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Fridays for Future

3.500 Teilnehmer demonstrieren in Karlsruhe für den Klimaschutz

Zum ersten weltweiten Klimastreik in diesem Jahr kamen in Karlsruhe rund 3.500 Menschen zusammen. Friedlich bildeten Sie eine Kette auf einer Länge von rund drei Kilometern quer durch die Stadt. Laut Polizei gab es keine größeren Probleme, einzig der Verkehr stockte rund um die Veranstaltung gewaltig.

Die Klimaaktivisten bildeten eine Menschenkette. An der Demo in Karlsruhe waren 3.500 Demonstranten beteiligt. Foto: Jörg Donecker

Schon eine Stunde vor dem offiziellen Beginn der Fridays-for-Future-Demo steht Samuel mit seinem Fahrrad in der Moltkestraße. Aus einer Musikbox, die er in einen Anhänger gepackt hat, läuft „Imagine“ von John Lennon. Dass er trotz herbstlichen Temperaturen zum Klimastreik kommt, war für den Student keine Frage: „Das ist ein wichtiges Thema. Für den Klimaschutz wird zu wenig getan. Ich bin hier, weil ich denke, dass wir mehr machen müssen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.“

Ein paar Meter weiter zieht eine Trommlergruppe mit pinken Perücken durch die Straßen. Ein Hauch von Fastnachts-Stimmung kommt bei den Demonstranten auf, sie bewegen sich zu den Trommel-Schlägen. Plakate mit Aufschriften wie „Menschen vor dem Aussterben retten“ und „I stand for what I stand on“ werden hochgehalten. Oder: „Das wars Lars“, eine Anspielung auf die Kinderbuchreihe „Der kleine Eisbär“.

Die Aktion am Freitag war die erste Demo des Jahres 2020, bei der Menschen wieder in großer Anzahl gemeinsam auf die Straßen gingen. Der letzte weltweite Klimastreik fand am 29. November statt, dazwischen gab es auch aufgrund der Corona-Pandemie lediglich eine Plakataktion im April sowie kleinere Veranstaltungen im Juli. Die Karlsruher Gruppe von Fridays for Future musste kreativ werden, um eine Möglichkeit zu finden, unter der Einhaltung der Corona-Regeln ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Anstelle eines gemeinsamen Marsches riefen die Veranstalter die Teilnehmer dazu auf, sich auf einer Strecke von fast drei Kilometern horizontal durch die Stadt aufzustellen.

3.500 Demonstranten sind dabei

Auf der Strecke entlang der Moltkestraße über den Schlossgarten bis hin zur Parkstraße kamen nach Angaben des Veranstalters rund 3.500 Demonstranten unter Einhaltung des Abstandgebots und mit Mundschutz bewaffnet zusammen und damit deutlich mehr als die 2.000 erwarteten. Um fünf vor zwölf wurde die Kette geschlossen, indem sich die Teilnehmer an Fahrrädern oder Schildern gemeinsam für rund 20 Minuten festhielten. An der ein oder anderen Stelle wurden spontan Laola-Wellen auf den Weg gebracht. „Ich bin unglaublich zufrieden mit der Veranstaltung. Wir sind begeistert, wie das hier abläuft“. sagte Paula Kanzleiter von Fridays for Future Karlsruhe. „Es ist motivierend zu sehen, wie vielen Leuten dieses Thema wichtig ist.“

Auch die Studierenden Rebecca, Joffrey und Ann-Katrin reihten sich in die Kette ein. „Selbst wenn die Teilnehmer unterschiedliche Werte teilen, ist es wichtig, dass man bei solchen Versammlungen zusammenkommt“, sagte Rebecca. Joffrey sprach von einem „super Event, bei dem die Corona-Maßnahmen im Vorfeld gut durchdacht wurden“. „Wir wollen hier ein Bewusstsein schaffen, dass die junge Generation für die Zukunft steht“, ergänzte Ann-Kathrin.

Es ist motivierend zu sehen, wie vielen Leuten dieses Thema wichtig ist.
Paula Kanzleiter Fridays for Future Karlsruhe

Doch nicht nur die junge Generation traf sich rund um das Schloss. „Zwischen all den Dingen, dir wir angehen müssen, gehört Klimaschutz zu den wichtigsten“, meinte beispielsweise die 54-jährige Banu Beyer. „Die Zeit läuft der Menschheit davon“, so der 51-jährige Andreas Kohlbecker. Auch Sylvia Kotting-Uhl reihte sich in die Kette ein. „Eine so politisierte Jugend war absolut notwendig, um international Druck auf Klimaschutz zu machen. In der Politik nehmen zu viele die Dringlichkeit des Problem nicht wahr und glauben, sie kämen mit halbgaren Maßnahmen durch“, so die Grünen-Bundestagsabgeordnete.

Aufgrund der Demo kam es im Zeitraum zwischen 11 und 13 Uhr zu Verzögerungen im Straßenverkehr. Mehrere Straßen wurden gesperrt. Der Verkehr vom Innenstadtring und vom Kreisel aus stadtauswärts kommend wurde beispielsweise über die Stephanienstraße umgeleitet, was zu langen Autoschlangen in diesen Bereichen führte. Ansonsten blieb es rund um die Demo ruhig, die Polizei hat laut einer Sprecherin „keinerlei Probleme vermerkt“.

Auch in Bruchsal nahmen rund 200 Leute an einer Kundgebung von Fridays und Parents for Future auf dem Marktplatz teil. Hauptforderungen waren die CO-2-Neutralität bis 2035 auch in der Stadt und Baden-Württemberg sowie der Kampf um Begrenzung der Erderwärmung um höchstens 1,5 Grad.

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