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Einrichtungen werden überrannt

An der Belastungsgrenze angekommen: Karlsruher Tafeln verhängen Neukundenstopp

Auf die stark erhöhte Nachfrage haben die Karlsruher Tafeln reagiert, doch jetzt müssen sie Konsequenzen ziehen - und nehmen nun keine Neukunden mehr an.

 Eine Mitarbeiterin des Tafel-Ladens trägt eine Kiste voll mit Obst und Gemüse.
Eine Mitarbeiterin eines Tafelladens trägt eine Kiste voll mit Obst und Gemüse. Für Menschen in Not sind die Tafeln in Baden-Württemberg wichtige Anlaufstellen. Foto: Felix Kästle/dpa

Die Tafeln in Karlsruhe und der Region sind ganz offensichtlich an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Die Situation eskaliere aktuell, heißt es beispielsweise aus der Karlsruher Tafel. Der Tafelladen im Rheinhafen werde sprichwörtlich überrannt, so die Vorsitzende Vera Scholl. Man habe deshalb schweren Herzens einen Neukundenstopp verhängt. Andere Tafelläden seien diesen Schritt schon vor einigen Tagen gegangen.

„Es ist schrecklich. Wir würden so gerne alle aufnehmen und haben alles dafür getan, doch mehr geht nicht.“ Betroffen von dieser Regelung sind insbesondere Flüchtlinge aus der Ukraine, die zuletzt den Großteil der Neukunden ausgemacht hatten.

Laut Scholl stehen freiwillige Dolmetscher zur Verfügung, die Ausgabezeiten wurden verlängert, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten längst über ihre körperlichen Grenzen hinaus. Der Ansturm sei nun aber nicht mehr in den Griff zu bekommen.

Obdachlosenunterkunft kann nicht mehr beliefert werden

Hinzu komme, dass auch die Warenströme zusehends versiegen. Einige Discounter seien dazu übergegangen, nicht mehr ganz frische Waren oder Waren mit optischen Mängeln zu günstigeren Preisen abzugeben, um so wenigstens teilweise die jüngsten Preissteigerungen abzufangen. Dies sei grundsätzlich zu begrüßen, doch den Tafelläden fehlten jetzt genau diese Waren.

Besonders bitter sei, dass der „Anker“, die von der AWO betriebene Obdachlosenunterkunft, erstmals seit Jahren nicht mehr beliefert werden könne.

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