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Geschmückte Fenster und digitale Adventskalender

Aktionen im Advent: Wie Karlsruher in der Vorweihnachtszeit überraschen

Mit der Weihnachtsstimmung ist es in der Pandemie schwierig. In einigen Karlsruher Stadtteilen haben sich die Bewohner deshalb etwas Besonderes ausgedacht. Wir verraten ihre Spezialrezepte.

Winterwunderland: Bei Caroline Handtmann funkeln die Sterne im Fenster. Sie organisiert seit zwölf Jahren die Adventsfenster-Aktion im Karlsruher Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock. Foto: Gundi Woll

Weihnachtsstimmung ohne Weihnachtsmärkte? Schwierig. Sogar bei manch einer Marktbeschickerin des adventlichen Kunsthandwerkermarkts auf dem Karlsruher Marktplatz will sich die weihnachtliche Vorfreude partout nicht einstellen. Die Bewohner einiger Karlsruher Stadtteile hingegen haben da ein Spezialrezept.

Kleine, beleuchtete Häuschen, weißer Glitzer-Schnee, fliegende Zimtsterne und Eiszapfen hängen im Fenster eines Hauses in Weiherfeld. In einem anderen leuchten bunte Papierkerzen unter einer Sternen-Girlande. Bei einem Haus läuft zum kunstvollen Weihnachtsbaum-Fensterbild der beliebte Song „Rockin‘ around the Christmas tree“.

Dann ist da noch die Holztafel mit geschnitzten Häusern und Bäumen. An ihr hängen blaue und rosa Töpfchen mit Teelichtern und Süßigkeiten. Im Dammerstock gibt es die farbenfrohe Christbaum-Erdkugel, um die sich kleine Papierfiguren drehen.

Von Adventsfenster zu Adventsfenster führen die Spaziergänge durch den Stadtteil. Gute eineinhalb Stunden dauert die Tour insgesamt. In Weiherfeld und im Dammerstock gibt es jeweils 24 geschmückte Fenster. So viele wie Türchen beim Adventskalender. Das sind doppelt so viele Überraschungen wie in den 14 Jahren zuvor.

Die Adventsfenster sind ein Seelentröster.
Simone Ertle, Adventsfenster-Bastlerin aus Weiherfeld

„Die Adventsfenster sind ein Seelentröster“, sagt Simone Ertle. Sechs Stunden hat sie am ersten Adventssonntag zusammen mit ihrem Mann und Tochter Elisa für die Aktion gebastelt. „Da ist weihnachtliche Stimmung aufgekommen.“ Ein Scherenschnitt zeigt einen Jungen und ein Mädchen, die sich über eine erleuchtete Krippe beugen.

Bewunderung für das Fenster gibt es von Beatrixe Schmitt. Mit Tochter und Hund macht sie im Nieselregen noch einen Abendspaziergang durchs Viertel. „Einfach schön“, sagt sie. Jeden Abend schauen sie sich ein Fenster an. „Die geschmückten Fenster bauen auf und geben Mut.“

Die geschmückten Fenster bauen auf und geben Mut.
Beatrixe Schmitt, Spaziergängerin aus Weiherfeld

Im von Pandemie und Kontaktbeschränkungen geprägten Advent 2020 hat Familie Ertle zum ersten Mal bei der Aktion mitgemacht. Fast alle Fenster haben die Ertles sich schon angeschaut. „Alle hatten eine kreative Idee“, sagt die neunjährige Elisa. Viele Familien sind schon seit einigen Jahren dabei und kennen sich aus Kindergarten, Schule, Sportverein oder Kirchengemeinde.

Adventsfenster-Spaziergang als Aktion zum Zusammenhalt im Stadtteil

„Der Stadtteil lebt von Begegnungen. Beim Spaziergang sieht man sich und schwätzt ein bisschen mit Abstand“, sagt Caroline Handtmann. Sie organisiert die Aktion seit zwölf Jahren. „Diesmal wollten sogar so viele mitmachen, dass ich einige auf nächstes Jahr vertrösten musste.“ Damit sich keine größeren Gruppen vor den einzelnen Fenstern bilden, sind vom 1. bis zum 26. Dezember alle 48 zwischen 18 und 21 Uhr Fenster beleuchtet.

Der Stadtteil lebt von Begegnungen. Beim Spaziergang sieht man sich und schwätzt ein bisschen mit Abstand.
Caroline Handtmann, Organisatorin der Adventsfenster-Aktion in Weiherfeld-Dammerstock

In Beiertheim-Bulach ist vor einem Jahr genau das passiert: 28 Menschen haben sich entgegen der Corona-Regeln vor einem Adventsfenster versammelt. Die Folge: Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeit durch die Polizei. Die Bürgervereine verlagerten den Adventskalender daraufhin ins Internet. Auch in diesem Jahr gibt es jeden Tag ein digitales Türchen. Hinter jedem verbergen sich Gedichte, Lieder, Konzerte, Geschichten oder adventliche Bilder. Am 6. Dezember spricht der Nikolaus sogar höchstpersönlich.

Weitere Adventsaktionen online und am Telefon

Geschichten, Bastel- und Backtipps zum Advent gibt es in kurzen Videos auf der Internetseite der Evangelischen Stadtkirchen-Gemeinde Durlach. Ein Besuch bei einem Krippenbauer, die Anleitung für eine Schneekugel zum Selbermachen oder das Rezept für einen Schoko-Marzipan-Adventskranz.

Eine etwa zehnminütige Geschichte oder ein Musikstück übers Telefon gibt es von der Matthäus-Paul-Gerhardt-Gemeinde und dem Diakonischen Werk Karlsruhe, bis zum 24. Dezember täglich ab 17 Uhr unter der Telefonnummer (07 21) 2 03 62 22. Die Zugangsnummer lautet „871437“.

Geschmückte Adventsfenster sind außerdem noch in Rüppurr zu sehen. Eine Liste der Stationen gibt es auf der Internetseite der Bürgergemeinschaft Rüppurr.

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