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Hilfsbrücken werden eingehoben

Am Karlstor fahren die Bahnen bald über die Autotunnel-Baustelle

Für die Fahrgäste ist der Sommer mit zwei großen Umleitungen auf ihrem Schienenweg vorbei: Zwei Löcher im Karlsruher Gleisnetz werden jetzt wieder gestopft. In eine Lücke wird sogar ein Brückenprovisorium eingesetzt.

Vorbereitet auf den Brückenschlag: Über der Baugrube am Karlstor für den Autotunnel Kriegsstraße werden am Wochenende zwei Gleisstücke als Provisorien eingesetzt. Sie schließen die Lücke im Schienenstrang der Karlstraße. Foto: Peter Sandbiller

Große Veränderungen stehen auf Karlsruhes Schienen und Straßen bevor: Die Sommerferien gehen zu Ende. Da lösen sich einige Baustellen auf, und neue Brücken werden geschlagen. Der Verkehr nimmt mit den Rückkehrern aus den Bergen und von den Stränden in die Klassenzimmer und an die Schreibtische stark zu. Gleichzeitig werden aber einige Pfropfen in zwei wichtigen Verkehrsadern aufgelöst.

Im Zentrum des Wandels steht das Karlstor. Dort geht die Nord-Süd-Achse des Straßenbahnverkehrs in der Innenstadt wieder in Betrieb. Diese City-Kreuzung bleibt jedoch noch mehr als zwölf Monate der Konzentrationspunkt im letzten von zwölf Jahren Kombi-Stadtumbau.

Hilfsbrücken werden am Wochenende eingehoben

Schon an diesem Wochenende kommt der Eingriff für das nächste Provisorium: Die Hilfsbrücken für die Straßenbahn über die Karlstor-Grube für den Autotunnel werden von zwei Kranwagen mit extrem langem Arm eingehoben.

Diese Aktion in der Kriegsstraße läuft gegen 24 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Deshalb sind die Kriegsstraße und die Karlstraße beim Karlstor von Samstag, 5. September, um 20 Uhr bis Sonntag, 6. September, um 14 Uhr komplett für den Autoverkehr gesperrt. Dies gilt auch für Garten-, Herren- und Sophienstraße im Umfeld. Auch Anwohner seien von dieser Einschränkung betroffen, erklärt Karlsruhes Tunnel-Bauherrin, die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig).

Straßenbahnen fahren dann über Tunnelbaustelle

„Bereits am am Freitag treffen die beiden 24 Meter langen und jeweils 60 Tonnen schweren Brücken per Lkw beim Karlstor ein”, berichtet Kasig-Sprecher Achim Winkel. Die Widerlager für die Gleisbrücken sind bereits betoniert.

Rund fünf Meter tief, bis zur ersten Lage der Befestigungsanker, ist die Grube für den Tunnel ausgehoben. Auch hunderte Röhrchen für die Injektion von Weichgel zur Abdichtung des Baugrunds in rund zehn Meter Tiefe sind in den Boden getrieben. Nun wird der Tunnelbau bald unter den darüber hinweg rollenden Straßenbahnen weiterlaufen.

Karlstor wieder offen

Sind die Gleisbrücken auf beiden Seiten mit den Schienen in der Karlstraße verschweißt und ist die Oberleitung neu gespannt, kann es schon eine Woche später losgehen: Ab Sonntag, 13. September, um 1.15 Uhr rollen wieder Straßenbahnen auf der Karlstraße – zwischen Europaplatz und dem Hauptbahnhof, direkt über das Karlstor. Damit ist mit Schulbeginn das wegen der Tunnelgrube seit dem Frühling klaffende Loch im Karlsruher Liniennetz der Straßenbahnen gestopft.

Auch in der Weststadt entspannt sich die Baustellenproblematik mit dem Ferienende. Bis 13. September soll die Haltestelle „Yorckstraße” auf der Kaiserallee zumindest betriebsbereit sein. Weil aber noch bis Ende Oktober an der künftig barrierefreien Haltestelle gebaut wird, richtet man einen provisorischen Stopp mit Holzbahnsteigen ein, etwas westlich der Kreuzung Richtung Mühlburg versetzt.

Damit wird auch der direkte Schienenweg auf der Kaiserallee nach Mühlburg wieder frei. Für die Fahrgäste, die aus Westen zur Stadtmitte kommen, ist damit die Zeit der Umleitung vorbei. Auch viele Anwohner, etwa in der Schillerstraße, atmen auf, wenn der Bahnverkehr im Minuten-Takt vor ihren Fenstern aufhört.

Neue Baustellen beim Klinikum

Der Schienenabzweig von der Kaiserallee in der Blücherstraße Richtung Klinikum, wo momentan noch alles aufgerissen ist, werde nach den Ferien ebenso wieder befahrbar sein, versichert Michael Krauth, Sprecher der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK). Ab dann rollen also auch wieder die Bahnen der Linie S 1/S 11 zur Nordweststadt, nach Neureut und durch die Hardt bis Hochstetten.

Dagegen wird dann ab 13. September die Moltkestraße mit ihren zwei Haltestellen beim Klinikum zur Großbaustelle. Die Straßenbahnen der Linie 2 können deshalb erst im Spätherbst nach Knielingen rollen.

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