Skip to main content

Neues aus dem Elternalltag

Höllentrip in die Toskana

Ein Urlaub mit Frau und Kind ist nichts für schwache Nerven. Und ein Roadtrip in die Toskana schon gar nicht. Diese Erfahrung musste unser Redakteur auf 900 Kilometern Autobahn machen, bis er zur Einsicht gelangte: Wären wir doch lieber in Durmersheim geblieben.

Kinderkram Foto: Dolgachov - Fotolia

Endlich: Auf einem mit Fäkalien übersäten Rastplatz zwischen Parma und Mailand finde ich ein wenig Frieden. Der vorbeibrausende Verkehr – mehrheitlich lebensmüde Italiener in winzigen Fiats – klingt in meinen Ohren wie Vivaldis Frühling. Hinter mir liegen Hunderte Autobahnkilometer mit einem schreienden Baby und einer entnervten Mutter. Spätestens jetzt wird mir klar: Der erste gemeinsame Urlaub, ein Höllentrip in die Toskana, war eine Schnapsidee. Bereits am Vortag, auf der ersten Etappe zum Comer See, wird mir alles abverlangt – 480 Kilometer, von denen jeder einzelne wehtut. Ein Protokollversuch:

Babygeschrei statt Ramazzotti

Kilometer 5 (Bietigheim):

Kilometer 15 (Rastatt-Nord): Von wegen. Baby schreit. Nerven angespannt. Drehe die Klimaanlage auf. Sie schaut kritisch.

Kilometer 65 (Offenburg): Kilometer 90 (Rust):

Dampfbad auf der Autobahn

Kilometer 120 (Freiburg): Kilometer 180 (Basel): Kilometer 270 (Luzern):

Sehnsucht nach Durmersheim

Kilometer 350 (Gotthard-Tunnel): Kilometer 470 (Comer See): Kilometer 480 (Brunate):

Die restlichen 1 320 Kilometer – Rückfahrt inklusive – werden nicht besser. Als sich in der toskanischen Villa das Baby-Mobiliar stapelt, frage ich mich, wie Maria und Josef mit nur einer Krippe ausgekommen sind. Und warum wir uns das antun.

nach oben Zurück zum Seitenanfang