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Bäder in Karlsruhe

10 Millionen Euro teuer: Kritik an Restaurant-Sanierung im Karlsruher Rheinstrandbad

In den kommenden zehn Jahren will die Stadt 50 Millionen Euro in den Erhalt ihrer Bäder investieren. Für das Konzept gibt es im Gemeinderat viel Lob - die Kosten für die Sanierung des Restaurants im Rheinstrandbad sorgen jedoch für Kritik.

Auslaufmodell: Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Fortschreibung des Bäderkonzepts und dem damit verbundenen Neubau eines Hallenbads in Neureut. Foto: Jörg Donecker

50 Millionen Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren in die Sanierung und Erneuerung der Karlsruher Bäder investiert. Und auch von 2021 bis 2030 will die Stadtverwaltung wieder knapp 50 Millionen Euro für den Erhalt der zehn städtischen Frei- und Hallenbäder in die Hand nehmen.

Das Leuchtturmprojekt bei der dritten Fortschreibung des Bäderkonzepts ist dabei der rund 15 Millionen teure Neubau eines Hallenbads in Neureut. Dass die im Bäderkonzept aufgeführten Investitionen trotz des einstimmigen Votums im Gemeinderat bei den künftigen Haushaltsberatungen nicht alle einfach per Kopfnicken abgesegnet werden dürften, wurde allerdings bei der halbstündigen Diskussion im Stadtparlament deutlich.

Kritik an den Kosten der Restaurant-Sanierung

Vor allem bei der für rund zehn Millionen Euro veranschlagten Sanierung des Restaurantbereichs im Rheinstrandbad Rappenwört sehen mehrere Stadträte und Fraktionen noch Gesprächsbedarf. Karl-Heinz Jooß (FDP) regte zur Ertüchtigung des Rheinstrandbads die Suche nach einem Investor an, Friedemann Kalmbach (Für Karlsruhe) sah die Kosten für die Sanierung eines Restaurants „sehr kritisch“ und Detlef Hofmann (CDU) bezeichnete die Sanierungssumme als „fragwürdig“.

Hofmann war auch der einzige Fraktionssprecher, der den Plan für den Abriss des Adolf-Ehrmann-Bads in Neureut und den damit verbundenen Neubau noch einmal auf den Prüfstand stellen wollte.

Dass die Stadtverwaltung im kommenden Jahrzehnt wieder viel Geld für Instandsetzung und Ertüchtigung der Bäderlandschaft in die Hand nehmen muss, darüber herrschte im Gremium jedoch Einigkeit. „Es ist wichtig, die Investitionen nicht zu sehr auf die lange Bank zu schieben. Ein Investitionsstau wird am Ende nämlich nur noch teurer“, betonte Niko Riebel (Grüne).

Dass die Bädergesellschaft nun auch für den Campingplatz in Durlach zuständig sei, bezeichnete Riebel als richtige Entscheidung. Bei den möglichen Planungen für ein Kombibad in Durlach müsse die Bevölkerung aber frühzeitig und intensiv mit eingebunden werden.

„Bäder gehören zur Daseinsvorsorge“

Auch Hofmann bezeichnete die dritte Fortschreibung trotz seiner Kritikpunkte als „gelungenes Werk“. Dadurch könne die Stadt ihren Bewohnern auch künftig eine abwechslungsreiche Bäderlandschaft bieten. Das jährliche Defizit von etwa fünf bis sechs Millionen Euro müsse eine Stadt wie Karlsruhe dafür in Kauf nehmen.

„Bäder gehören zur Daseinsvorsorge und können niemals kostendeckend arbeiten“, betonte Hofmann. Im Vergleich mit anderen Kommunen seien ein Kostendeckungsgrad von 60 Prozent und 1,5 Millionen Besucher jährlich immerhin rekordverdächtig.

Irene Moser (SPD) bezeichnete die Bäder ebenfalls als „unverzichtbar für die Daseinsvorsorge.“ Außerdem hob die Stadträtin das große ehrenamtliche Engagement des Fördervereins Freibad Wolfartsweier für die Instandhaltung und den Betrieb des Freibads „Wölfle“ hervor. Lob gab es auch von Lüppo Cramer (KAL), Ellen Fenrich (AfD) und Mathilde Göttel (Linke). „Der Verzicht auf Investitionen wäre lediglich Schulden für die kommende Generation“, sagte die Linken-Stadträtin.

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