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Fragen und Antworten

Holz als Brennstoff? Was sind die Vor- und Nachteile?

Heizen, nahezu ohne schlechtes Klima-Gewissen: Holz genießt einen guten Ruf. Aber, wie gut ist der Brennstoff? Was sind die Vor- und was sind die Nachteile? Nimmt der Markt zu, oder eher ab? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund ums Brennholz

Ein knisterndes Feuerchen am Kamin: Heizen mit Holz hat seinen Reiz, aber wie umweltverträglich ist Holz wirklich? Foto: Hilke Segbers picture alliance / dpa-tmn

Ein mollig warmes Feuerchen vor dem heimischen Kamin. So stellen sich viele die gemütliche Seite eines kalten Winters vor. Und wegen der vermeintlich geringen Emissionen plagt den Verbraucher weniger das schlechte Gewissen. Aber ist dem wirklich so? Was kann Holz als Brennstoff - und was nicht?



Ist Holz frei von Emissionen?

Holz hat einen guten Ruf. Sogar das Bundesumweltministerium wirbt damit, dass Holz beim Verbrennen soviel Kohlenstoffdioxid freisetzt, wie beim Wachstum gebunden wurde. „Man muss dabei den Substitutionseffekt beachten, andere fossile Brennstoffe werden ersetzt“, sagt Uwe Kienzler, Leiter des Forstamts Karlsruhe.



Wie viel Holz wird im Südwesten geschlagen?

In den kommunalen und staatlichen Wäldern wurden im Jahr 2019 in Baden-Württemberg 719.000 Festmeter Brennholz geschlagen, wobei ein Festmeter etwa einem Kubikmeter entspricht. Laut Jürgen Wippel, Sprecher des Ministeriums für Ländlichen Raum, beträgt der Anteil des Kommunal- und Staatswaldes im Südwesten 64 Prozent der Waldfläche. Der Rest ist entweder in privater Hand, ein kleiner Teil liegt auch auf Bundesgebiet, beispielsweise auf Truppenübungsplätzen der Bundeswehr.

Nimmt der Abbau von Holz zu?

Auf Landesebene wird jeder gefällte Stamm statistisch erfasst. Die Zahlen zeigen, dass vor zehn Jahren 861.000 Festmeter Holz der Säge zum Opfer fielen. Dennoch spricht Wippel von einer Zunahme von lokalen Brennholzhändlern. „Ab den 2000er Jahren gab es einen Hype ums Brennholz“, so Wippel. Schwankungen seien normal. „Das kommt auch auf die Nachfrage im Winter und die Trockenheit im Sommer an.“

Was eignet sich am besten als Brennholz?

Ganz klar, die Buche. Sie ist hart und widerstandsfähig – und noch besser: Buchenholz hat – wie auch die Eiche – einen extrem hohen Brennwert von mehr als 2.100 Kilowattstunden pro Raummeter. Laut Bundesumweltministerium ist eine Restfeuchte von 15 bis 20 Prozent am besten geeignet.

Also alles bestens beim Brennstoff Holz?

Nicht ganz: Umweltverbände kritisieren seit Jahren die Feinstaub-Belastung durch alte Holzöfen. Hartmut Weinrebe, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) der Region Mittlerer Oberrhein, bemängelt die hohen Emissionen und die geringe Effizienz der Heimöfen: „Es kommt in der Regel zu hohen Verlusten.“ Blockheizkraftwerke, die neben Wärme auch Strom erzeugen und kontrollierter Holz verbrennen, seien die bessere Lösung. Dazu warnen Umweltschützer vor der weiteren Nutzung des Waldes. „Die Potenziale sind weitestgehend erschöpft. Ein gesteigerte Nutzung führt zu bleibenden Verschlechterungen in unserem Ökosystem“, sagt Weinrebe.

Was ist noch problematisch?

2019 wurden 304.000 Tonnen Brennholz, Sägespäne oder Abfälle nach Baden-Württemberg importiert, wie das statistische Landesamt mitteilt. Insgesamt waren es in Deutschland 2,5 Millionen. Lange Transportwege und Umweltschutz passen nicht zusammen. „Holz muss nicht um die halbe Welt verschifft werden“, sagt Karlsruhes Forstchef Kienzler.

Gibt es in Karlsruhe auch Forstwirtschaft?

Ja. Der Stadtwald umfasst 2.300 Hektar Fläche von den Rheinauen bis zur den Bergwäldern. Maximal 14.000 Festmeter, ein Festmeter entspricht etwa einem Kubikmeter, dürfen geschlagen werden. „Das ist das, was in einem Jahr im Wald nachwächst“, so Kienzler. Ausgeschöpft werde die Menge aber so gut wie nie, meist seien es nie mehr als 85 Prozent. „In diesem Jahr liegen wir erst bei 53 Prozent“, erklärt der Forstchef.

Für was wird das Karlsruher Holz verwendet?

15 verschiedene Baumarten kommen im Stadtwald vor. Das Holz wird von der Zellstoffherstellung über die Möbelindustrie bis hin zum Brennholz industriell genutzt. Fast 88 Prozent sind Laubbäume. „Im Schwarzwald ist das umgekehrt, da gibt es eher Nadelhölzer“, erklärt Kienzler. Harthölzer wie die Buche seien weniger vertreten.

Kann jeder in den Wald gehen und Holz schlagen?

Wer zum Beispiel in Karlsruhe „Holz machen will“, hat zwei Möglichkeiten. Direkt den ganzen Stamm mit schwerem Gerät am Forstweg aufladen und klein sägen, oder den sogenannten Schlagraum, also übrig gebliebene Stämme oder die Krone aus dem Wald holen. Sägen darf nur, wer einen Kettensägen-Führerschein oder eine spezielle Schutzausrüstung hat und Biokraftstoffe nutzt.

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