabers Einschätzung sehr gut in das Gesamtbild der weihnachtlichen Budenstadt integriert.

Aushängeschild für die Fächerstadt

„Außerdem haben wir die Show in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt“, sagt Falko Traber. Deshalb sei der Fliegende Weihnachtsmann ein echtes Aushängeschild und beliebtes Fotomotiv der weihnachtlichen Fächerstadt.

Mit möglichen Flugrouten über den Marktplatz hat sich der erfahrene Schausteller dennoch bereits mehr oder minder intensiv auseinandergesetzt. Einen möglichen Favoriten möchte Falko Traber aber nicht verraten. Seine Karten frühzeitig auf den Tisch zu legen, kann sich im Nachhinein schließlich als Bumerang erweisen, und zudem werden die täglichen Flugshows auf dem Friedrichsplatz vom ECE-Center gesponsort. Außerdem müssten an sämtlichen möglichen Standorten noch statische Berechnungen erstellt und die Genehmigung des TÜV eingeholt werden. Auch in diesem Jahr wurde der Aufbau von Bauingenieur Christian Schuler und TÜV-Prüfer Roland Missy inspiziert und abgenommen.

Pfarrer Werner Bauer segnet Falko Traber Foto: Ekart Kinkel

Bochumer Schlitten fliegt zwischen zwei Gebäuden

Möglich ist aber vieles. Das hat die Artistenfamilie Traber in den vergangenen Jahren mehrfach unter Beweis gestellt. In Bochum, wo Falko Trabers ältester Sohn Falko jr. seit über einem Jahrzehnt den Fliegenden Weihnachtsmann mimt, ist das Stahlseil für den Schlitten zwischen zwei Gebäuden gespannt.

Bei Flugshow in Southampton halten zwei Masten das Stahlseil

Im englischen Southampton, wo der jüngste Sprössling Fernando den Rentierschlitten steuert, wurden an den Enden des Weihnachtsmarktes zwei umgebauten Funkmasten zur Befestigung des Stahlseils aufgestellt. Weil einer der Masten hinter der Stadtmauer platziert ist, können die Weihnachtsmarktbesucher den Aufstieg von Fernando Traber zur Startrampe allerdings nicht sehen.

Flug über die Buden

„Unser Geschäft ist die Illusion. Und dafür braucht es die richtige Umgebung“, weiß Falko Traber. Deshalb sollte der Fliegende Weihnachtsmann seine Geschichten auch unbedingt über dem Zentrum der weihnachtlichen Budenstädte erzählen. Wird der Weihnachtsmann mit seinem funkenspeienden Schlitten an den Rand eines Marktes gedrängt oder sogar an einen separaten Standort geparkt, sei der Zauber des weißbärtigen Geschenkebringers schnell verblasst. „Wir machen das schließlich für Kinder, die noch an den Weihnachtsmann glauben. Und die darf man nicht enttäuschen“, sagt Falko Traber.

Prinzipiell sei ihm der Auftrittsort aber egal – sofern seine täglichen Shows ins Gesamtkonzepts des Markts eingebunden sind. Andere Städte als Karlsruhe, Bochum und Southampton zu bespielen, steht für Falko Traber derzeit noch nicht zur Debatte. Schließlich seien die Weihnachtsmann-Shows in den jeweiligen Städten eine echte Besonderheit. „Wenn man jedes Jahr woanders auftritt, wird es schnell beliebig“, weiß Falko Traber.

Zum Gespann zählen auch vier Rentiere. Foto: N/A

Mobile Show denkbar

Machbar ist aber auch eine mobile Variante. Das notwendige Equipment dafür ist vorhanden. Auf Jahrmärkten und Rummelplätzen geben die Trabers schließlich auch unter dem Jahr spektakuläre Stunts zum Besten – und fahren dabei mit Motorrädern oder umgebauten Autos über wenige Millimeter dünne Stahlseile.

Brexit bereitet Sorgen

Deutlich mehr Kopfzerbrechen als der Standort des Karlsruher Marktes bereitet Falko Traber derzeit allerdings der drohende Brexit. „Wir können nicht einmal ansatzweise sagen, was das für unsere Show in England bedeutet“, betont Falko Traber. Sein Sohn Fernando sitze derzeit auf „einsamem Posten“ und kümmere sich ums Tagesgeschäft.

„Father Christmas“ kommt in Southampton sehr gut an, und die Kinder stehen bei der Süßigkeiten-Ausgabe nach der Show geduldig Schlange. Die Stadtverwaltung hat den Trabers schon ein Angebot für ein längerfristiges Engagement gemacht, doch vor einer Zusage will das Familienoberhaupt die Entwicklungen auf der Insel abwarten. „Wenn wir drei Tage fürs Verzollen unserer Ausrüstung brauchen, suchen wir auf dem Festland nach Alternativen.“

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